Neura und Seco entwickeln elektronischen Compute-Module für Neuras Roboter. Sie arbeiten darüber hinaus an Automatisierungslösungen für die Halbleiter- und Elektronikfertigung.
Neura uns Seco vereinbarten eine Partnerschaft zu Entwicklung und Herstellung von Compute-Modulen und zur Nutzung der Neura-Technologie in der Elektronikfertigung.
(Bild: Neura Robotics)
In einem Artikel beschreibe ich die letzten Akquisitionen und Partnerschaften von Neura. Zwei Besonderheiten fallen dabei auf: Neura konzentriert sich auf europäische Partner – wie hier Seco aus dem italienischen Arezzo – und arbeitet mit Unternehmen gerne in mehreren Ebenen zusammen. Seco ist hier einerseits Hardwarelieferant, soll andererseits zukünftig aber auch Anwender der Neura-Technologie werden.
Im Rahmen der Zusammenarbeit werden die Unternehmen gemeinsam elektronische Compute-Module für die kognitiven Roboter von Neura konzipieren, entwickeln und fertigen, darunter auch für den humanoiden Roboter 4NE1 („For Anyone“). Die Module basieren auf Qualcomms Dragonwing-Prozessoren und sind Teil von Neuras übergreifender, verteilter Compute-Architektur. Die Partnerschaft vereint drei komplementäre Kompetenzen: Neuras Physical-AI- und Robotik-Architektur, die auf die Edge-Computing-Plattformen von Qualcomm Technologies setzt, sowie Secos Expertise in Embedded Engineering und industrieller Fertigung.
Smart Limbs: Intelligente Gliedmaßen im gesamten Roboter
Physical AI wird von drei grundlegenden Technologieebenen geprägt: Sensorik, Compute und Cloud-Infrastruktur. Im Inneren des Roboters folgt Neura einer „Gehirn- und Nervensystem“-Architektur. Über das Smart-Limb-Konzept werden Sensorik und Rechenleistung im gesamten Roboter verteilt und bringen Intelligenz damit näher an die Gelenke, Sensoren und Aktoren, wo Entscheidungen in Echtzeit erforderlich sind. Diese Reaktionsfähigkeit in Echtzeit direkt am Edge ermöglicht es Robotern, sicher und zuverlässig Seite an Seite mit Menschen zu arbeiten. Die Robotikprozessoren von Qualcomm Technologies liefern die dafür erforderliche KI-Leistung direkt auf dem Gerät. Seco unterstützt die Entwicklung und Industrialisierung der entsprechenden Compute-Module für eine skalierbare Produktion.
Über dieses erste Engagement hinaus arbeiten Neura und Seco an den nächsten Schritten der Partnerschaft. Dazu zählen ein Neura Gym in Italien, Neuras erster Trainings-Hub in Südeuropa sowie die gemeinsame Erhebung realer Produktionsdaten der Neura Roboter im industriellen Einsatz.
Seco ist bereits ein Ökosystempartner von Qualcomm Technologies und hat verschiedene Leistungsklassen von Compute-Plattformen für industrielle Anwendungen auf Basis von Dragonwing-Prozessoren entwickelt.
Vom Roboterbau zur Transformation der Produktion
In der Halbleiter- und Elektronikfertigung wollen Neura und Seco reale Produktionsdaten nutzen, um neue Physical-AI-Automatisierungslösungen für die Branche zu entwickeln. Ziel ist es, intelligenten Maschinen zunehmend komplexe Produktionsprozesse beizubringen, dieses Wissen in skalierbare Automatisierungsfähigkeiten zu überführen und die Technologien letztlich in Halbleiterfertigungen weltweit einsetzbar zu machen. So entsteht ein wirkungsvoller Kreislauf: Europäische Industrieprozesse erzeugen reales Wissen, Physical AI lernt daraus, und die daraus gewonnenen Fähigkeiten lassen sich anschließend global skalieren.
Für Neura spiegelt dies ein wichtiges Prinzip des Neuraverse wider: Industrielles Wissen sollte nicht in einzelnen Automatisierungsprojekten eingeschlossen bleiben. Fähigkeiten, die aus realen Anwendungen entstehen, können zu wiederverwendbaren Bausteinen für eine neue Generation intelligenter Maschinen werden.
Europas technologisches Rückgrat für Physical AI
Europa verfügt bereits über viele der Voraussetzungen, die für eine Führungsrolle bei Physical AI nötig sind: Robotik, industrielle Fertigung, Embedded Systems, Sensorik, Automatisierung und Spitzenforschung. Die Chance liegt darin, diese Stärken zu verknüpfen. Die Compute-Hardware, die Seco gemeinsam für Neuras Roboter entwickelt und produziert, entsteht in Europa und fügt einer widerstandsfähigen europäischen Lieferkette für Physical AI ein weiteres Glied hinzu.
Die Partnerschaft verbindet europäisches Engineering und Industrialisierung mit weltweit führender Compute-Technologie und schafft so ein weiteres Element in einem skalierbaren Physical-AI-Ökosystem. Das Ziel ist technologische Souveränität durch Zusammenarbeit: kritische Fähigkeiten und industrielles Know-how in Europa aufzubauen und zugleich mit den besten Technologien der Welt zu verbinden.
Stand: 08.12.2025
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