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Computational Physics

Neu berufene Tenure-Track-Professorin simuliert Fertigungsprozesse

| Redakteur: Mag. Victoria Sonnenberg

Dr. Kristin de Payrebrune ist zur Tenure Track-Professorin für Computational Physics in Engineering im Fachbereich Maschinenbau und Verfahrenstechnik berufen worden.

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V. l.: Der Geschäftsführer des Fachbereichs Maschinenbau und Verfahrenstechnik Dr. Marcus Ripp, Universitätspräsident Prof. Dr. Helmut J. Schmidt, Prof. Dr. Kristin de Payrebrune und Dekan des Fachbereichs Prof. Dr. Tilmann Beck bei der Urkunden-Übergabe.
V. l.: Der Geschäftsführer des Fachbereichs Maschinenbau und Verfahrenstechnik Dr. Marcus Ripp, Universitätspräsident Prof. Dr. Helmut J. Schmidt, Prof. Dr. Kristin de Payrebrune und Dekan des Fachbereichs Prof. Dr. Tilmann Beck bei der Urkunden-Übergabe.
(Bild: Sherif/TUK)

Die Ernennung erfolgte im Rahmen einer Bund-Länder-Initiative zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. An der Technischen Universität Kaiserslautern (TUK) arbeitet die Ingenieurin unter anderem an Modellen für Fertigungsprozesse, wie dem Schleifen, Läppen oder dem 3D-Druck. Ferner forschen sie und ihr Team an weichen Schlangenrobotern aus Silikon.

De Payrebrune beschäftigt sich mit Simulationen von unterschiedlichen Anwendungen. Ihre Arbeit ist in den Profilbereich Advanced Materials Engineering (AME) eingebunden, bei dem unter anderem die Entwicklung und Anwendung neuer Werkstoffe im Vordergrund steht. Zudem beteiligt sich die Ingenieurin am Sonderforschungsbereich (SFB 926) „Bauteiloberflächen: Morphologie auf der Mikroskala“ sowie am internationalen Graduiertenkolleg (IRTG 2057) „Physical Modeling for Virtual Manufacturing Systems and Processes“, bei dem die TU Kaiserslautern eng mit der Universität von Kalifornien und ihren Standorten in Berkeley und Davis kooperiert. Dabei geht es darum, physikalische Größen wie Reibung oder Temperatur bei industriellen Produktionsabläufen mithilfe von Computermodellen zu berücksichtigen.

Simulation des Schleifprozesses im Fokus

Die Ingenieurin hat an der Leibniz Universität Hannover von 2001 bis 2007 Maschinenbau studiert. Ihre Promotion hat de Payrebrune an der TU Bergakademie Freiberg absolviert. Dabei hat sie sich mit dem Thema „Analyse und Modellierung der Prozess-Strukturwechselwirkungen beim Werkzeugschleifen“ befasst. Schon damals stand dabei die Simulation des Schleifprozesses im Fokus. Als Postdoktorandin war sie von 2014 bis 2016 an der Universität Kalifornien in Berkeley, wo sie sogenannte Soft Robots (auf Deutsch in etwa Weichkörperroboter) modelliert und hergestellt hat. Dazu zählen beispielsweise schlangenförmige Roboter, die sich ähnlich fortbewegen können wie die Reptilien. 2017 kam de Payrebrune an die TU Kaiserslautern. Dort setzte sie ihre Forschungsarbeiten zu beiden Themenbereichen fort. Mit Unterstützung der Arbeitsgruppe von Physiker Professor Dr. Georg von Freymann hat sie zudem begonnen, Mikroroboter herzustellen, die zum Transport von Medikamenten im menschlichen Körper zum Einsatz kommen können.

De Payrebrune ist die erste Tenure Track-Professorin des Bund-Länder-Programms in den Ingenieurwissenschaften an der TU Kaiserslautern. Im Juli trat bereits der Mathematiker Dr. Ulrich Thiel im Rahmen der Initiative seine Professur an. In den kommenden drei Jahren sollen an der TUK elf weitere folgen.

Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Wissenschaftssystems steigern

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert die neue Professur für die ersten acht Jahre. Das Bund-Länder-Programm zielt darauf ab, Personalstrukturen an Universitäten in der Breite und nachhaltig zu reformieren, um die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Wissenschaftssystems zu steigern. Mit insgesamt 1000 neuen Tenure-Track-Professuren in ganz Deutschland sollen die Karriereperspektiven hin zur Professur für junge Forscherinnen und Forscher planbarer und transparenter werden. Das Besondere dabei ist, dass sie nach erfolgreicher Bewährungsphase den unmittelbaren Übergang in eine Lebenszeitprofessur vorsieht. Außerdem ermöglicht sie es, dass sich Nachwuchswissenschaftler früher als bisher für den dauerhaften Verbleib im Wissenschaftssystem entscheiden.

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