Suchen

Förderung So funktioniert die neue Ausbildungsprämie

Autor: Melanie Krauß

KMU, die auch in der Coronakrise weiterhin ausbilden, können einen finanziellen Zuschuss erhalten. Welche Voraussetzungen dafür gelten, lesen Sie hier.

Firmen zum Thema

Die Bundesregierung will KMU während der Coronakrise bei der Ausbildung finanziell unterstützen.
Die Bundesregierung will KMU während der Coronakrise bei der Ausbildung finanziell unterstützen.
(Bild: ©industrieblick - stock.adobe.com)

Mit ihrem Programm „Ausbildungsplätze sichern“ will die Bundesregierung unter anderem Ausbildungskapazitäten erhalten und ausbauen sowie Kurzarbeit für Auszubildende vermeiden. Dazu wurden verschiedene Maßnahmen beschlossen. Eine der wichtigsten ist die Ausbildungsprämie. Durch sie können KMU einmalig 2000 Euro erhalten für jeden Ausbildungsvertrag, der für das Jahr 2020 geschlossen wurde.

Die Voraussetzungen:

  • Das Unternehmen bildet genauso viel aus wie in den letzten drei Jahren.
  • Das Unternehmen ist von der Coronakrise in erheblichem Umfang betroffen. Dies ist der Fall, wenn entweder in der ersten Hälfte des Jahres 2020 mindestens ein Monat Kurzarbeit beantragt wurde. Oder wenn der Umsatz in den Monaten April und Mai 2020 um durchschnittlich mindestens 60 % gegenüber April und Mai 2019 eingebrochen ist.
  • Das Unternehmen hat zum Stichtag 29. Februar 2020 maximal 249 Beschäftigte – nur dann gilt es als KMU.
  • Der Auszubildende muss die Probezeit erfolgreich abschließen. Erst dann wird der Betrag ausgezahlt.

Noch stärker unterstützt werden Unternehmen, die ihr Ausbildungsangebot während der Coronakrise sogar erhöhen. Sie erhalten pro zusätzlich abgeschlossenem Ausbildungsvertrag einmalig 3000 Euro vom Staat. Dabei gelten ebenfalls die oben genannten Voraussetzungen.

Neben der Ausbildungsprämie hat das Bundeskabinett zudem eine sogenannte Übernahmeprämie beschlossen. KMU, die Auszubildende aus Corona-bedingt insolventen KMU bis zum Abschluss ihrer Ausbildung übernehmen, erhalten dadurch je Auszubildenden ebenfalls eine Prämie von 3000 Euro. KMU können außerdem auch zeitlich befristet die Ausbildung für ein anderes KMU übernehmen, wenn dieses die Ausbildung temporär nicht fortsetzen kann. Gründe dafür können sein, dass das Unternehmen pandemiebedingt schließen muss oder Auflagen erhält, die es maßgeblich erschweren, den Geschäftsbetrieb fortzusetzen. Übernimmt ein anderes KMU die Ausbildung für mindestens sechs Monate, ist es für die Förderung vom Staat qualifiziert.

Kurzarbeit vermeiden

KMU, die einen erheblichen Arbeitsausfall (mindestens 50 % im ganzen Betrieb) erleiden und trotzdem weiter ausbilden, sollen ebenfalls vom Staat gefördert werden. Dieser übernimmt 75 % der Bruttoausbildungsvergütung für jeden Monat, in dem dies der Fall ist. Voraussetzung ist, dass weder die Auszubildenden noch die Ausbilder in Kurzarbeit geschickt werden.

Kritik an der Initiative kommt derzeit von Seiten des VDMA. So werden fast zwei Drittel aller Auszubildenden im Maschinenbau in Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten ausgebildet. Diese sind jedoch von der Förderung ausgenommen. Insgesamt will die Bundesregierung für die Maßnahmen zusätzlich 500 Mio. Euro bereitstellen. Die Förderrichtlinie wird derzeit von den zuständigen Institutionen erarbeitet. Eine Antragstellung bei der Arbeitsagentur ist laut IHK Nord Westfalen frühestens möglich, wenn jene erlassen wurde. Unternehmen sollten die Prämien jedoch schon jetzt für ihre weitere Planung auf dem Schirm haben.

(ID:46575760)

Über den Autor

 Melanie Krauß

Melanie Krauß

Redakteurin Management & IT und Karriere & Weiterbildung