Erneuerbare Energien Industrie will von sonnigen Zeiten mehr profitieren
Die Autobauer Volkswagen und Opel, der Kompressorenhersteller Boge, der Rohrspezialist Schierle oder der Gebrauchtmaschinenhändler Geiger, sie sind alle dabei: Immer mehr Unternehmen, ob groß oder klein, setzen auf selbst erzeugten Strom aus erneuerbaren Energien. Besonders beliebt ist dabei die Photovoltaik.
Anbieter zum Thema

Vor allem für seine Verzahnungsmaschinen aus zweiter Hand ist der schwäbische Gebrauchtmaschinenhändler Geiger bekannt. Und weil die Schwaben sparsam sind, produziert das Metzinger Unternehmen seinen Strom per Solaranlage selbst. Geiger tut das schon seit einer Zeit, als die Solaranlage auf dem Gewerbedach noch nicht so en vogue war wie heute. Anlass für den Einsatz der Solartechnik war der Bau einer neuen Halle. Zunächst hatte die Anlage auf Halle 6 eine Kapazität von 130 kWp.
„Als wir dann begannen, Ausschreibungen zu erstellen, für eine weitere Anlage auf unserer bereits bestehenden Halle 5, planten wir auch gleich weitere 30 kWp auf das Dach der Halle 6, um diese Anlage zu vervollständigen. Unsere Halle 5 wurde dann zum 23. August 2011 ans Netz angeschlossen“, erläutert Claudia Geiger-Nannt von der Hans-Jürgen Geiger Maschinen-Vertrieb GmbH. Die Anlage auf Halle 6, zunächst mit einer Gesamtleistung von 130 kWp installiert, wurde im Jahr 2011 auf 160 kWp erweitert.
Mit Solarstrom Kolbenstangen und Zylinderrohre produzieren
Kolbenstangen und Zylinderrohre für Hydraulik und Pneumatik sind die Spezialität der Schierle Stahlrohre KG mit Standorten in Neuss und Schkeuditz-Dölzig bei Leipzig. Sägen, Schleifen, Drehen, Fräsen, Honen, Richten und Polieren von Stahl und Edelstahl sind die Hauptverfahren zum Konfektionieren der Produkte mit Durchmessern bis 500 mm und Längen bis 10 m. Neu bei Schierle sind die Solaranlagen auf den Dächern der beiden Werke. Sie erzeugen so viel Strom, wie das Unternehmen verbraucht – nicht nur für den Betrieb der Gebäude, sondern auch für die Produktion. Die Photovoltaikanlagen erzeugen pro Jahr circa 350.000 kWh Strom.
Nach sechs Monaten sieht sich der Fertigungsbetrieb weitgehend von Öl und Gas unabhängig. „Ich wollte auch mal ein Zeichen setzen, dass wir endlich mal versuchen, in der Energiepolitik auf eigenen Füßen zu stehen“, sagt Geschäftsführer Erwin Schierle. „Deutschland hat da ja einen herrlichen Tiefschlaf genossen.“
Solaranlage auch unter ungünstigen Bedingungen errichtet
Von baulichen Herausforderungen ließ sich Schierle dabei nicht schrecken: Die Betriebsgebäude in Neuss sowie in Schkeuditz verfügen über ein Foliendach, das eine Befestigung der Photovoltaikanlage durch Bohren oder Dübeln nicht zulässt. Deshalb war eine Konstruktion gefragt, die durch Ballastieren der Windlast auf den 8 m hohen und freistehenden Gebäuden standhält. Durch die Wärmedämmung und große freitragende Spannweiten stand aber gleichzeitig nur eine Lastenreserve von 23 kg/m² zur Verfügung.
(ID:32555880)