Reinigungs-Innovation Rührwerksreinigung mit Methylenchlorid ist jetzt umweltschonend

Redakteur: Peter Königsreuther

Bei der Klebstoff- oder Kunstharzverarbeitung müssen die dafür nötigen Rührwerke von Zeit zu Zeit mit heiklen Lösungsmitteln gereinigt werden. Ein neues, geschlossenes System macht's leichter.

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Blick in ein Rührwerk für Quarzkomposite, aus dem man Kunststein herstellen kann. Die Reinigung eines solchen Systems war bis dato heikel und umweltbelastend. Doch jetzt wird alles besser!
Blick in ein Rührwerk für Quarzkomposite, aus dem man Kunststein herstellen kann. Die Reinigung eines solchen Systems war bis dato heikel und umweltbelastend. Doch jetzt wird alles besser!
(Bild: EVT Eiberger)

Verunreinigte Rührwerksbehälter, in denen Klebstoffe, Kunstharzprodukte oder Kunststoffe gemischt wurden, werden meist mit Methylenchlorid (MC respektive auch Dichlormethan genannt) gereinigt. In der Regel geschieht das in einem offenen Prozess, und auch noch manuell. Das gefährdet sowohl die Umwelt als auch die Mitarbeiter. EVT Eiberger Verfahrenstechnik, ein Spezialist für kundenspezifische Reinigungs- und Entfettungsanlagen, stellt nun ein neues Verfahren und die dazu passende Reinigungsanlage vor, die den Reinigungsprozess mit dem leicht flüchtigen MC im geschlossenen System ermöglicht. Damit könnte man die Produktivität erhöhen und die Arbeitssicherheit sowie Umweltbelastungen reduzieren. MC dient unter anderem auch als wirkungsvolles Abbeizmittel für Lacke, als Entfettungsmittel sowie als Lösungsmittel für Harze, Fette, Kunststoffe sowie Bitumen und kommt unter anderem zur Entfernung von Verguss- und Gießharzen, sowie zur Reinigung ihrer Misch- und Dosieranlagen zum Einsatz.

Spezialsystem samt Verfahrens-Know-how für Kunststeinhersteller

Weil MC anlagentechnisch schwierig zu handhaben ist (der Siedepunkt liegt bei unter 40 °C), werden die Rührwerksbehälter bisher manuell durch Facharbeiter von hartnäckigen Restprodukten befreit. Dazu füllen sie die Mischbehälter für mehrere Stunden mit Methylenchlorid und spritzen sie dann per Hochdrucklanze ebenfalls mit MC aus, heißt es. „Es gibt in diesem Bereich nicht die Anlage von der Stange“, macht Michel Lubinsky, Vertriebsleiter bei EVT, klar. Im vorliegenden Fall gehe es um die Reinigung von Rührwerksbehältern, in denen die Komponenten Quarz, Harz, Farbe und Glasbruchstücke gemischt würden. Aus dieser Mixtur wird später unter hohem Druck Quarzkompositkunststein hergestellt, der etwa für Arbeitsplatten, Spülen und Waschtische genutzt wird, erklärt Lubinsky. Um die hartnäckigen und nicht zuletzt abrasiven Quarzkompositreste nun zu beseitigen, entwickelte EVT nicht nur die passende Sonderanlage, sondern auch ein geschlossenes Verfahren zum sicheren Handling des Methylenchlorids.

Diese Sonderanlage von EVT Eiberger dient zur geschlossenen Reinigung von Rührsystemen mit Methylenchlorid – das schont jetzt sowohl die Mitarbeiter als auch die Umwelt. Nicht zuletzt werden die Anwender produktiver, weil die Effizienz beim Reinigen steigt.
Diese Sonderanlage von EVT Eiberger dient zur geschlossenen Reinigung von Rührsystemen mit Methylenchlorid – das schont jetzt sowohl die Mitarbeiter als auch die Umwelt. Nicht zuletzt werden die Anwender produktiver, weil die Effizienz beim Reinigen steigt.
(Bild: EVT Eiberger)

Sparsame Rühwerksreinigung unter messtechnischer Kontrolle

Lubinsky führt weiter aus: „Methylenchlorid ist eine Substanz bei deren unsachgemäßer Handhabung respektive falscher Schutzausrüstung immer das Risiko einer Gefährdung für Mensch und Umwelt besteht. Wir haben bereits Anlagen für die Verwendung von MC konstruiert und gefertigt. So konnten wir nun die Prozesserfahrung auch in diesem Marktsegment mit einbringen.“ Hier, und das betont Lubinsky ich nicht ohne Stolz, macht EVT dem Namensteil „Verfahrenstechnik“ alle Ehre. Denn nicht nur die Konstruktion der Anlage sei einzigartig sondern auch die damit einhergehende Prozesstechnik.

Denn die maßgefertigte EVT-Sonderanlage ist diesmal nicht für das klassische Reinigen und Entfetten von Bauteilen in Arbeitskammern ausgelegt. Vielmehr werden die Mischbehälter in eine maßgefertigte Vorrichtung eingebracht und verriegelt. Durch eine spezielle Spritzlanze kann das Lösemittel in den Behälter eingespritzt werden. Ein Motor treibt das Rührwerk extern an. So würden Behälterinnenraum sowie alle Komponenten vollständig abgereinigt und unter messtechnischer Überwachung getrocknet.

Zum Abführen der Reinigungsmasse verzichtet EVT komplett auf Pumpensysteme, weil Quarzkomposit-Rückstände stark abrasiv wirken. Der Transport wird deshalb per Druckdifferenzen garantiert, betont Lubinsky. Im Endeffekt genießt der Anwender nicht nur einen sicheren, schnellen Reinigungsprozess unter voller Kontrolle, sondern kann auch den Verbrauch von Reinigungsmittel stark reduzieren.

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