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Energiewende

So sieht industriefreundliche CO2-Bepreisung aus

| Autor/ Redakteur: Christa Friedl / B.A. Sebastian Hofmann

Wer Klimaschutz will, muss Treibhausgase mit einem Preis belegen. Ein VDMA-Gutachten empfiehlt dazu eine Neubepreisung von Strom, Gas und Kraftstoffen entsprechend ihrer CO2-Intensität.

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Kommt eine CO­2­-Bepreisung nach dem Modell des VDMA-Gutachtens bedeutet das für viele Maschinenbauer geringere Stromkosten.
Kommt eine CO­2­-Bepreisung nach dem Modell des VDMA-Gutachtens bedeutet das für viele Maschinenbauer geringere Stromkosten.
(Bild: ©chalermphon - stock.adobe.com)

Es klingt wie eine Forderung der Grünen, ist aber Originalton des VDMA: „Anstatt hier und da herumzuschrauben, braucht es eine langfristig angelegte Umgestaltung der heutigen Energieträgerbepreisung. Die Transformation gelingt nur, wenn alte Zöpfe staatlicher Vorgaben abgeschnitten werden und endlich auf neue Konzepte umgeschwenkt wird.“ Der Verband mischt sich ein in die aktuelle Debatte um CO2-Steuer und Klimaschutzkosten und hat dazu vom Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) ein Gutachten erstellen lassen.

Die Hauptfrage: Wie muss eine CO2-Bepreisung bis 2030 ausgestaltet sein, damit sie wirkt, zugleich aber die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie nicht schmälert? Die Antwort: indem die verschiedenen Energieträger nach ihrem Emissionsgehalt bepreist werden. Im Ergebnis würde Strom deutlich billiger, Gas und Kraftstoffe teurer.

Die nationalen Klimaziele können nur marktwirtschaftlich erreicht werden, betont der Verband. „Und was ist marktwirtschaftlicher als der Preis?“, so VDMA-Präsident Carl-Martin Welcker. Damit die Treibhausgas-
Emissionen sinken, soll die Industrie künftig Energieträger mit einem geringeren CO2-Ausstoß bevorzugt nutzen.

Neu ist dieses Ziel nicht. Auch Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt wollen durch einen Preis auf das Klimagas das Verhalten von Energieverbrauchern steuern. Fest steht: Der Staat behandelt die einzelnen Energieträger bislang ganz unterschiedlich und damit ungerecht. Umgerechnet in Cent/kWh sind die Belastungen auf Strom deutlich höher als bei Heiz- und Kraftstoffen. Stromintensive Unternehmen beklagen das schon lange. Die größte Kostenkomponente ist nicht die Stromsteuer, sondern EEG-Umlage und Netzentgelte.

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