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Gas-Innendruck-Technik Linde und Maximator verkürzen Zykluszeiten bei Engel

| Redakteur: Peter Königsreuther

Das von Linde und Maximator entwickelte System Plastinum GIM C zum Einsatz von Kohlendioxid beim Spritzgießen mit Gas-Innendruck-Technik (GID) kommt jetzt erstmals in der Serienproduktion zum Einsatz.

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Das von Linde und Maximator entwickelte System PLASTINUM© GIM C zum Einsatz von Kohlendioxid (CO2) beim Spritzgießen mit Gas-Innendruck-Technik (GID) kommt jetzt erstmals in der Serienproduktion zum Einsatz.
Das von Linde und Maximator entwickelte System PLASTINUM© GIM C zum Einsatz von Kohlendioxid (CO2) beim Spritzgießen mit Gas-Innendruck-Technik (GID) kommt jetzt erstmals in der Serienproduktion zum Einsatz.
(Bild: Linde)

Plastinum GIM C ist das Ergebnis der aktuellen gemeinsamen Entwicklungsarbeit von Linde und dem Hochdruckspezialisten Maximator. Beide Unternehmen verbindet eine exklusive Technologiepartnerschaft im Bereich Kunststoffanwendungen. Kern der neuen, zum Patent angemeldeten Technologie ist ein Kohlendioxid-Verdichter-Regelmodul zur exakten Druckregelung direkt an der Maschine. Zudem zeichne sich das System durch Kohlendioxid-spezifische Injektoren aus.

Flexible Flaschenbündel-Versorgung

Die Anpassungen liegen dabei im Detail, sodass die Umstellung einer bestehenden GID-Spritzgussmaschine von Stickstoff auf Kohlendioxid mit geringen Anpassungen an den Injektoren und ohne Änderungen an der Werkzeuggeometrie möglich war. Die Prozessumstellung inklusive Versuche und Optimierungen konnte so innerhalb von nur vier Wochen bei Engel in Sinsheim realisiert werden.

Die Kohlendioxid-Versorgung erfolgt dabei flexibel aus Flaschenbündeln.Die Engel Formenbau und Spritzguss GmbH mit Sitz im badischen Sinsheim nutzt das neue Verfahren bereits zur Herstellung hochwertiger Kunststoffgriffe, wie es heißt. Die Zykluszeit konnte durch das neuartige Verfahren um 36 % reduziert werden.

Super, wenn es dick kommt...

Die neue GID-Technik bewährt sich vor allem bei dickwandigen Bauteilen, komplexen Konturen und glänzenden Oberflächen. Bei dieser Technik wird ein Gas unter hohem Druck in die Kunststoffschmelze injiziert, um einen definierten Hohlraum im Spritzgussteil oder eines bestimmten Bereichs des Teils zu erzeugen. Dabei wird herkömmlicherweise Stickstoff (N2) eingesetzt. Die Anwender der Gas-Innendruck-Technik mit Stickstoff müssen in der Regel mit langen Zykluszeiten leben, da der Stickstoff nur unwesentlich zur Kühlung beiträgt und damit das Formteil praktisch nur von außen gekühlt wird. Die seit einigen Jahren angebotene Wasser Innendruck-Technik konnte sich – trotz kürzerer Zykluszeiten – nur in einigen Nischen durchsetzen, da der Prozess komplexer und die erforderliche Hardware deutlich teurer ist und bei oft unvermeidbaren Leckagen zu Produktionsausfällen beziehungsweise höheren Ausschussquoten führt.

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