Beckhoff

Mit PC-basierter Automation auf Wachstumskurs

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Sie wollen also zukünftig eine Verschlüsselungstechnologie einfügen?

Beckhoff: Ja, dieses Beispiel zeigt, dass man zunächst mal auf der PC-Seite den Stand der Technik – auch der Abwehrtechnik – nutzen muss. Das tun wir auch bei unseren PC-Steuerungen, die alle mit Virenscannern ausgerüstet sind.Wir machen unsere PC-basierte Steuerungstechnik so kompatibel wie nur eben möglich zum PC, sodass diese alle PC-Eigenschaften behält.

Daher lassen sich auch alle „normalen“ Maßnahmen der IT-Industrie gegen Virenbefall in unserer Steuerungstechnik wirkungsvoll einsetzen. Weil aber Automatisierungstechnik sehr sensibel für die Sicherheit von vielen Anlagen verantwortlich ist, müssen wir auf diese neue Situation mit weiteren, zusätzlichen Security-Mechanismen reagieren.

Was versprechen Sie sich von der diesjährigen SPS/IPC/Drives?

Beckhoff: Die SPS/IPC/Drives ist eine tolle Messe, der Endpunkt des Jahres für die Automatisierungstechniker, auf der sozusagen eine technische Olympiade zwischen den verschiedenen Anbietern stattfindet. Sie ist aber vor allem ein Treffpunkt mit unseren Kunden, die uns mit spannenden Aufgabenstellungen konfrontieren.

In diesem Jahr dürfte das gegenseitige Kräftemessen unter den Anbietern jedoch im Zeichen der überwundenen Krise stehen. Aufgrund der boomartigen Entwicklung und der daraus resultierenden Schwierigkeiten im Zulieferbereich kämpft unsere Branche damit, die eingehenden Aufträge zu erfüllen. Ich denke, dass die aktuelle Liefersituation ein wesentliches Thema auf der Messe sein wird. Es ist so, dass der Bedarf an elektronischen Bauteilen zurzeit größer ist als das, was die Fertigungskapazitäten weltweit hergeben.

Welche Produkte wollen Sie auf der SPS/IPC/Drives besonders herausstellen?

Beckhoff: Bei unserer Messepräsentation steht Twincat 3 im Vordergrund. Beckhoff hat im Laufe der letzten 20 Jahre einige grundlegende Entwicklungen angestoßen im Bereich der Automatisierung. Dazu zählt als erstes das Prinzip der PC-basierten Steuerungstechnik selbst: Schon 1986 haben wir unsere erste PC-basierte Maschinensteuerung ausgeliefert.

Aber auch die Entwicklung des schnellen Kommunikationssystems Lightbus, der Busklemmen, der Automatisierungssoftware Twincat sowie des Echtzeit-Ethernet-Systems Ethercat, um nur einige zu nennen, zählen zu den Meilensteinen in der PC-basierten Automatisierungstechnik.

Vor drei Jahren haben wir die XFC-(Extreme-Fast-Control-)Technologie eingeführt, eine Steuerungstechnik mit einer Zykluszeit von 100 µs. Damit können wir die Standardsteuerungstechnik in puncto Geschwindigkeit um eine Größenordnung schlagen. Neben unseren Kunden begrüßen auch viele wissenschaftliche Forschungsinstitute, die sich mit Steuerungstechnik im Maschinenbau befassen, diese Entwicklung, weil man mit XFC ingenieurwissenschaftliche Erkenntnisse, zum Beispiel in Form von präziser und schneller Messtechnik, in die Maschinensteuerung integrieren kann.

Mit Twincat 3 glauben wir, die ideale Plattform geschaffen zu haben, um Automatisierung und Informationstechnologie noch enger miteinander zu verzahnen. Wir integrieren jetzt faktisch die Automatisierungsumgebung in die IT-Development-Plattform Visual Studio von Microsoft. Damit können wir weiteren Nutzen, den wir aus der IT-Welt bekommen, in die Automatisierung hineintragen. Wir sprechen dabei von der Konvergenz der Technologien, das heißt Automatisierungstechnik und Informationstechnik wachsen aus unserer Sicht immer mehr zusammen.

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