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Winkelschleifer Mit reduzierten Vibrationen bei Winkelschleifern die Produktivität steigern

Autor / Redakteur: Matthias Lutz / Mag. Victoria Sonnenberg

Beim Arbeiten mit Winkelschleifern und vielen anderen Elektrowerkzeugen gefährden Vibrationen die Gesundheit des Anwenders. Wer bei der Auswahl von Maschinen auf eine entsprechende Ausstattung achtet, kann die Vibrationen wirksam reduzieren.

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Metabo bietet heute die größte Bandbreite vibrationsarmer Winkelschleifer auf dem Markt.
Metabo bietet heute die größte Bandbreite vibrationsarmer Winkelschleifer auf dem Markt.
(Bild: Metabo)

Immer mehr Handwerker und Industriebetriebe sind sich der gesundheitsschädlichen Wirkung von Hand-Arm-Vibrationen (HAV) bewusst.

Bei der Arbeit mit schlagenden oder rotierenden Elektrowerkzeugen entstehen Schwingungen, die über die Hände in die Arme und Schultern des Anwenders geleitet werden. Sie können auf Dauer Knochen und Gelenke schädigen und zu neurologischen Erkrankungen führen. Bei Maschinen mit hohen Drehzahlen kann zudem die Durchblutung der Hände gestört werden, eine mögliche Folge ist die sogenannte Weißfingerkrankheit.

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Seit 2005 gilt deshalb in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union die Richtlinie 2002/44/EG, in Deutschland wurde sie 2007 mit der „Verordnung zum Schutz der Beschäftigten vor Gefährdungen durch Lärm und Vibrationen“ (kurz Lärm/VibrationsArbSchV) in staatliches Recht überführt.

Die Verordnung definiert die maximale Vibrationsbelastung, der ein Arbeitnehmer täglich ausgesetzt sein darf, anhand zweier Kennwerte: Auslösewert und Expositionsgrenzwert. Übersteigt die tägliche Schwingungsbelastung eines Anwenders 2,5 m/s² (Auslösewert), muss der Arbeitgeber ein Präventionsprogramm starten. Zur sogenannten Risikoanalyse gehört es, die Belastung am Arbeitsplatz zu messen und zu bewerten, vibrationsarme Maschinen und Zubehör, wie zum Beispiel vibrationsmindernde Griffsysteme, bereitzustellen, Dauer und Intensität der Vibrationen zu begrenzen, Ruhezeiten einzurichten, Trainings zum richtigen Umgang mit Vibrationen anzubieten und dem Mitarbeiter eine Vorsorgeuntersuchung nach dem berufsgenossenschaftlichen Grundsatz G46 anzubieten.

Bei einer Schwingungsbelastung ab 5 m/s² am Tag ist Vorsorge Pflicht

Ist die Tagesschwingungsbelastung höher als 5 m/s² (Expositionsgrenzwert), ist zusätzlich zum Präventionsprogramm eine regelmäßige G46-Vorsorgeuntersuchung Pflicht und der Arbeitgeber muss deren Durchführung gewährleisten. Außerdem muss die effektive tägliche Arbeitszeit mit der entsprechenden Maschine reduziert werden. Zum Beispiel dürfen Anwender mit einem Winkelschleifer, der mit 10 m/s² vibriert, höchstens zwei Stunden täglich arbeiten. Erkrankt ein Mitarbeiter infolge von zu hohen Vibrationsbelastungen an einer laut Berufskrankheiten-Verordnung (BKV) anerkannten Berufskrankheit, können die Berufsgenossenschaften gegenüber dem Arbeitgeber Regressansprüche geltend machen, wenn dieser grob fahrlässig gehandelt hat. Um die Gesundheit der Mitarbeiter zu schützen und dabei auch rechtlich auf der sicheren Seite zu sein, sollten Arbeitgeber in Metallhandwerk und -industrie deshalb die vorgeschriebenen Maßnahmen genau kennen und umsetzen. Unterstützung und Beratung bieten hier der Verband für Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz bei der Arbeit (VDSI) und die Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM), welche auf Anfrage auch Vibrationsmessungen vor Ort durchführt.

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