Suchen

Mensch und Roboter

Robotik und Automation gewährleisten Industrie 4.0

| Autor: Dipl.-Ing. Annedore Bose-Munde

Wenn sich zur Automatica in München die Roboterhersteller und Automatisierer treffen, werden Themen wie Industrie 4.0, mobile Roboter und Mensch-Roboter-Kollaboration im Mittelpunkt stehen. In diesen Bereichen gibt es noch viel Potenzial für die unterschiedlichsten industriellen Anwendungen und die Branche wächst kontinuierlich.

Firmen zum Thema

Nach Prognosen der International Federation of Robotics (IFR) wird der globale Absatz von Industrierobotern bis 2018 auf etwa 400.000 verkaufte Einheiten steigen und sich damit im Vergleich zu 2014 fast verdoppeln.
Nach Prognosen der International Federation of Robotics (IFR) wird der globale Absatz von Industrierobotern bis 2018 auf etwa 400.000 verkaufte Einheiten steigen und sich damit im Vergleich zu 2014 fast verdoppeln.
(Bild: Ehrhardt+Abt)

Die industrielle Automatisierung treibt den weltweiten Roboterboom weiter voran. Nach Prognosen der International Federation of Robotics (IFR) wird der globale Absatz von Industrierobotern bis 2018 auf etwa 400.000 verkaufte Einheiten steigen und sich damit im Vergleich zu 2014 fast verdoppeln. Aufgeschlüsselt nach Branchen stehen der Automobilsektor und die Elektro- und Elektronikindustrie mit einem Marktanteil von 64 % an der Spitze. Mit Blick auf die zunehmende digitale Vernetzung und die Fabriken der Zukunft wird die Robotik und Automation immer mehr zur Schlüsseltechnik der Entwicklungen.

Industrie 4.0 bringt die Produktion in das digitale Zeitalter. Das Internet der Dinge und Dienste, die verbesserte Kommunikation in der Smart Factory und die in Echtzeit verfügbaren Daten werden zu ungeahnter Flexibilität, Produktivität und neuen Geschäftsmodellen führen“, beschreibt Patrick Schwarzkopf, Geschäftsführer des VDMA-Fachverbandes Robotik + Automation, die aktuelle Entwicklung.

Bildergalerie

Die Gründe für die fortschreitende Automatisierung liegen auf der Hand. Dies sind die möglichen Produktivitätssteigerungen, die verbesserte Produktqualität und in diesem Zusammenhang die Herstellung bezahlbarer und sicherer Produkte. Gleichzeitig können Unternehmen so auch besser auf die zunehmend geforderte Flexibilität reagieren. Und nicht zuletzt stellt der Einsatz der Robotik die Energie- und Ressourceneffizienz sicher und unterstützt den demografischen Wandel.

Menschliche Arbeit wird nicht überflüssig

Neben herkömmlichen Industrierobotern gewinnen die Mensch-Roboter-Kollaboration, die mobile Robotik und sensitive Roboter immer mehr an Bedeutung. Die Entwicklung zeigt: Spezifisch menschliche Fähigkeiten, wie implizites Wissen, Urteilsvermögen, Geschicklichkeit und Kreativität, werden an Bedeutung gewinnen, während Routinetätigkeiten zunehmend automatisiert werden.

Die meisten Arbeitsprozesse umfassen eine ganze Reihe unterschiedlicher Aufgaben. Werden einzelne davon automatisiert, erhöht dies den Wert der menschlichen Anteile an den Arbeitsprozessen. „Die höchsten Produktivitätsgewinne sind in den Bereichen zu erwarten, in denen die spezifisch menschlichen und maschinellen Stärken intelligent kombiniert werden“, sagt Schwarzkopf.

Die Automatisierung ermöglicht den Unternehmen deutliche Produktivitätssteigerungen sowie Kostensenkungen und sichert somit die Wettbewerbsfähigkeit. Parallel dazu verzeichnet auch die industrielle Bildverarbeitung ein dynamisches Wachstum. 2014 steigerte die Branche ihren Umsatz um 16 %, nach aktuellen Schätzungen wird dieser für 2015 um weitere 10 % höher sein. Durch die Integration und Nutzung von aktuellen Bildverarbeitungstechnologien können Maschinen heute definierte Merkmale erkennen, die Qualität von Bauteilen prüfen oder festgelegte Abläufe steuern. Die industrielle Bildverarbeitung bietet Lösungen für alle Bereiche der industriellen Fertigung. Zunehmend realisiert sie auch Anwendungen außerhalb der Fabriken, so zum Beispiel in der Verkehrstechnik, in der Medizin und in der Landwirtschaft.

Durch die komplexe Auslegung der Roboteranwendungen werden auch im Bereich der Bildverarbeitungssysteme immer mehr anspruchsvolle Komplettlösungen nötig. Dies erfordert mehr Intelligenz und Rechenleistung sowie eine einfache Bedienung. Auch Themen wie Embedded Vision sowie 3D-Techniken fassen in diesem Kontext verstärkt Fuß.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 43988570)

Über den Autor

Dipl.-Ing. Annedore Bose-Munde

Dipl.-Ing. Annedore Bose-Munde

Fachredakteurin für Wirtschaft und Technik