Schneller bestücken Modifizierte Schwenkeinrichtung steigert Output

Autor / Redakteur: Christian Mannigel / Dipl.-Ing. (FH) Reinhold Schäfer

Eine 3-Achs-Maschine mit Werkstückwechseltisch wurde um eine zusätzlich modifizierte Zweiachs-Schwenkeinrichtung ergänzt. Damit ist es nun möglich, den Output im Vergleich zu einer 5-Achs-Maschine zu erhöhen, weil so ein hauptzeitparalleles Rüsten möglich ist und die Nebenzeiten reduziert werden.

Die Peiseler-Schwenkeinrichtung in der Werkzeugmaschine von Hyundai WIA bei AVCI in Solingen. Von dieser Seite aus bestückt ein Mitarbeiter die Maschine und spannt die zu bearbeitenden Teile ein.
Die Peiseler-Schwenkeinrichtung in der Werkzeugmaschine von Hyundai WIA bei AVCI in Solingen. Von dieser Seite aus bestückt ein Mitarbeiter die Maschine und spannt die zu bearbeitenden Teile ein.
(Bild: Peiseler)
  • Sonderlösung ist preiswerter als komplettes Bearbeitungszentrum mit Werkstückwechsel und Schwenkeinrichtung.
  • Die Ausbringung konnte mit dieser Lösung um 20 Prozent gesteigert werden.
  • Die zusätzliche Schwenkeinrichtung ist abnehmbar.

Automobilzulieferer stehen wie viele Lohnfertiger unter Kostendruck. Das auf Serienfertigung mit hohen Stückzahlen spezialisierte Unternehmen AVCI wollte deshalb die Nebenzeiten reduzieren, die bei der Bearbeitung mit seiner bislang benutzten 5-Achs-Maschine beim Bohren in verschiedenen Winkeln, Nachfräsarbeiten von Auflageflächen und beim Fräsen von Gewinden anfallen. „Da diese aber nur eine Bearbeitungsstation und somit kein hauptzeitparalleles Rüsten bot, kam die Überlegung auf, alternativ eine 3-Achs-Maschine mit Werkstückwechseltisch um zusätzliche Zweiachs-Schwenkeinrichtungen aufzurüsten “, berichtet Lutz Wassem, Fertigungsleiter bei AVCI. Damit wäre die Maschine hauptzeitparallel rüstbar und so gut wie ständig am Arbeiten. Die Nebenzeiten zum Werkstückwechsel würden so nur noch Sekunden betragen.

Eine wesentliche Herausforderung bei der Umsetzung dieser Idee war jedoch die Anforderung von AVCI, für die Fertigung von hohen Stückzahlen auf jeder Seite eine Mehrfachspannvorrichtung mit entsprechend dimensionierten Störkreisen auf der C-Achse montieren zu können. Die auf dem Markt angebotenen Schwenkbrücken kamen wegen ihres asymmetrischen Aufbaus jedoch dafür nicht in Frage. Insofern galt es, einen Anbieter zu finden, der die Planscheibe nicht seitlich, sondern mittig unter Beibehaltung der Stabilität positioniert und damit einen genügend großen Störkreis bietet.