Suchen

Exportmärkte

Österreich verstärkt Förderung erneuerbarer Energien

| Autor: Stéphane Itasse

Exportmärkte Während Deutschland dabei ist, seine Klimaziele zu verfehlen, und die Windkraftbranche eine schwere Flaute durchlebt, eröffnen sich im Nachbarland neue Perspektiven für die Hersteller von Ökoenergieanlagen. Bis 2030 will Österreich seinen Strom sogar zu 100 % aus erneuerbaren Quellen erzeugen.

Firmen zum Thema

Insbesondere das Potenzial der Wasserkraft erlaubt es Österreich, eine komplette Stromversorgung aus erneuerbaren Energien bis 2030 anzustreben.
Insbesondere das Potenzial der Wasserkraft erlaubt es Österreich, eine komplette Stromversorgung aus erneuerbaren Energien bis 2030 anzustreben.
(Bild: Verbund)

Nach dem österreichischen Nationalrat hat jetzt auch der Bundesrat der Ausweitung des Ökostromgesetzes zugestimmt, wie die Exportinitiative Energie des Bundeswirtschaftsministeriums in Berlin mitteilt. Durch die Gesetzesnovelle soll vor allem die Investitionsförderung für Wind- und Wasserkraftwerke sowie Photovoltaikanlagen angehoben werden.

Politik unterstützt Förderung erneuerbarer Energien einhellig

Zwischen 2020 und 2022 sollen jährlich jeweils 36 Mio. Euro für die Errichtung und den Ausbau von Photovoltaik-Anlagen bereitgestellt werden. Darüber hinaus werden bei mittleren Wasserkraftwerken die finanziellen Mittel um 30 Mio. Euro aufgestockt. Für auslaufende Biomasse- und Biogasanlagen können nun ebenfalls Anträge auf Nachfolgeregelungen bis 2022 gestellt werden.

Die Gesetzesnovelle zielt nach einer Mitteilung des österreichischen Parlaments unter anderem darauf ab, die Wartelisten für die Förderung von Windkraftwerken und Kleinwasserkraftwerken abzubauen und die Investitionsförderungen für Photovoltaikanlagen und Stromspeicher anzuheben. Auch für mittlere Wasserkraftwerke soll es mehr Geld geben. Das Gesamtvolumen der dadurch freigegebenen Finanzmittel liegt den Angaben zufolge bei 540 Mio. Euro.

Bildergalerie

Auch angesichts der Neuwahlen in Österreich und der laufenden Regierungsbildung dürfte dieses Gesetz Bestand haben: Alle Parteien haben diesen Beschluss unterstützt. Österreichs Ziel bleibe es, bis 2030 Strom zu 100 % aus erneuerbaren Energien beziehen.

Einspeisetarife stelllen Förderung erneuerbarer Energien sicher

Das wichtigste Instrument zur Förderung von Strom aus erneuerbaren Energien in Österreich stellen feste Einspeisetarife dar, wie die Exportinitiative weiter berichtet. In der Regel ist eine exklusive Nutzung von Einspeisetarifen oder Investitionszuschüssen vorgeschrieben, sodass Investitionszuschüsse für ausgewählte Erzeugungsarten in der Regel nur alternativ anstelle von Einspeisetarifen vergeben werden. Investitionszuschüsse sind möglich bei kleinen und mittleren Wasserkraftanlagen und Anlagen zur Eigenversorgung mit Ökostrom in Insellagen.

Das Ökostromgesetz von 2012 legt für Strom aus erneuerbaren Energiequellen je nach Erzeugungsart, Antragstellungszeitpunkt und Leistung eine Abnahmepflicht durch die Netzbetreiber fest. Die Tarifhöhe selbst wird in einer separaten Ökostromverordnung festgesetzt, die vom Wirtschaftsminister erlassen wird.

Die Durchführung der Förderverträge erfolgt über die Abwicklungsstelle für Ökostrom OeMAG nach dem First-come-first-serve-Prinzip. Sie ist zum Abschluss von Förderverträgen verpflichtet, solange die gesetzlich vorgesehenen jährlichen Fördermittel für neue Anlagen ausreichen. Für 2019 stehen folgende Investitionszuschüsse zur Verfügung:

  • Kleinwasserkraft: 20 Mio. Euro,
  • Photovoltaikanlagen und Stromspeicher: 15 Mio. Euro,
  • Kraft-Wärme-Kopplung: 12 Mio. Euro .

Neben dem Ökostromgesetz aus dem Jahr 2012 als Kernstück der Förderung gibt es noch weitere Fördermöglichkeiten, die den Ausbau der Stromerzeugung aus Erneuerbaren weiter vorantreiben sollten.

Dazu zählen etwa bundesweite Förderungen wie der Klima- und Energiefonds, aber auch eine Vielzahl von regionalen und lokalen Initiativen.

Artikelfiles und Artikellinks

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 46198719)

Über den Autor

 Stéphane Itasse

Stéphane Itasse

, MM MaschinenMarkt