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Hannover Messe 2019

MRK-Szenarien in der Automobilbranche realisieren

| Redakteur: Victoria Sonnenberg

Der Schunk Co-act EGL-C ist der weltweit erste Großhubgreifer für kollaborierende Anwendungen. Er kann Werkstücke bis 2,25 kg handhaben.
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Der Schunk Co-act EGL-C ist der weltweit erste Großhubgreifer für kollaborierende Anwendungen. Er kann Werkstücke bis 2,25 kg handhaben. (Bild: Schunk)

Schunk zeigt auf der Hannover Messe unter anderem den Großhubgreifer Co-act EGL-C für den kollaborierenden Betrieb.

Mit dem Großhubgreifer öffne Schunk das Potenzial der Mensch-Roboter-Kollaboration erstmals für Handlinggewichte jenseits der Kleinteilemontage. Damit hat Schunk vor allem die automobilnahe Zulieferindustrie sowie die Automobilisten im Blick, die intensiv an entsprechenden MRK-Szenarien arbeiten. Darüber hinaus nehmen die Spezialisten aus dem Schunk-Co-act-Team auch andere Industrieanwendungen wie etwa den Maschinenbau in den Fokus, wo der kraftvolle Greifer zum Wirkbeschleuniger für MRK-Anwendungen werden könnte, die aufgrund der am Markt fehlenden, sicheren Aktorik im Lastbereich bis 2,25 kg bislang nicht realisierbar waren.

Um trotz der hohen Greifkraft die in der ISO/TS 15066 definierten biomechanischen Grenzwerte einzuhalten, ist der Co-act EGL-C mit einer kombinierten Kraft- und Wegmessung ausgestattet: In die Grundbacken integrierte Kraftmessbacken sowie Inkrementalgeber überwachen permanent die jeweilige Greifkraft sowie die Position der Greiferfinger. Die auf dem Greifer abgelegte Greifprozedur wiederum ist in mehrere Phasen unterteilt: Bis zu einer theoretischen Distanz von 4 mm zum geteachten Werkstück, deutlich weniger als die Dicke eines Fingers also, ist die Greifkraft auf 30 N begrenzt. Kommt es in dieser Annäherungsphase zu einer Kollision, etwa mit der Hand des Bedieners, geht der Greifer sofort in den sicheren Halt, ohne dass die Gefahr einer Verletzung besteht.

Erst in der zweiten Phase, also bei einer Werkstückdistanz < 4 mm, fahren die Finger mit der frei definierbaren Maximalkraft von bis zu 450 N zu. Misst das System in dieser Schließphase eine Nachgiebigkeit, etwa weil ein zu kleines Werkstück gegriffen wird, das der Bediener gerade per Hand entfernen will, stoppt auch diese Bewegung automatisch. Gleiches gilt, wenn die erwarteten Werkstückmaße um 2 mm überschritten werden, weil beispielsweise kein Teil vorhanden ist.

In der dritten Phase detektiert der Greifer schließlich, ob das Teil sicher gegriffen ist, und aktiviert die integrierte Greifkrafterhaltung, indem die Bremse verspannt wird. So kann das gegriffene Teil auch bei einem Not-Aus nicht verloren gehen. Zudem ist bei einem Stromausfall keine erneute Referenzierung erforderlich.

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Der kraftvolle Großhubgreifer aus der Schunk Co-act Reihe wird komplett vormontiert geliefert und ist mit den passenden Schnittstellen für MRK-Roboter unter anderem von Kuka, Yaskawa, Fanuc, Universal Robots und Nachi erhältlich, sodass eine schnelle und einfache Inbetriebnahme per Plug & Work möglich ist. Dabei vereinfache ein Inbetriebnahmeassistent die Programmierung. Zudem ermöglicht eine Diagnoseschnittstelle im laufenden Betrieb den Zugriff auf die wichtigsten Prozess- und Status-Daten des Greifers. Um die Kollaboration mit dem Bediener flüssig und intuitiv zu gestalten, ist der Greifer mit einer LED-Beleuchtung in Ampelfarben ausgestattet, über die sich der jeweilige Zustand des Moduls signalisieren lässt.

Der intelligente Greifer lässt sich wahlweise über Profinet, Ethercat, Ethernet/IP, Modbus/TCP oder TCP/IP steuern und regeln. Die komplette Steuerungs- und Leistungselektronik ist platzsparend im Inneren seines Gehäuses verbaut, sodass er dezentral und dank 24 V DC Betriebsspannung bei Bedarf sogar mobil eingesetzt werden kann. Stabile Führungen sowie ein bürstenloser Servomotor gewährleisten eine hohe Robustheit und einen dauerhaft zuverlässigen Betrieb mit minimalem Wartungsaufwand. Der Greifer ist ab Ende 2019 lieferbar.

Schunk auf der Hannover Messe 2019: Halle 17/Stand B40

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