Maschinenbetten und -komponenten Mit dem eigenen Schleifzentrum verkürzt Epucret die Lieferzeiten

Redakteur: Josef-Martin Kraus

Wie genau eine Maschine arbeitet, hängt entscheidend von ihrem Maschinenbett ab. Darauf verwies Dr. Utz-Volker Jackisch, Geschäftsführer der Epucret Mineralgusstechnik GmbH & Co. KG, Wangen bei Göppingen, als er im Rahmen der Eröffnungsfeier des Epucret-Schleifzentrums im bayrischen Bessenbach an der A3 den rund 80 Gästen den dortigen Maschinenpark präsentierte.

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Epucret-Schleifzentrum mit klimatisierter Fertigungshalle. Für die Hallenklimatisierung sorgt Geothermie. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach liefert 90000 kWh elektrische Energie im Jahr, die ins elektrische Netz eingespeist wird. Bild: Epucret
Epucret-Schleifzentrum mit klimatisierter Fertigungshalle. Für die Hallenklimatisierung sorgt Geothermie. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach liefert 90000 kWh elektrische Energie im Jahr, die ins elektrische Netz eingespeist wird. Bild: Epucret
( Archiv: Vogel Business Media )

Ab sofort schleift Epucret dort Maschinenbetten und –komponenten bis auf den Mikrometer genau. Angewendet wird das tangentiale Flachschleifen. Es ermöglicht, Werkstücke bis zu 7 m Länge und 25 t Gewicht zu bearbeiten. Vorraussetzung für die hohe Fertigungsgenauigkeit ist eine voll klimatisierte Fertigungshalle (20 °C ±1 K), in der zwei Präzisionsschleifmaschinen stehen: mit ±90° schwenkbarem Schleifkopf sowie Einrichtungen zum Winkel-, Konvex- und Konkavschleifen.

Maschinenbetten und Komponenten werden in klimatisierter Umgebung vermessen

Zur Ausstattung gehört zudem ein Bohr- und Fräskopf. So können kleine Bohrungen und Gewinde direkt auf der Maschine eingebracht werden. Die Bearbeitung unterschiedlicher Gestellwerkstoffe ist möglich, wie Mineralguss, Hartgestein, Keramik, Stahl und Gusseisen. Dafür stehen eine große Auswahl an Schleifscheiben parat. Zur Kontrolle der Fertigungsgenauigkeit werden die Betten und Komponenten außerhalb der Maschinen in klimatisierter Umgebung mit Autokollimatoren und elektronischen Neigungswaagen vermessen.

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Das Schleifzentrum ist die Antwort von Epucret auf die Kapazitätsengpässe während des vergangenen Wirtschaftsbooms. Gerade bei Großteilen war das der Fall. Lohnschleifer, die am Markt üblicherweise diese Kapazitäten abdeckten, hatten übervolle Auftragsbücher. Nicht nur Epucret musste warten. Vor zwei Jahren kam der Entschluss, ein eigenes Schleifzentrum zu gründen. Zu dieser Zeit verarbeitete Epucret 11000 t Mineralguss im Jahr. Dabei fielen rund 60000 Schleifarbeitsstunden an.

Beim Neubau hat Rampf auf Nachhaltigkeit gesetzt

In den in den 2400 m² großen Neubau hat die Rampf-Gruppe etwa 6 Mio. Euro investiert. Bei einer Werksführung konnten sich die Gäste nicht nur von der Funktionalität des Baus überzeugen, sondern auch von seiner Nachhaltigkeit. So befindet sich auf dem Dach eine Photovoltaikanlage mit einer Fläche von 2160 m². Sie liefert etwa 90000 kWh elektrische Energie, die ins öffentliche Netz eingespeist wird. Zusätzlich wird die Geothermie für die Klimatisierung der Fertigungshalle genutzt. Die Planung und Bauleitung des Werks hatte die Goldbeck Süd GmbH inne.

Gleich nach Fertigstellung wurden die ersten Maschinenbetten geschliffen. „Der Mineralguss-Spezialist kann nun alle wichtigen Schritte selbst anbieten“, erläuterte Rudolf Rampf, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Rampf-Gruppe mit Sitz in Grafenberg, im Rahmen der Feier. Auftraggeber dieser Teile war der Maschinenhersteller Deckel Maho Seebach. Er benötigt Mineralgussbetten für Fahrständerfräsmaschinen.

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