Beckhoff

Mit PC-basierter Automation auf Wachstumskurs

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Rechnen Sie auch für das nächste Jahr mit 20% Wachstum?

Beckhoff: Ja. Ich gehe davon aus, dass die Automatisierungstechnik insgesamt eine sehr gute Zukunft hat. Mein Optimismus, was die weitere Entwicklung unserer Wirtschaft angeht, beruht auf ein paar Grundüberlegungen: Von den knapp sieben Milliarden Menschen, die auf unserem Planeten leben, leidet – dies ist eine bittere Tatsache – ein Siebtel Hunger, ein weiteres Siebtel lebt mehr oder minder auf europäischem Niveau.

Fünf Milliarden Menschen, die in der Mitte zwischen diesen Extremen leben, streben danach, das europäische Niveau zu erreichen, wovon eine Milliarde dies auch in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren schaffen will. Das heißt de facto, dass sich die Anzahl der Konsumenten industriell hergestellter Produkte innerhalb dieses Zeitraumes verdoppeln wird.

Alles das, was die Menschheit geschaffen hat, muss sie in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren noch einmal schaffen. Und das wird nur realisierbar sein durch den weltweiten Ausbau der Produktionskapazitäten auf der Basis von effizienten, ressourcen- und energieschonenden Verfahren.

Die Voraussetzung hierfür ist intelligente Automatisierungstechnik. Daher sehe ich für den Maschinenbauer und für die Automatisierungsbranche auf lange Zeit gesicherte Märkte.

Haben Sie keine Angst vor dem chinesischen Markt, dass dort ihre Produkte kopiert werden?

Beckhoff: Wettbewerb entsteht immer: In China gibt es mit Sicherheit einen ganz talentierten Wettbewerb, der am Anfang kopiert und später – mit eigenständigen Leistungen – dazu beitragen wird. Wir haben beispielweise viele Ethercat-Lizenzen nach China gegeben und das wird natürlich irgendwann in Form von neuer Technologie auf dem Markt in Erscheinung treten.

Beispielsweise setzen die ersten chinesischen Steuerungs- und Maschinenbauer auf Ethercat. Sie kaufen gar keine Beckhoff-Produkte, sondern benutzen nur die von uns entwickelte Technologie.

Aber wir haben uns ja ganz bewusst für die Freigabe von Ethercat entschieden. In der Ethercat Technology Group sind inzwischen weltweit 1400 Mitglieder organisiert.

Natürlich werden wir uns dem Wettbewerb stellen müssen, aber Deutschland hat eine langjährige Tradition in Bezug auf Ingenieurs- und Erfindergeist, und bislang müssen wir uns da nicht verstecken. Ich denke, das wird auch in Zukunft ausreichen, um unseren Beitrag in der Welt zu leisten und unseren Wohlstand zu halten. Da bin ich ganz optimistisch.

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