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Personal Maschinenbauer wünschen sich mehr Weiterbildung

| Autor / Redakteur: Nelson Taapken und Katharina Luh / Melanie Krauß

Mitarbeiter im Maschinenbau wünschen sich ein größeres Weiterbildungsangebot zu digitalen Themen. Zudem wollen sie Freizeit und Geld in ihre berufliche Entwicklung investieren. Diesen positiven Antrieb sollten Unternehmen dringend nutzen.

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Im Maschinenbau herrscht ein besonders hoher Nachholbedarf beim Thema Weiterbildungen.
Im Maschinenbau herrscht ein besonders hoher Nachholbedarf beim Thema Weiterbildungen.
(Bild: © j-mel - stock.adobe.com)
  • Besonders im Maschinenbau fehlt es Mitarbeitern an Möglichkeiten zur Weiterbildung in Bezug auf den technischen Wandel.
  • Nur ein Viertel der Beschäftigten in der Branche hat eine klare Vorstellung davon, was die Digitalisierung für ihre Karriere bedeutet.
  • Mehr als die Hälfte der Mitarbeiter im Maschinenbau ist bereit, Freizeit und Geld in die eigene Weiterbildung zu investieren.

Geht es darum, sich für die Digitalisierung zu rüsten, sehen die Beschäftigten in der Maschinenbaubranche keinesfalls allein ihr Unternehmen in der Verantwortung: Knapp 60 % von ihnen sind laut einer aktuellen Umfrage der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY bereit, sich auch im Urlaub oder in der Freizeit entsprechendes Know-how anzueignen, und haben dies zum Teil auch bereits getan.

Die Hälfte der Angestellten würde sich auch finanziell an einer Weiterbildung beteiligen oder hat bereits Geld in ihr Fortkommen investiert. Befragt wurden für die Studie „Digital-fit im Job?“ insgesamt 1000 Mitarbeiter und Führungskräfte deutscher Unternehmen aus verschiedenen Wirtschaftsbereichen, ein Viertel von ihnen kommt aus der Maschinenbauindustrie.

Maschinenbau mit Nachholbedarf

Die hohe Weiterbildungsbereitschaft ihrer Belegschaft sollten die Unternehmen nutzen und ihren Mitarbeitern ein gutes Fortbildungsangebot zur Verfügung stellen. Daran mangelt es jedoch in den meisten Firmen. So halten von allen befragten Arbeitnehmern lediglich 12 % das Weiterbildungsangebot ihres Unternehmens zu digitalen Themen für gut.

74 % wünschen sich mehr Weiterbildungsmöglichkeiten. 62 % der Studienteilnehmer speziell aus dem Maschinenbau erklären, dass die Möglichkeit zur Weiterbildung in Bezug auf den technischen Wandel in ihrem Unternehmen nur vereinzelt besteht oder kein nennenswertes Angebot vorhanden ist. Dieser Wert liegt über dem Durchschnitt aller Branchen, der bei rund 55 % liegt. Der über alle Wirtschaftsbereiche hohe Nachholbedarf scheint damit im Maschinenbau besonders drängend.

Keine klare Vorstellung von künftigen Veränderungen

Ein weiterer Weckruf für die Unternehmen: Nur wenige der befragten Mitarbeiter haben eine klare Vorstellung davon, was die Digitalisierung konkret für ihren persönlichen Werdegang bedeutet. So wissen laut der Studie nur knapp 25 % der Beschäftigten in der Maschinenbaubranche sehr genau, wie sich ihr Jobprofil in den kommenden Jahren entwickeln wird. 42 % haben lediglich eine vage Vorstellung und 34 % sogar überhaupt keine Ahnung, wohin ihre berufliche Reise gehen wird. Auch in diesem Punkt bleibt der Maschinenbau hinter vielen anderen Wirtschaftsbereichen wie der IT- und Finanzbranche zurück.

Ohne klare Vorstellung von ihrem künftigen Arbeitsgebiet werden sich die Mitarbeiter jedoch sehr schwer dabei tun, sich auf die kommenden Veränderungen einzustellen und vorzubereiten. Und das obwohl sie auch dazu eine hohe Bereitschaft zeigen. 73 % aller Studienteilnehmer erklären, sie würden ihr Einsatzgebiet und auch die Branche wechseln, wenn sie woanders bessere Chancen für sich sehen würden. 41 % empfinden eine solch einschneidende Veränderung jedoch gleichzeitig als großen Kraftakt, den sie zum Teil nur mit Unterstützung ihres Unternehmens schaffen können. Dies gilt insbesondere für die Fachkräfte.

So fällt bei der Betrachtung der Studienergebnisse immer wieder auf, dass zwischen Fach- und Führungskräften ein deutliches Ungleichgewicht bei den Voraussetzungen und Möglichkeiten zur Fortbildung besteht.

Zum Beispiel gibt über alle Branchen hinweg knapp die Hälfte der Chefs an, sehr genau über ihr künftiges Aufgabengebiet im Bilde zu sein, aber nur ein Fünftel der Fachkräfte. Und während über 50 % der Fachkräfte weniger als eine Stunde pro Woche in ihre eigene Weiterbildung investieren, geben nur 25 % der befragten Führungskräfte dieses unterste Maß an. Auch diese Kluft birgt eine Gefahr für die Unternehmen. Schließlich muss die Digitalisierung nicht nur in den Führungs­etagen umgesetzt werden, sondern auch an der Werkbank und im Vertrieb.

* Nelson Taapken und Dr. Katharina Luh sind Partner bei der Unternehmensberatung EY in 65760 Eschborn, Tel. (0 61 96) 99 61 28 47, nelson.taapken@de.ey.com, www.ey.com/de

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