Vielseitig Fixieren Spannzangen jetzt von vorn in die Maschinenspindel schrauben

Redakteur: Peter Königsreuther

Ohne Mühe und im Handumdrehen könnten die neuen Schaublin-Spannzangen, die über eine Ratschenfunktion verfügen, in Drehmaschinen oder Bearbeitungszentren platziert werden. Hier erfahren Sie den Grund.

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Die SCS-Spannzangenfutter B32 respektive B45 haben eine Ratschenfunktion für den Schnellwechsel von vorn. Sie passen zu Spindeln des Typs A2-4, A2-5 und A2-6 und sollen ideale Rundlaufeigenschaften haben.
Die SCS-Spannzangenfutter B32 respektive B45 haben eine Ratschenfunktion für den Schnellwechsel von vorn. Sie passen zu Spindeln des Typs A2-4, A2-5 und A2-6 und sollen ideale Rundlaufeigenschaften haben.
(Bild: Schaublin)

Der Schweizer Spanntechnikexperten Schaublin ist bekannt für seine pfiffigen Neu- und Weiterentwicklungen, die mit bedienungsfreundlichem Handling die Nebenkosten und Maschinenstillstandszeiten bei der Zerspanung senken. Ein weiteres Beispiel für diese Expertise stellen die neuen Schaublin-Spannzangenfutter des Typs SCS dar, die für Drehmaschinen und Dreh-Fräs-Zentren konzipiert sind, wie es heißt. Aufgrund ihrer patentierten Ratschenfunktion ließen sich die Spannzangen nun ganz praktisch direkt von vorne eingeschraubt und axial exakt positioniert werden, betont der Hersteller. Folglich sind die Zeiten vorbei, in denen man rund um den Spindelstock hantieren musste, um zu lösen, auszurichten und die Verdrehsicherung im Spannzangenfutter arretierte.

Das unbeabsichtigte Verdrehen der Spannzange ist passé

Egal, ob es sich um die Fertigung einer filigranen Einspritzdüse oder um präzise Elektronik-, Medizin-, Schmuck-, Uhren- und Optikomponenten handelt – ohne genau arbeitende Maschinen, laufe kaum noch etwas. Denn die zulässigen Toleranzen werden immer kleiner und es werden oft nur noch Rautiefen akzeptiert, die im Mikrometerbereich liegen. René Motschi, Group Leader Design & Application bei Schaublin, merkt dazu an: „Mit einem breiten Spektrum von ultrapräzisen Spannmitteln unterstützen wir die Metall verarbeitende Industrie und decken damit nahezu alle Applikationen für das Drehen, Schleifen, Fräsen oder Abstechen ab.“ Das neue Spannzangenfutter SCS, das zur Bearbeitung von Stangenmaterial eingesetzt wird, sei ein gutes Beispiel dafür. Bei der neu integrierten Ratschenfunktion läuft die SCS-Verdrehsicherung beim Einschrauben synchron zur Spannzange mit und rastet mehrfach pro Umdrehung ein, heißt es, wodurch unbeabsichtigtes Verdrehen der Spannzange nicht zu befürchten ist.

Spannposition und Öffnungshub sind exakt definierbar

Genauer gesagt, wird die Spannzange mithilfe eines ringförmigen Montageschlüssels, über die Schlitze der Spannzange eingreifend, von vorne eingeschraubt. Die Sicherung gegen Verdrehen wird durch mehrmaliges Einrasten eines drehenden Mitnehmerkeiles während der Rotation gewährleistet. So könne sich die Spannzange nicht mehr ungewollt lösen. Weil die Anzahl der Raststellen pro Umdrehung relativ hoch sei, ließen sich Spannposition und Öffnungshub sehr präzise festlegen. Der drehende Mitnehmerkeil kann übrigens auch in seiner Rotation blockiert werden. Er kann funktioniere dann wie eine übliche Spannzangenaufnahme.

Durchaus innovativer als ähnlich erscheinende Systeme

Das Besondere am SCS-Spannzangenfutter sei, dass durch das Überwinden eines definierten Widerstandes in eingerasteter Position, sich die Spannzange ein- und ausschrauben ließe. Und zwar ohne, dass weitere Komponenten demontiert werden müssten. Motschi stellt klar: „Zwar gibt es auch andere Systeme, bei der die Spannzange von vorne eingeschraubt wird. Doch dafür muss die Verdrehsicherung manuell entfernt und anschließend erneut eingesetzt werden.“ Dabei werde die Spannzange oft am Führungsdurchmesser verklemmt und beschädigt. Doch auch das gehört mit dem SCS-Spannzangenfutter der Vergangenheit an, betont der Applikationsexperte. Und: dabei wird das Außengewinde durch die für Schaublin typische, orangefarbene Abdeckmutter vor Spänen und auftreffenden Schlägen geschützt.

Der Anwendungsmöglichkeiten sind viele

Im vorderen Außenbereich der SCS-Spannzangenaufnahme befindet sich jeweils ein Gewinde. Dadurch wird aus der Spannzangenaufnahme ein vielseitig einsetzbares Spannmittel, das folgende Konzepte erlaubt:

  • mit Spreizdornen und Ringfuttern für die Innenspannung;
  • mit Glockenspannzangen für große Durchmesser;
  • mit Abdeckmuttern und Schutzkappen;
  • je nach Einsatzfall, als Fixiersystem für unterschiedliche Flansche und Zusatzaufnahmen.

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