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Corona-Kampf Mitstreiter im Produktionskampf gegen das Virus gesucht

| Autor: Simone Käfer

Der 3D-Druck zeigt derzeit, wie er helfen kann. Hier finden Sie die Projekte, bei denen Sie sich beteiligen können. Sowie Links zu den benötigten Normen.

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In der 3D-Druck-Branche gibt es immer mehr Projekte, bei denn man sich am Kampf gegen Corona beteiligen kann.
In der 3D-Druck-Branche gibt es immer mehr Projekte, bei denn man sich am Kampf gegen Corona beteiligen kann.
(Bild: ©nehopelon - stock.adobe.com)

Atemmasken, Schutzkleidung, Türgriffe – derzeit stellt die Industrie auf den Kampf gegen Corona um. Aber was können Sie und Ihr Unternehmen tun? Bevor Sie wild drauflos produzieren, beachten Sie die Anforderungen sowie Qualitäts- und Sicherheitsstandards. „Eine große Herausforderung ist das schnelle Verständnis der besonderen Anforderungen der Medizintechnik”, so Dr. Martin Leonhard, Vorsitzender der Medizintechnik beim deutschen Medizinverband Spectaris. „Diese Kenntnisse können klassische Medizintechnik-Unternehmen grundsätzlich gut vermitteln. Daher empfehlen wir dringend, die Hilfsangebote eng mit der breit aufgestellten deutschen Medizintechnik-Industrie abzustimmen.“

AM Network geöffnet

Siemens hat sein „AM Network” für Krankenhäuser und medizinische Einrichtungen geöffnet. Sie finden dort Unterstützung, zum Designen und Drucken benötigter medizinischer Teile. Auch Auftragsfertiger der Additiven Fertigung können dem Netzwerk beitreten.

Unterstützung für die Unterstützer

3D Hubs hat den „Covid-19-Manufacturing Fund” ins Leben gerufen. Er soll den Unternehmen, die medizinische Institutionen mit den dringend benötigten Produkten versorgen, sowohl finanzielle Mittel als auch Produktionskapazitäten bereitstellen. Bereits einen Tag nach Start wurden über 16.000 Euro eingesammelt, berichtet 3D Hubs. Außerdem sind sie Partnerschaften mit Initiativen wie Project Open Air und Make4Covid eingegangen.

Aufruf der EU-Kommission

Mehr als 250 Unternehmen haben bereits ihre Unterstützung zugesagt, wie Mobility goes Additive (MGA) berichtet. Sie kommen aus allen Branchen von Automobil bis Sportbekleidung und bringen Materialien und Kapazitäten im Kampf gegen den Corona-Virus ein. Aufgerufen hatte die Europäische Kommission, denn Masken und Ventile für Atemmasken sind knapp. Hilfswillige können sich beim VDI oder bei MGA melden. Beide leiten die Angebote an die EU-Kommission weiter. Bei MGA finden Sie auch ein PDF mit weiteren Informationen zu den Spezifikationen der Ventile und Masken. Derzeit prüft die EU-Kommission die bereits eingegangenen Angebote.

Dienstleister-Karte für Krankenhäuser

Direkt über die Homepage Ultimaker.com finden sowohl Krankenhäuser einen Dienstleister in ihrer Nähe als auch Dienstleister eine Anlaufstelle, wo sie ihre Unterstützung anbieten können. Krankenhäuser, die bereits 3D-Druck-Designs haben und die Materialspezifikationen kennen, können direkt mit Auftragsfertigern Kontakt aufnehmen. Ihnen hilft eine fortwährend aktualisierte Karte, 3D-Druck-Zentren in der Umgebung zu finden. Braucht ein Krankenhaus Hilfe bei der Entwicklung von Teilen und Hilfsmitteln, die ausgehen oder knapp werden, wird es von Ingenieuren und Anwendungstechnikern von Ultimaker bei der Entwicklung und Konstruktion dieser Teile unterstützt. Anschließend wird das Teil im nächstgelegenen 3D-Druck-Zentrum gedruckt und schnellst möglich dem Krankenhaus geliefert. Nach Prüfung und Genehmigung durch das Krankenhaus können weitere dieser Teil gefertigt werden.

Abstand halten und wieder Einsteigen

Social-Distancing ist das Schlagwort mit dem die Crowd Innovation Platform der Fachmagazine Konstruktionspraxis, Mission Additive und MM MaschinenMarkt zur Ideeneinreichung aufruft. Aber wir stellen auch die Frage: Was passiert, wenn alle wieder die Produktion aufnehmen? Welche Teile werden dann dringend benötigt und wie kann Additive Fertigung dabei helfen die Produktionspause zu überbrücken? Stellen Sie Ihre Ideen vor.

Gesichtsschutz für Mediziner

Stratasys druckt derzeit Gesichtsschutzschilde. Bis zum 27. März 2020 sollen in den USA 5000 Gesichtsschutzschilde ohne Kosten für die Empfänger hergestellt werden. Der Gesichtsschutz besteht aus einem 3D-gedruckten Rahmen und einem durchsichtiger Kunststoffschild, welches das gesamte Gesicht abdeckt. Zurzeit wird noch geprüft, wie die Idee auf Europa übertragbar ist. Jeder Auftragsfertiger und Dienstleister, der mit Additiver Fertigung arbeitet und beim Drucken von Kunststoffrahmen helfen will, kann sich über das Online-Formular bei Stratasys melden. Weiter Hilfsgüter an denen Sie sich beteiligen können, finden Sie auf: stratasys.com/covid-19.

Das Vermittlungs-Netzwerk

Wer an Covid-19-bezogenen Projekten arbeiten und Zugang zu gedruckten 3D-Teilen benötigen, der kann sich bei Formlabs melden. Ebenso jeder, der einen 3D-Drucker hat und diesen sowie seine Zeit für die Projekte gegen Corona einzusetzen. Über ein Formular kann man sich für das Netzwerk registrieren.

Von Türöffner bis Gesichtsschutz

HP stellt bereits validierte Design-Dateien zum Download bereit. Dazu gehören derzeit: Gesichtsschutz, Türöffner und Tragehilfe für Gesichtsmasken. Wer weitere Ideen hat, kann sich auf derselben Webseite mit neue Anwendungen und Ideen einbringen.

Hier gibt's die Normen

Das österreichische Normungsinstitut Austrian Standards stellt die EN-Normen für die Produktion persönlicher Schutzausrüstung jetzt kostenlos bereit. DIN, das deutsche Normungsinstitut, stellt unter anderen die Standards für Atemschutzgeräte, Augenschutz und Gesichtsschutz kostenlos bereit.

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Über den Autor

 Simone Käfer

Simone Käfer

Redakteurin für Additive Fertigung und Werkstoffe, MM MaschinenMarkt