Thermoformen Messungen sollen Effizienz von Halogenstrahlern aufzeigen

Autor / Redakteur: Klaus-Peter Welsch / Kirsten Nähle

Die Euromap-Empfehlung 60 strebt eine objektive Vergleichbarkeit des Energieverbrauchs von kunststoffverarbeitenden Maschinen anhand eines Energieeffizienzlabels an. Ein Pilotprojekt, das die Energieeffizienz von Halogenstrahlern als Heizquelle beim Thermoformen zeigen soll, könnte hier wegweisend sein.

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Bild 1: Halogenstrahler müssen wegen ihrer hohen Effizienz bei der Durchwärmung nur dann eingeschaltet werden, wenn Wärme am Werkstück benötigt wird. (Bild: Siemens)
Bild 1: Halogenstrahler müssen wegen ihrer hohen Effizienz bei der Durchwärmung nur dann eingeschaltet werden, wenn Wärme am Werkstück benötigt wird. (Bild: Siemens)

Durchschnittlich ein Viertel bis ein Drittel eines Taktes des Thermoformens wird ausschließlich für das Aufheizen benötigt, was zeigt, dass in der Branche durchaus Einsparpotenzial vorhanden ist. Aufgeheizt wurde früher mit Rohrheizkörpern oder Keramikstrahlern.

Halogenstrahler steigern Energieeffizienz beim Thermoformen

Moderner sind die heute vielfach eingesetzten Quarzstrahler. Die Geiss AG in Seßlach bei Coburg, Hersteller von Thermoformmaschinen, setzt hingegen auf Halogenstrahler, die in der Anschaffung zwar etwas kostenintensiver sind, aber eine wesentlich bessere Energieeffizienz aufweisen sollen.

Ein Trick dabei ist, dass die Halogenstrahler nur dann Energie benötigen, wenn sie auch wirklich gebraucht werden, denn sie strahlen sehr kurzwellig und damit weit ins Material hinein.

Wie hoch die Energieeinsparung in der Praxis ist, will Geiss nun im Rahmen eines Pilotprojekts bei einem seiner Endkunden aus Seßlach nachweisen. Hierzu sollen 13 Thermoformmaschinen mit den Sentron-Messgeräten „PAC3200“ und „PAC4200“ von Siemens ausgerüstet werden.

Messung von sechs Energieströmen mit einem Gerät möglich

Der direkte Vergleich älterer und neuerer Maschinen sowie die Gegenüberstellung unterschiedlicher Maschinenvarianten soll ein breites Spektrum an Istverbrauchswerten liefern. Gemessen werden dabei die Energieströme von Wasser, Luft und Strom.

Das funktioniert vergleichsweise einfach: Während das PAC3200 neben einem digitalen Ausgang einen zusätzlichen digitalen Eingang besitzt, der zum Beispiel mit einem Zählimpuls belegt werden kann, besitzt das PAC4200 bereits zwei digitale Eingänge zur direkten Ermittlung der Werte für Wasser und Luft.

Energieverbrauch der Zusatzaggregate an Thermoformmaschinen erfassen

Um noch mehr Energieströme mit in die Messung einfließen lassen zu können, ist es möglich, die größeren PAC4200 mit einem Erweiterungsmodul zu bestücken, das vier digitale Eingänge und zwei digitale Ausgänge besitzt. Auf diese Weise können bis zu sechs Energieströme mit einem Gerät beobachtet werden. Diese Option ist für Anlagenbauer deshalb interessant, weil Thermoformmaschinen häufig auch externe Zusatzaggregate besitzen, deren Energieverbrauch auf diese Weise separat erfasst werden kann.

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