Mehr Bearbeitungsmöglichkeiten und flexibel auf neue Anforderungen reagieren: Citizen Machinery Europe zeigt auf der AMB, wie das Zusammenspiel aus leistungsstarker Drehtechnik, eigenen Technologien und Automation neue Freiräume in der Fertigung schafft.
Die Miyano BNE-65 ATC ist die erste Kurzdrehmaschine, die mit dem innovativen Werkzeugwechselsystem ausgerüstet ist. Bis zu 24 Werkzeuge können in der ATC-Einheit bevorratet und bei Bedarf automatisch eingewechselt werden.
(Bild: Citizen Machinery Europe GmbH)
Steigende Qualitätsanforderungen, zunehmende Variantenvielfalt, Fachkräftemangel und der wachsende Druck, Ressourcen effizient einzusetzen, verändern die industrielle Bauteilfertigung. Gefragt sind Maschinenkonzepte, die sowohl schnell und präzise zerspanen als auch komplexe Bearbeitungen prozesssicher möglichst vollständig in einer Aufspannung erledigen. „Oft suchen unsere Kunden heute keine einzelne Maschine mehr, sondern wollen durchgängige Lösungen, mit denen sie unterschiedlichste Bauteile wirtschaftlich produzieren können. Auf der AMB zeigen wir, wie sich moderne Drehtechnologie, intelligente Funktionen und Automation zu einem durchgängigen Gesamtkonzept verbinden lassen“, so Markus Reißig, Geschäftsführer der Citizen Machinery Europe GmbH.
Mehr Werkzeuge und weniger Kompromisse bei der Zerspanung
Ein Beispiel, das Citizen auf der AMB präsentiert, ist die Miyano BNE-65 ATC. Der Kurzdrehautomat verbindet die für Miyano typische Stabilität und Produktivität mit einer neuen Bearbeitungsfreiheit. Erstmals hält der automatische Werkzeugwechsler ATC (Automatic Tool Changer), der bislang nur bei den Cincom Langdrehautomaten eingesetzt wurde, Einzug in die Miyano Welt. In Kombination mit zwei Y-Achsen und einer B-Achse erweitert er die Möglichkeiten für die Komplettbearbeitung deutlich. Bis zu 24 Werkzeuge wie Bohrer oder Fräser können in der ATC-Einheit bevorratet und bei Bedarf automatisch eingewechselt werden. Die höhere Werkzeugverfügbarkeit schafft zusätzliche Freiheit bei der Bearbeitungsstrategie, reduziert manuelle Eingriffe und Umrüstvorgänge und bringt den klassischen Kurzdrehautomaten damit ein gutes Stück näher an die Flexibilität eines Dreh-/Fräszentrums.
Markus Reißig: „Gerade bei komplexen Bauteilen mit vielen Bohr-, Fräs- und Querbearbeitungen spielt ATC seine Vorteile aus. Statt die Bearbeitungsstrategie an eine begrenzte Zahl verfügbarer Werkzeugplätze anzupassen, können wir das Bearbeitungsspektrum deutlich erweitern. Das schafft die Voraussetzungen, um mehr Bearbeitungsschritte auf einer Maschine zusammenzuführen.“
Zusätzliche Flexibilität schafft die B-Achse. Sie ermöglicht schräge Bohr- und Fräsoperationen, ohne dafür starre Winkelhalter einsetzen zu müssen. Damit sinkt der Bedarf an speziellen Werkzeuglösungen und zugleich wächst die Möglichkeit, anspruchsvolle Werkstücke vollständig auf einer Maschine herzustellen – mit möglichst wenigen Umspannvorgängen und ohne nachgelagerte Zusatzoperationen.
Kontrollierter Spanbruch als Schlüssel zur Prozesssicherheit
Je stärker Prozesse automatisiert werden und je länger Maschinen ohne Bedienereingriff produzieren sollen, desto wichtiger wird die Prozesssicherheit. Eine entscheidende Rolle spielen dabei die Späne bzw. ein reibungsloser Spanfluss. Insbesondere Titan, nichtrostende Stähle, Kupfer oder Aluminium können lange und schwer kontrollierbare Späne erzeugen. Wickeln sich diese um das Werkzeug oder Werkstück, sind Oberflächenschäden und ungeplante Maschinenstopps oft nicht vermeidbar. Darunter leiden Produktivität und Qualität.
Citizen begegnet dieser Herausforderung mit der LFV-Technologie – Low Frequency Vibration Cutting. Das Prinzip beruht auf einer gezielten oszillierenden Bewegung, wodurch der Span kontrolliert in kurze Stücke gebrochen wird. Statt langer Wirrspäne entstehen deutlich besser beherrschbare Späne, die zuverlässig aus dem Bearbeitungsraum abgeführt werden können.
„Wir bieten drei wählbare LFV-Modi für unterschiedliche Bearbeitungssituationen. Die Technologie lässt sich dadurch an verschiedene Werkstoffe, Geometrien und Bearbeitungsaufgaben anpassen. Der kontrollierte Spanbruch reduziert das Risiko spanbedingter Störungen. Gerade bei automatisierten Fertigungsprozessen ist das von großer Bedeutung: Wenn eine Maschine über längere Zeiträume ohne permanente Bedienerüberwachung laufen soll, dürfen Späne nicht zum unkalkulierbaren Störfaktor werden“, ergänzt Markus Reißig.
Wie Citizen stabile Prozesse, Produktivität und Ressourceneffizienz miteinander verbindet, demonstriert das Unternehmen auf der AMB unter anderem mit der Cincom L32-2M10. Der Langdrehautomat kombiniert LFV mit einer neuen Technologie – Friction Join – und ist außerdem ausgestattet mit Eco Balance. Während LFV für kontrollierten Spanbruch und stabile Zerspanungsprozesse sorgt, erweitert Friction Join die Möglichkeiten der Prozessintegration. Eco Balance ergänzt das Konzept um einen energie- und ressourceneffizienten Maschinenbetrieb. Damit vereint die L32-2M10 hohe Produktivität mit einem nachhaltigen Fertigungskonzept.
Bearbeiten und Fügen in einer Maschine
Ein besonderes Highlight der L32-2M10 ist die integrierte Friction Join Technologie. Sie ermöglicht es, Reststücke mit neuem Stangenmaterial miteinander zu verbinden. Statt Reststücke nach der Zerspanung aus der Maschine zu entnehmen und anschließend zu entsorgen, werden diese wieder in den Drehkreislauf eingebunden und weiterverwertet. Gerade bei hochwertigen Werkstoffen kann dies zu einem ressourcenschonenderen Materialeinsatz beitragen.
Oft suchen unsere Kunden heute keine einzelne Maschine mehr, sondern wollen durchgängige Lösungen.
Markus Reißig, Geschäftsführer der Citizen Machinery Europe GmbH
Eco Balance: Effizienz über den gesamten Prozess
Auch der Energieverbrauch spielt angesichts steigender Strompreise eine zunehmend wichtige Rolle. Deswegen ist die Cincom L32-2M10 mit Eco Balance ausgestattet. So ergänzt Citizen die Prozesssicherheit durch LFV und die Materialeffizienz der Friction Join Technologie um einen weiteren Nachhaltigkeitsaspekt. Eine intelligente Leerlaufabschaltung deaktiviert nicht benötigte Verbraucher wie Lüfter, Beleuchtung oder Servos, sobald die Maschine stillsteht. Zudem reduziert eine bedarfsgeregelte Luftsteuerung den Druckluftverbrauch bei Spindelspülung und Blasluft. Optimierte Bearbeitungsabläufe und kürzere Zykluszeiten tragen zusätzlich dazu bei, den Energiebedarf zu senken.
„Auf der AMB zeigen wir mit der L32-2M10, wie sich hohe Produktivität und Nachhaltigkeit in einem Maschinenkonzept verbinden lassen. Unsere Technologien greifen dabei optimal ineinander: Wir sorgen für stabile Prozesse, integrieren zusätzliche Bearbeitungsschritte, nutzen wertvolles Material effizienter und reduzieren den Energie- und Materialverbrauch. Genau dieses Zusammenspiel ist für uns entscheidend, wenn wir über die Drehbearbeitung von morgen sprechen“, so Markus Reißig.
Automation komplettiert die Prozesskette
Fachkräftemangel und Kostendruck verstärken den Bedarf an Fertigungskonzepten, die über längere Zeiträume mit möglichst wenigen manuellen Eingriffen arbeiten. Citizen hat deshalb ein eigenes Geschäftsfeld Automation aufgebaut. Mit den Robotersystemen RXM, RXA und RXE stehen skalierbare Lösungen zur Verfügung – von mobilen Systemen bis zur individuell konfigurierbaren Roboterzelle.
Je nach Aufgabenstellung können weitere Prozessschritte wie Messen, Laserbeschriften, Reinigen oder Palettieren integriert werden. Damit endet die Automatisierung nicht zwangsläufig beim Be- und Entladen einer Drehmaschine. Vielmehr können unterschiedliche Arbeitsschritte in einen durchgängigen Fertigungsablauf eingebunden werden.
Auf der AMB zeigt Citizen unter anderem die kompakte Cincom L32-2M10 in Kombination mit der mobilen Automationslösung RXM. Die Miyano ANX-42 SYY wiederum wird mit der modularen Automationslösung RXE kombiniert. Das Werkstückhandling erfolgt dabei automatisiert und manuelle Eingriffe werden auf ein Minimum reduziert.
Freiräume für die Fertigung schaffen
So unterschiedlich die Technologien und Maschinenkonzepte sind, die Citizen auf der AMB präsentiert, verfolgen sie ein gemeinsames Ziel: Bauteilherstellern mehr Freiräume in der Fertigung zu eröffnen. Dabei geht es um mehr als Zerspanleistung und Präzision: Wie flexibel lassen sich unterschiedliche Bearbeitungen in einer Maschine zusammenführen? Wie sicher laufen die Prozesse auch über längere Zeiträume? Und wie effizient werden Personal, Material und Energie eingesetzt?
Citizen begegnet diesen Anforderungen auf mehreren Ebenen. ATC und zusätzliche Bearbeitungsachsen erweitern die Möglichkeiten der Komplettbearbeitung, während LFV mit kontrolliertem Spanbruch für Prozesssicherheit sorgt. Integrierte Verfahren wie das Reibschweißen verkürzen Prozessketten und ermöglichen eine bessere Materialausnutzung. Mit Eco Balance rücken zudem Energie- und Medienverbrauch stärker in den Fokus. Modulare Automationslösungen ergänzen die Maschinenkonzepte und schaffen die Voraussetzungen für eine produktive, personalarme Fertigung.
Markus Reißig: „Auf der AMB wollen wir zeigen, dass die Drehbearbeitung von morgen nicht von einer einzelnen Technologie bestimmt wird. Entscheidend ist, die richtigen Lösungen intelligent miteinander zu verbinden. Wenn wir die Bearbeitungsfreiheit erhöhen, Abläufe sicherer machen, zusätzliche Arbeitsschritte in die Maschine integrieren und gleichzeitig Ressourcen effizienter einsetzen, entsteht für unsere Kunden ein echter Mehrwert. Genau dafür stehen angepasste Fertigungskonzepte mit unseren Cincom Lang- und Miyano Kurzdrehautomaten.“
Citizen Machinery Europe auf der AMB 2026: Halle 4, Stand 4C11
(ID:50939224)
Stand: 08.12.2025
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