Kraftwerke

Rohrleitungen ganz auf Effizienz getrimmt

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Automatische Fertigungsketten für Rohrleitungen senken die Kosten

Einen weiteren Beitrag zur Kosteneffizienz im Kraftwerksbau leisten vollautomatische Fertigungsketten. Greifen Lager-, Förder- und Fertigungstechnik optimal ineinander, reduzieren sie Taktzeiten und entscheiden somit über die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens. So hat beispielsweise Schwarze-Robitec ein Automatisierungskonzept entwickelt, mit dem sämtliche Maschinen je nach Biegeauftrag mit optionalen Extras ausgestattet und bis zur vollautomatischen Fertigungsanlage ausgebaut werden können. Eine solche Anlage auf Basis der CNC 100 DB Twin wurde gerade an das chinesische Kraftwerksbau-Unternehmen ausgeliefert. Die Rationalisierung erstreckt sich über die gesamte Fertigungskette: von der Materialversorgung über das Handling und die Qualitätsprüfung bis hin zum Abtransport der fertig gebogenen Leitungen.

Zunächst wird das Rohr über ein Transportsystem aus dem Magazin zur Vereinzelung geführt und anschließend weiter zur Qualitätskontrolle der Schweißnähte geleitet. Nach der Röntgenüberprüfung führt das Transportsystem das einwandfreie Rohr – die mangelhaften werden aussortiert – bis zum anderen Ende der Anlage. Dort übernimmt der an einer hängenden Führungsbahn angebrachte Transportwagen mit Wendekopf die Zuführung zur Biegemaschine und zum Wendetisch. Der Wendetisch ist speziell für das Handling der langen Rohrleitungen ausgelegt. Die integrierten Wendearme drehen die Rohrschlangen zwischen den einzelnen Biegungen schnell und sicher. Während der Biegungen positionieren sich die Wendearme flach in Ruhestellung, um Kollisionen mit der Rohrschlange zu vermeiden. Nachdem das Rohrsystem auf der Doppelkopfmaschine fertiggestellt ist, wird es mit einer Greifereinheit zum Terminal-End-Bender gebracht. Hierbei handelt es sich um eine weitere Biegemaschine, die am hinteren Ende der Rohrschlange Biegungen in beide Richtungen vornimmt. Im Anschluss wird das fertig gebogene Rohrsystem durch die Rohrausschubeinheit aus der gesamten Fertigungsanlage ausgeleitet. Die Bedienung all dieser Anlagenkomponenten erfolgt zentral aus einer Bedienkabine heraus. Mittels solcher automatisierten Fertigungsketten lassen sich große Potenziale wie höhere Fertigungsgeschwindigkeiten und geringerer Ausschuss nutzen.

Technisches Know-how für Membranrohrwände

Auch für das im modernen Kessel- und Kraftwerksbau übliche Biegen ganzer Membranrohrwände bietet Schwarze-Robitec eine spezialisierte Biegetechnik: Die FL-Maschinenserie bearbeitet Rohrwände mit einer maximalen Breite von 3600 mm und einer Länge von 25.000 mm oder mehr präzise und zügig mittels Kompressionsbiegeverfahren. Es sorgt dafür, dass die Rohrwand zu jeder Zeit sicher eingespannt ist. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, die Rohrwände diagonal zu biegen. Dies erlaubt die einfache Herstellung der „Steigung“ einer Kesselwand und erspart Richt- und Montagekosten beim Aufbau des Kessels.

Darüber hinaus hat Schwarze-Robitec die Maschinenserie Heavy Duty für den Kraftwerksbau entwickelt. Ausgestattet mit speziellen Werkzeugen biegen diese Maschinen dünn- und dickwandige Rohre bis zu einem maximalen Durchmesser von 426 mm × 22 mm.

* Bert Zorn ist Geschäftsführer der Schwarze-Robitec GmbH in 51109 Köln

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