Honen

Linearantrieb im Hubschlitten erhöht Geschwindigkeit beim Honen

Seite: 2/2

Anbieter zum Thema

Wesentlicher Baustein des Gesamtkonzepts ist die Erhöhung der Hubgeschwindigkeit. Die Hubbewegung wird einerseits konventionell über die Honspindel ausgeführt, jedoch – und das ist neu – parallel über einen Hochgeschwindigkeits-Linearantrieb, der die Gegenbewegung von der Werkstückseite her darstellt.

Linearantrieb leistet bis zu 40 Doppelhübe pro Sekunde

Dieser Hochgeschwindigkeits-Linearantrieb ist ein absolutes Novum und wurde mit Unterstützung von Siemens realisiert. Er leistet bis zu 40 Doppelhübe pro Sekunde.

Dabei war es notwendig, die Massen, welche für die Oszillation beschleunigt und gebremst werden, auf ein Minimum zu reduzieren. Der neu entwickelte Linearantrieb erlaubt höchste Dynamik bei hoher Umsteuergenauigkeit.

Honmaschine mit deutlich verändertem Werkzeugkonzept

Auch das Werkzeugkonzept unterscheidet sich von den herkömmlichen Systemen: Es werden Hülsenwerkzeuge eingesetzt, die gravierende Vorteile gegenüber den meist eingesetzten Leistenwerkzeugen bieten:

  • Die zylindrische und die zentrische Aufweitung garantieren Prozesssicherheit in Bezug auf Maßgenauigkeit und Formtoleranz der zu bearbeitenden Bohrung.
  • Die Wegwerfhülse ersetzt beinahe komplett die Instandsetzung und das Tool-Management. Dadurch ist ein sehr geringer Werkzeugbestand notwendig.
  • Die zylindrische Hülse erzeugt auch bei einem unterbrochenen Schnitt eine formgenaue Bohrung.
  • Der Werkzeugkörper ist preisgünstig herstellbar.
  • Es sind verschiedene Materialkombinationen im zu bearbeitenden Werkstück möglich.
  • Die Hülse kann mit einem Drall versehen werden, welcher das Honöl optimal in die Bohrung zieht.
  • Es sind keine Leistenfangbuchsen mehr notwendig. Dadurch reduzieren sich die Vorrichtungskosten und die Störanfälligkeit.
  • Die Hülsenwerkzeuge können auf allen gängigen Honmaschinen eingesetzt werden.

Hochgeschwindigkeits-Honmaschine hat modularen Aufbau

Bei der Entwicklung der Hochgeschwindigkeits-Honmaschine wurde erstmalig auch größter Wert auf den modularen Aufbau der Maschine sowie auf die sequenzielle Beschaffungsmöglichkeit gelegt. So wurde die Standardmaschine so konzipiert, dass sie als Stand-alone-Honmaschine eingesetzt werden kann, entsprechend dem geforderten Kapazitätsanstieg jedoch jederzeit um weitere Maschineneinheiten, die direkt angekoppelt werden, ergänzt werden kann.

Verknüpft werden die Maschineneinheiten durch ein ausgeklügeltes Handlingsystem. Innerhalb jeder einzelnen Maschine können neben dem eigentlichen Honvorgang auch Stationen zur Nachbearbeitung (Bürsten) oder Meßstationen angebracht werden.

Rainer Degen ist Geschäftsführer der Degen Maschinenbau GmbH in 72355 Schömberg

(ID:357955)