Rekordtransport Schmidbauer meistert einzigartige Logistikaufgabe auf der Straße

Redakteur: Peter Königsreuther

Zwei Reaktoren für Bayernoil galt es von Kelheim nach Neustadt a. d. Donau zu schaffen. Jeder wiegt mindestens 600 Tonnen. Hier der Ablauf der logistischen Rekordleistung, in Wort und Bild.

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Schmidbauer berichtet hier über einen spektakulären Straßentransport, eines Bauteilgiganten für Bayernoil. Vier Etappen hat man dafür durchlaufen. Hier finden sie beeindruckende Szenen, dieser logistischen Leistung. In Kelheim wurde gestartet...
Schmidbauer berichtet hier über einen spektakulären Straßentransport, eines Bauteilgiganten für Bayernoil. Vier Etappen hat man dafür durchlaufen. Hier finden sie beeindruckende Szenen, dieser logistischen Leistung. In Kelheim wurde gestartet...
(Bild: Schmidbauer)

Rund 336 Reifen und jeweils bis zu 880 Tonnen Gesamtgewicht waren Eckdaten dieser Aufgabe – noch nie, heißt es, wurde in Deutschland ein größeres Gewicht auf der Straße befördert. Kein Wunder, dass der gesamte Weg von Schaulustigen gesäumt war – und auch Mitbewerber neugierig jede einzelne der Fahrten begleiteten, merkt Schmidbauer an. Ganze 660 beziehungsweise 600 Tonnen wiegen die zwei neuen Reaktoren, die Schmidbauer vom Hafen Kelheim nach Neustadt a. d. Donau transportierte. In der Raffinerie der Bayernoil Raffineriegesellschaft mbH sollen nun die Reaktoren mit einem jeweiligen Volumen von 400 Kubikmeter als Teil der Mild-Hydrocracker-Anlage die Anhebung des Durchsatzes an schweren Gasölen auf 300 Tonnen pro Stunde ermöglichen. Sie werden übrigens zur Herstellung von schwefelfreiem Dieselkraftstoff benötigt.

Schon der Hub am Anfang und am Ende des Projektes sei eine beeindruckende Leistung gewesen, denn weltweit gibt es derzeit nur 51 Geräte, in der entsprechenden Bauart, die das packen. Schmidbauer hatte für diese Hubarbeiten übrigens einen Tadano-Raupenkran-CC 8800-1 eingesetzt.

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Rund 30 Kilometer in vier herausfordernden Etappen

Die Strecke, die zwar nur 30 km lang war, führte teilweise durch sehr enge Ortschaften und über mehrere Brücken, zudem galt es erhebliche Steigungen zu überwinden. Die beigefügte Bilderstrecke zeigt Szenen davon.

Der Start in Kelheim wurde durch unwetterartige Regengüsse begleitet, was aber glücklicherweise nur zu geringen Zeitverschiebungen führte. Der Weltenburger Berg auf der zweiten Etappe mit seinen bis zu 8 ° starken Steigung gehörte zu den schwierigsten Hindernissen, das bei den weiterhin drohenden schlechten Wetterbedingungen erhebliche Probleme mit der Traktion hötte verursachen können. Aber das Wetter spielte mit und der Transport über den Berg gelang nahezu reibungslos.

Bei der dritten Etappe nach Bad Gögging musste dann bei der Überquerung einer Brücke eine zusätzliche Konstruktion mit 22 hydraulischen Pressen zur Sicherung der Statik die gefahrlose Überfahrt sicherstellen. Bei der finalen Strecke nach Neustadt a. d. Donau kam noch Zeitdruck dazu. Denn für die Überquerung eines Bahnübergangs stand um 3 Uhr morgens nur ein minimales Zeitfenster von 4 Stunden zur Verfügung, um den Bahnübergang mit Kies und Fahrbahnblechen zu bedecken, ihn erfolgreich zu überfahren und für die Deutsche Bahn wieder freizugeben. Auch die vielen Schaulustigen mussten von Security-Personal quasi immer wieder in die Schranken gewiesen werden, merkt Schmidbauer an.

Am Zielort kam für den Hub der Reaktoren wieder der CC 8800-1 und ein CC 2800-1 als Nachführkran zum Einsatz. Mit einer Tragkraft von 1.600 Tonnen und insgesamt 900 Tonnen Ballast führte er den wahrscheinlich schwersten Einzelhub Deutschlands mit 700 Tonnen bei 26 Metern Ausladung durch.

Alles steht und fällt, mit einer guten Vorbereitung.

Für das gesamte Projekt waren im Vorfeld weitreichende Durchführbarkeitsstudien, geotechnische Gutachten und Ingenieursleistungen für die Standsicherheiten, sowie statische Gutachten für die nötigen Bauwerksüberfahrungen und Straßenanalysen einschließlich der Bodenpressung erforderlich. Unzählige Verkehrsschilder, Straßenbeleuchtungen, Telefonleitungen, Kurven, Steigungen, Baustellen, Brücken, seitliche Gefälle, Kreuzungen und Kreisverkehre mussten berücksichtigt werden. Zusätzlich wurden verschiedene Behelfsstraßen gebaut, um kritische Streckenpunkte wie Bahnübergänge und Brückenquerungen zu vermeiden.

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