Dabei kann sich der Dialog auf vielen Plattformen im Internet abspielen. „Wir haben in einer ersten, schnellen Ortung ungefähr 100 Foren und Technik-Blogs identifiziert, die für Igus relevante Themen aufgreifen“, sagt Kluth. „Wenn wir da authentisch mitdiskutieren, kommt das gut an.“
Entsprechend nutzen Unternehmen auch die Möglichkeit, über unterschiedliche Kanäle unterschiedliche Zielgruppen zu bedienen. „Die via Social Media vermittelten Inhalte sind andere als die, die auf der Homepage veröffentlicht werden“, berichtet Bentfeld. „Wir gestalten unsere Facebookseite tagesaktuell und können schnell und flexibel Fotos, Videos, Zitate oder Verlinkungen posten, die einen Blick hinter die Kulissen von Harting vermitteln.“
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Facebook vor allem bei Personalabteilungen beliebt
Vor allem die Personalabteilungen der Unternehmen nutzen gerne Facebook. „Jeder soll sich angesprochen fühlen und eingeladen sein, sich über Harting als Unternehmen und als Arbeitgeber zu informieren“, sagt Bentfeld. Trumpf hingegen hat sich hier eine engere Zielgruppe ausgesucht. „Über Facebook kommunizieren wir einerseits mit Schülern, die potenzielle Auszubildende sind, andererseits mit Auszubildenden, die bereits einen Vertrag unterschrieben, ihre Ausbildung aber noch nicht begonnen haben“, sagt Maier. Auf diesem Weg könne das Unternehmen sehr gut Kontakt zu dieser Zielgruppe halten.
Neben den Verantwortlichen für die Unternehmenskommunikation sind aber noch viele andere Mitarbeiter auf Social-Media-Plattformen aktiv. „Auch bei uns waren viele Igus-Kollegen mit ihren Profilen schneller da als das Unternehmen“, berichtet Kluth. Einige Unternehmen haben deshalb Richtlinien für ihre Beschäftigten im Umgang mit Social Media aufgestellt. „Grundsätzlich gilt: So wie man sich im normalen Leben verhält, so sollte man sich auch auf Social-Media-Plattformen verhalten“, erläutert Maier.
Mund-zu-Mund-Propaganda auch auf Social-Media-Plattformen positiv gesehen
Insgesamt sehen die Verantwortlichen für die Unternehmenskommunikation die Aktivitäten ihrer Kollegen unkritisch. „Wenn ein Mitarbeiter sich auf Social-Media-Plattformen zum Unternehmen äußert, ist das so ähnlich, wie wenn er in seiner Freizeit Freunden und Bekannten davon erzählt“, sagt Maier. „Für Mitarbeiter gilt: Mund-zu-Mund-Propaganda ist immer ein gutes Marketing“, findet auch Kraus.
„Viele unserer Mitarbeitenden sind auf ihrem privaten Facebook-Profil mit der Harting-Seite vernetzt. Im Social Web, in dem die persönliche Kommunikation einen sehr hohen Stellenwert besitzt, ist jeder Mitarbeitende eine Referenz für Harting“, sagt Bentfeld. Die Reaktionen der Kolleginnen und Kollegen seien übrigens durchweg positiv.
Doch auch andere Menschen sind bei Social-Media-Plattformen aktiv und sie sind nicht unbedingt so positiv eingestellt: Wer über diese Netzwerke kommuniziert muss, sich auch auf Kritik gefasst machen. „Im Web wird alles deutlich schneller kommuniziert, sodass eine Kommunikationskrise wesentlich schneller an Fahrt gewinnen kann“, ist sich Maier bewusst. Beunruhigt ist sie deswegen nicht: „Insgesamt überwiegen die Chancen die Gefahren in jedem Fall.“
Kritik über Social Media ernst nehmen und nutzen
„Kritik im Social Web muss jederzeit ernst genommen werden. Wer eine negative Äußerung verfasst, wird Gründe dafür haben“, sagt auch Bentfeld, gewinnt der Kritik aber auch positive Seiten ab: „Dass der Dialog zustande kommt, ist für mich einer der uneingeschränkt positiven Aspekte dabei. Wir möchten in einem solchen Fall diese Hintergründe erfahren und versuchen, diese aufzuklären.“ „Über Kritik freuen wir uns, sie bringt uns weiter, etwas Besseres gibt es doch nicht“, schließt sich Kluth an. Was unsachliche, rein negative Äußerungen angeht, beruhigt er: „Unqualifizierte Kritik darf man laut den gängigen Foren- und Community-Regeln als Administrator löschen.“ Bisher sei das bei Igus aber nur in Ausnahmefällen vorgekommen.
Stand: 08.12.2025
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