Linde und Maximator

Kohlendioxid kürzt Zykluszeiten bei GID

Seite: 2/4

Anbieter zum Thema

Warum nutzt man GID?

Die Gas-Innendruck-Technik (GID) hat sich insbesondere bei dickwandigen Bauteilen, komplexen Konturen und glänzenden Oberflächen bewährt. Hierbei wird ein Gas unter hohem Druck in die Kunststoffschmelze injiziert. Es verdrängt die Schmelze aus dem Kern des Bauteils und drückt sie an die Formwandung. So entsteht im Kern des Bauteils ein Hohlraum. Nach dem Erstarren wird das Gas aus dem Bauteil abgelassen. Ein so erzeugtes Kunststoffbauteil hat gegenüber einem massiven Bauteil gleich in mehrfacher Hinsicht Vorteile: Rohstoffverbrauch und Produktgewicht werden deutlich reduziert. Dabei weist das Bauteil eine große Stabilität sowie höhere Maßhaltigkeit auf. Zudem entstehen keine Einfallstellen an Orten mit Materialanhäufungen. Angesichts dieser Vorteile ist Geschäftsführer Klaus Engel überzeugt: „Das GID-Verfahren hat nach wie vor eine Ausnahmestellung, gerade bei hochglänzenden Oberflächen.“

In der Vergangenheit hat Engel in enger Zusammenarbeit mit Linde und Maximator bereits mehrere Verfahren zur Verbesserung der Effizienz des GID-Prozesses getestet und eingeführt. Linde als Gas- und Maximator als Hochdruckspezialisten verbindet eine exklusive Technologiepartnerschaft im Bereich von Kunststoffanwendungen. Daraus ging neben der verbesserten Innenkühlung beim Stickstoffprozess durch kontrolliertes Durchströmen von Stickstoff auch die bewährte Inertisierung der Kavitäten bei der GID hervor. Bei der Entwicklung dieses Verfahrens war Engel ebenfalls maßgeblich beteiligt, wobei insbesondere Produktionsleiter Günter Magnus als wesentliche Schnittstelle zwischen anwendungstechnischem Know-how auf der einen und den praktischen Anforderungen des Betriebsalltags auf der anderen Seite agierte. Mit dem Ergebnis ist der erfahrene Praktiker hochzufrieden: „Diese Lösung eignet sich hervorragend, um die sauerstoffbedingte Verschmutzung insbesondere der Gasinjektoren zu minimieren.“

Die Anwender der Gas-Innendruck-Technik mit Stickstoff müssen in der Regel mit langen Zykluszeiten leben, da der Stickstoff nur unwesentlich zur Kühlung beiträgt und damit das Formteil praktisch nur von außen gekühlt wird. Die seit einigen Jahren angebotene Wasser-Innendruck-Technik konnte sich – trotz kürzerer Zykluszeiten – nur in einigen Nischen durchsetzen. Der Prozess ist komplexer und dadurch störanfälliger und die erforderliche Hardware deutlich teurer. Ein wesentlicher Nachteil sind in der Praxis unvermeidbare Leckagen, die zu Produktionsausfällen, höheren Ausschussquoten und im Extremfall auch zu Werkzeugschäden führen.

(ID:43915812)