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Reach/CLP

Regelungen im Chemikalienrecht stärken die Arbeitssicherheit

Mit Reach und CLP gab und gibt es im Chemikalienrecht massive Änderungen. Seit 1. Dezember 2010 müssen alle Stoffe nach der neuen CLP-Systematik eingestuft und gekennzeichnet sein. Die verschärfte Einstufung einiger Stoffe als „Gift“ stärkt die Arbeitssicherheit.

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Die EU-Verordnung 1272/2008 regelt die Einstufung und Kennzeichnung chemischer Stoffe und Gemische. Darin wird auch geregelt, wann ein Stoff als „giftig“ oder „ätzend“ einzustufen ist. (Bild: Mewa)
Die EU-Verordnung 1272/2008 regelt die Einstufung und Kennzeichnung chemischer Stoffe und Gemische. Darin wird auch geregelt, wann ein Stoff als „giftig“ oder „ätzend“ einzustufen ist. (Bild: Mewa)

Reach ist die Abkürzung für „Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemical substances”. Diese EU-Verordnung 1907/2006 regelt zum einen die Registrierung von Chemikalien durch Importeure und Hersteller, aber auch Beschränkungen bei der Verwendung. Gegenwärtig müssen die auf dem Markt befindlichen Stoffe durch die Hersteller und Importeure registriert werden – ein sehr aufwendiges und kostspieliges Verfahren.

Neue Informationspflichten für die Hersteller von Erzeugnissen

Deshalb besteht die Befürchtung, dass einige Stoffe nicht registriert und stattdessen vom Markt genommen werden können – insbesondere bei Spezialanwendungen fatal für die nachgeschalteten Anwender.

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Darüber hinaus bringt Reach neue Informationspflichten für die Hersteller von Erzeugnissen mit sich. Ähnlich den Sicherheitsdatenblättern bei Betriebsstoffen müssen jetzt sogenannte SVHC (Substances of Very High Concern, besonders besorgniserregende Stoffe) gegenüber dem Kunden ausgewiesen werden, wenn die Konzentration 0,1% bezogen aufs Gesamtgewicht übersteigt.

CLP bringt neue Piktogramme für gefährliche Stoffe

CLP ist die Abkürzung für „Classification, Labelling and Packaging“. Diese EU-Verordnung 1272/2008 regelt die Einstufung und Kennzeichnung von chemischen Stoffen und Gemischen. Darin wird unter anderem geregelt, ab wann ein Stoff als „giftig“ oder „ätzend“ einzustufen ist und wie die Kennzeichnung auf der Verpackung aussehen muss.

Für CLP gibt es neue Piktogramme, diese lehnen sich stark an die des Gefahrguts an (Bild 1). Seit 1. Dezember 2010 müssen alle Stoffe nach der neuen CLP-Systematik eingestuft und gekennzeichnet sein. Für Gemische gilt eine Übergangsfrist bis 2015.

Reach bringt viel mehr Informationen über Gefahren von Stoffen

Die Einstufung und Kennzeichnung von Stoffen nach der bisher gültigen „Stoffrichtlinie“ (67/548/EWG) basiert auf den zu einem Stoff verfügbaren Daten über seine Gefährlichkeit. Die Reach-Verordnung verpflichtet die Hersteller und Importeure von Stoffen in großem Umfang, Daten zur Gefährlichkeit von Stoffen zusammenzutragen und gegebenenfalls auch erstmalig zu ermitteln. Für Stoffe, die im Rahmen der Stoffsicherheitsbeurteilung gemäß Reach-Artikel 14 als „gefährlich“ erkannt werden, sind darüber hinaus Expositionsszenarien zu erstellen.

Damit wird klar, dass durch Reach sehr viel mehr Informationen zur Verfügung stehen werden, die auch in die Sicherheitsdatenblätter Eingang finden. Diese wiederum sind nach den Vorgaben der CLP-Verordnung zu erstellen.

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