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Personalstrategie Klassische Mitarbeiterbefragung ist überholt

| Redakteur: Melanie Krauß

Immer mehr Unternehmen verabschieden sich von der klassischen Mitarbeiterbefragung zugunsten umfassender Konzepte. Das zeigt eine aktuelle Studie des Beratungs- und Dienstleistungsunternehmens Aon.

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(Bild: gemeinfrei (Pixabay, rawpixel) / CC0 )

Personalverantwortliche im deutschsprachigen Raum würden gerne die klassischen Mitarbeiterbefragungen durch das State-of-the-Art-Konzept des „Employee Lifecycle Measurements” ersetzen. Sie halten ihre Unternehmen aber nicht für ausreichend vorbereitet auf den kontinuierlichen Dialog mit ihren Mitarbeitern. Das ist eines der Ergebnisse einer aktuellen Aon-Studie. An der Studie haben 70 Geschäftsführer und HR-Leiter von Unternehmen mit insgesamt rund zwei Millionen Beschäftigten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz teilgenommen. Darunter waren sowohl mittelgroße Unternehmen als auch Großkonzerne.

Rund 76 % der Befragten halten die klassische Mitarbeiterbefragung nicht mehr für ausreichend. Aus ihrer Sicht ist es dringend erforderlich, zu einem integrierten Ansatz überzugehen, der den gesamten Berufsweg eines Mitarbeiters begleitet. Unter dem Stichwort Employee Experience werden zunehmend auch Faktoren wie Unternehmenskultur und Veränderungsbreitschaft gemessen. Die Messung ergänzt die bisherigen Methoden durch punktuelle Befragungen zu bestimmten Themen oder Anlässen. So erhält das Unternehmen laut Aon sehr schnell Rückmeldungen von seinen Mitarbeitern und kann auf kritische Entwicklungen umgehend reagieren und auf Erfolgen weiter aufbauen.

Das wird in den Unternehmen abgefragt
  • Engagement der Mitarbeiter (76 %)
  • Unternehmenskultur (66 %)
  • Veränderungsbereitschaft (47 %)
  • Entwicklung hin zu häufigeren Untersuchungen

    Jedes dritte Unternehmen ist bereits dazu übergangen, mehrere Aspekte des Employee Lifecycle zu messen. Dieser Trend wird sich nach Ansicht der Befragten in den nächsten zwei Jahren noch verstärken. Engagement-Messungen nehmen weiterhin eine zentrale Position ein, aber die Entwicklung geht eindeutig von den jährlichen Befragungen weg hin zu häufigeren Untersuchungen. Für das Jahr 2020 sehen die Befragten neben Engagement die Themen Kultur und Veränderungsbereitschaft als wichtigste Messpunkte.

    „Es reicht einfach nicht mehr, alle ein oder zwei Jahre eine komplexe Befragung durchzuführen, um die Zufriedenheit und das Engagement der Mitarbeiter ausreichend zu erfassen. Das Gewinnen und Halten von Talenten ist in der heutigen Zeit eine Kernaufgabe jedes Unternehmens. Wer hier Fehler macht, gerät schnell ins Hintertreffen”, so Dr. Stefan Mauersberger, Talent Practice Leader Central Europe bei Aon. „Unsere Studie zeigt deutlich, dass die HR-Verantwortlichen das erkannt haben. Die Aufgabe der nächsten Zeit wird es sein, dass Konzept der Employee Lifecycle ganzheitlich im Unternehmen zu verankern.”

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