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Spezielles Schienensystem verteilt Last der Solaranlage
Gelöst wurde diese Herausforderung von der Firma Knubix: Ein mit Edelstahl verkleidetes Halterungssystem leitet die Windströme bestmöglich ab und verstärkt den Anpressdruck des Solarsystems auf das Hallendach. Das Schienensystem verteilt zudem die Kräfte auf die gesamte Installationsfläche. Eine geringe Ballastierung genügt dann, die Wind- und Schneelasten bei optimaler Standsicherheit einzuhalten.
Ein Problem ist noch die zeitliche Streuung, räumt Bernhard Schüler, Betriebsleiter bei Schierle, ein: „Wir produzieren viel Strom am Tag, aber die Maschinen laufen bis in die Nacht.“ Energiespeicher für den Solarstrom seien zwar angedacht, seiner Ansicht nach gebe es aber derzeit noch kein zufriedenstellendes Angebot am Markt. Auch die Ausrichtung der Photovoltaikanlagen ist aufgrund der baulichen Voraussetzungen nicht ideal, wie Schüler weiter berichtet. Trotzdem rechne sich die ungünstigere Aufstellung der Solaranlage: „Das ist preiswerter als weniger Solarmodule, die ideal ausgerichtet sind“, sagt der Schierle-Betriebsleiter.
„Grundsätzlich steht die sichtbare Solartechnik für Innovation, Verantwortlichkeit und Fortschritt – und ist auch bei der Außendarstellung gefragt“, erläutert Guido Kroll, Projektleiter für Photovoltaik-Großprojekte beim Solartechnikspezialisten Wagner & Co. Seiner Erfahrung nach werden derzeit vor allem Solarstromanlagen zur Netzeinspeisung (nach EEG) auf den Dächern installiert, die unabhängig von der Nutzung des Gebäudes dimensioniert sind. Hier sei das Ziel eine maximale Flächennutzung.
Solarthermie in der deutschen Industrie noch wenig verbreitet
Die Anwendung von thermischen Solaranlagen hingegen sei noch nicht so verbreitet. Unter anderem würden erste Lackierereien die Möglichkeiten nutzen, Solarwärme in die Prozesse einzubinden. Dabei sei diese Nutzungsart relativ wirtschaftlich: „Bei Solarwärme für thermische Prozesse und einem Temperaturniveau bis 80 °C für Waschprozesse oder Trocknung gibt es Systemvorteile durch kontinuierlichen Verbrauch und daher kleine Speicher. Daraus ergeben sich geringe Wärmepreise“, erläutert Kroll.
Auf zwei Arten erneuerbarer Energien setzt die Boge Kompressoren Otto Boge GmbH & Co. KG in Bielefeld. Zum einen hat das Unternehmen eine Photovoltaikanlage auf dem höhergelegenen Teil einer 2009 neu errichteten Produktions- und Logistikhalle gebaut. Dort wurden 460 Module auf einer Dachfläche von knapp 3000 m² montiert; die Anlage hat eine Leistung von 100 kWp.
Boge setzt neben Solarenergie auch auf Biogas
Außerdem liefert das Blockheizkraftwerk einer Biogasanlage, die ein benachbarter Landwirt im vergangenen Jahr gebaut hat, eine elektrische Leistung von 250 kW sowie eine thermische Leistung von 300 kW. „Boge hat ein Nahwärmenetz von der Biogasanlage bis in die hauseigene Heizungszentrale errichtet. Die Leitungstrasse, die nun seit Jahresbeginn das Boge-Gebäude am Stammsitz in Bielefeld-Jöllenbeck mit Wärme versorgt, erstreckt sich über eine Länge von mehr als 1 km“, erläutert Yvonne Schwerdtner, die bei Boge im Controlling tätig ist.
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