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Elektrische Antriebe Maxon wächst trotz konjuktureller Abkühlung

Redakteur: Stefanie Michel

Im Geschäftsjahr 2019 konnte die Maxon-Gruppe erneut ein Rekordergebnis erzielen und den Umsatz auf 567,8 Mio. CHF steigern. Für 2020 geht man allerdings aufgrund der Auswirkungen der Covid-19-Pandemie von einem spürbaren Umsatzrückgang aus.

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Die Maxon-Gruppe konnte erneut den Umsatz steigern und erzielte mit 567,8 Mio. CHF einen weiteren Rekord.
Die Maxon-Gruppe konnte erneut den Umsatz steigern und erzielte mit 567,8 Mio. CHF einen weiteren Rekord.
(Bild: Maxon)

Während die Industrie schon vor Corona eine konjunkturellen Abkühlung registrierte, konnte sich die Maxon-Gruppe behaupten: Im Geschäftsjahr 2019 hat sie mit einem Umsatz von 567,8 Mio. CHF einen neuen Umsatzrekord erzielt (+7.9 % im Vergleich zum Vorjahr). Damit hat die Gruppe den Umsatz in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt. Der Cash Flow sank auf 44.9 Mio. CHF (Vorjahr 55.7 Mio.), was auf den gegenüber dem Euro wiedererstarkten Schweizer Franken, Goodwill-Abschreibungen beim 2018 erworbenen englischen Unternehmen Parvalux und die Umstellung der gruppenweiten IT auf die neue Next-Generation-ERP-Lösung zurückzuführen ist. Wie Hauptaktionär Karl-Walter Braun betont, hat das Unternehmen 2019 auch viel investiert, um die Maxon-Gruppe fit für die Zukunft zu machen: „Aufgrund der gesunden finanziellen Lage haben wir alle Investitionen aus eigenen Mitteln tätigen können. Die Organisation der Gruppe passen wir laufend an die neue Größenordnung des Unternehmens an, um auch zukünftiges Wachstum stemmen zu können.“

Alle Antriebskomponenten aus der eigenen Produktion

Gegenüber dem Vorjahr ist die Mitarbeiterzahl um 125 auf 3050 gestiegen (+4,3 % im Vergleich zum Vorjahr).

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In Forschung und Entwicklung investierte Maxon 2019 über 38 Mio. CHF. In diesem Bereich sind 340 Mitarbeitende tätig, um das Unternehmen ständig weiterzuentwickeln. „Wir sind schon lange kein reiner Elektromotoren-Hersteller mehr, sondern entwickeln uns kontinuierlich zum Anbieter kompletter mechatronischer Antriebssysteme, bestehend aus Präzisionselektromotoren, Hochleistungsgetrieben und intelligenter Steuerungselektronik,“ sagt CEO Eugen Elmiger. Dabei komme dem Unternehmen zugute, dass Getriebe, Elektromotoren und Steuerungselektronik selbst entworfen und produziert werden können. Aus diesem Grund habe Maxon flexibel und schnell handeln können, um Motoren für Beatmungsgeräte und Linearantriebe für die Laborautomation zum Auswerten von Corona-Tests entwickeln, herstellen und liefern zu können.

Global tätig und breit aufgestellt

Die umsatzstärksten Branchen sind die Medizintechnik und die Industrieautomation und Robotik. Doch auch Mess- und Prüftechnik, Luft- und Raumfahrt sowie die Automobilindustrie sind große Märkte für Maxon.

Die Entwicklung in den internationalen Standorten:

  • Nach dem rasanten Wachstum von mehr als 15 % im Jahr 2018 ging der Umsatz am Unternehmenssitz Sachseln (Schweiz) erwartungsgemäß leicht zurück. Der Personalbestand stieg auf 1316. Der Aufbau fand zum großen Teil im indirekt produktiven Bereich statt, um dem gestiegenen Organisationaufwand und der Komplexität innerhalb der Gruppe gerecht zu werden.
  • Für Sexau (Deutschland) war das Jahr 2019 das erfolgreichste Jahr seiner Geschichte. Der Umsatz stieg auf 80.9 Mio. Euro bei leicht sinkender Mitarbeiterzahl.
  • In Ungarn konnte der Umsatz um gut einen Viertel auf über 25 Mio. CHF erhöht werden. Mittlerweile arbeiten in Veszprém rund 500 Mitarbeitende.
  • In Südkorea stieg der Umsatz um rund 35 % auf knapp 40 Mio. CHF.
  • In Taunton (USA) sind während des Jahres zwei Motoren-Linien in Betrieb genommen worden. Diverse US-Großkunden, in regulierten Märkten wie der Medizintechnik, haben bereits ihr Einverständnis gegeben, dass ihre Produkte künftig in an diesem Standort her- oder fertiggestellt werden dürfen.
  • Parvalux in Bournemouth (Großbritannien) erzielte im ersten Jahr bei Maxon mit rund 180 Mitarbeitenden einen Umsatz von 25.8 Mio. CHF. Mit den Parvalux-Produkten macht die Maxon Gruppe einen wichtigen Schritt hin zum kompletten Systemanbieter von kleinen und kleinsten Motoren bis hin zu Getriebemotoren bis zu 1.5 kW.
  • In Lyon (Frankreich) entsteht derweil ein neues Fabrikations- und Verwaltungsgebäude.

Wie Elmiger betont, sei die Maxon-Gruppe in den Märkten breit aufgestellt und verfüge über ein solides Fundament, um sich als Weltmarktführer auch in Zukunft gut behaupten zu können. Er gibt auch einen kurzen Ausblick auf das aktuelle Geschäftsjahr: Der Auftragseingang für die zweite Hälfte 2020 – außer für medizintechnische Produkte – sei noch schwach. Deshalb rechnet er zurzeit mit rund 10 % weniger Umsatz gegenüber 2019.

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