LSR-Spritzgießen Robuste Flüssigsilikondeckel machen Kaffeegenuss unbeschwerter!

Redakteur: Peter Königsreuther

Alle fordern Hygiene, wenn es um gastronomische Angebote geht. Beim Kaffee-to-go geht das mithilfe von eigenen LSR-Deckeln für Ein- und Mehrweg-Becher sehr einfach, verspricht Krauss-Maffei.

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Kaffee kann damit nachweislich nachhaltiger genossen werden: Kaffeedeckel aus robustem, weichmacherfreiem Flüssigsilikon (LSR) spritzgegossen, die zu einem Pfandsystem mit Mehrwegbechern gehören.
Kaffee kann damit nachweislich nachhaltiger genossen werden: Kaffeedeckel aus robustem, weichmacherfreiem Flüssigsilikon (LSR) spritzgegossen, die zu einem Pfandsystem mit Mehrwegbechern gehören.
(Bild: Krauss-Maffei)

Wie Krauss-Maffei weiter betont, kann quasi jeder Thermoplastverarbeiter leicht und risikolos in die LSR-Produktion einsteigen, denn der Münchener Maschinenbauer liefert dafür schlüsselfertige Rundumsorglos-Anlagen.

Ist der Deckel aus Silikon, hat auch die Umwelt was davon!

Silikon, führt Krauss-Maffei weiter aus, ist flexibel, relativ leicht, antibakteriell, temperaturbeständig, langlebig und es enthält keine Weichmacher. Diese Eigenschaften machen diesen besonderen „Gummi“ zum idealen Rohstoff für die oben genannte Anwendung. Man kann sie leicht bei sich tragen und bei Bedarf in jeder Spülmaschine reinigen. Sogar bei Pfandbechersystemen müsse der Deckel aus Hygienegründen meist separat gekauft werden. Und was Einweggefäße betrifft, so lässt sich durch Entscheidung zu einem eigenen Deckel das Abfallvolumen sinnvoll reduzieren.

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Kooperations-Triumvirat will Silikonvorteile klarmachen

Artikel, wie diese Becherabdeckung, sind mit ihrer relativ einfachen Geometrie außerdem besonders gut dafür geeignet, um von jedem Verarbeiter von thermoplastischen Kunststoffen aus LSR gespritz zu werden, wiederholt Krauss-Maffei einen der Anwendervorteile. Denn dazu brauche es keinen eigenen Prozessspezialisten, weil die oben genannten Komplettsysteme das nötige „Fachwissen“ und ein entsprechendes Partnernetzwerk schon mit im Gepäck hätten. So etwa den Werkzeugbauer ACH Solution und den Materialhersteller Wacker Chemie, der temperfreie Low-Volatile-Rezepturen wie das LSR Elastisol LR5040 in Serie bereitstellt. Die drei Unternehmen kooperieren unter anderem in diesem Projekt, um die Vorteile von LSR zu demonstrieren und so für eine breitere Akzeptanz des nachhaltigen Kunststoffs zu sorgen, wie es heißt.

Zwei verschiedene LSR-Deckel mit einem Schuss

So entstehen auf einer vollelektrischen Spritzgießmaschine des Typs PX 121-180 Silcoset von Krauss-Maffei in einem Schuss gleich zwei unterschiedliche Abdeckungen: Eine für dickwandige Porzellanbecher und eine für das Pfandsystem Recup, das inzwischen in vielen Städten und Regionen bekannt und verbreitet ist. Die Artikelgewichte liegen bei 38 und 50 g, wobei der schwerere Recup-Deckel eine dekorative Besonderheit trägt: eine angespritzte Lasche, die mit Werbung oder einer kleinen Botschaft per Laser verziert werden kann.

Die größte Herausforderung bei der Verarbeitung von Flüssigsilikon stelle seine niedrige Viskosität dar. Ein Spritzgießwerkzeug für LSR muss deshalb extrem dicht schließen, um einen stabilen Prozess zu erreichen, merkt Krauss-Maffei an. Und sehr häufig muss das Ganze unter Vakuum gefertigt werden, was diese Sache noch erschwert. Auch ist die Temperaturführung im Vergleich zu Thermoplasten sozusagen umgekehrt zu denken: Das Werkzeug wird beheizt, damit der Vernetzungsprozess überhaupt starten kann, ähnlich also wie beim Spritzgießen von anderen Elastomeren oder Duromeren, die erst einsatzfähig werden, wenn ihre Polymerketten durch eine thermisch induzierte Reaktion miteinander quer vernetzt werden.

Weichmacherfreie LSR-Produkte können sofort genutzt werden

Maschinenseitig komme es aber ebenfalls auf die perfekte Abdichtung der Dosier- und Spritzeinheit an. Weil Silikone vergleichsweise großen Chargen- und dadurch ausgelösten Prozessschwankungen unterliegen, muss man nicht zuletzt besonders auf die Gewichtskonstanz der gefertigten Bauteile achten, informiert Krauss-Maffei. Die Maschinenfunktion APC plus aber, ermittelt während laufender Produktion die Viskosität des Materials permanent und gleicht im Spritzzyklus das Füllvolumen von Schuss zu Schuss bedarfsgerecht an, heißt es zur Beruhigung.

Nach der Entnahme und einer Qualitätsprüfung per Kamera auf vollständige Entformung und geometrische Korrektheit, sind die Kaffeedeckel ohne nachgelagerten Temperprozess sofort bereit für den Einsatz auf der Genießertasse. Weitere Steigerungsraten werden für diesen Einsatzbereich bereits vorhergesagt, wie Krauss-Maffei abschließend erwähnt.

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