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Stanzen? Lasern? – Nein, Ätzen heißt die Alternative!

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Mit Erfolg: Bei der Waferproduktion eines Kunden wurde eine diffusionsgeschweißte Kühlplatte aus Titan benötigt. Zuvor fertigte das Unternehmen einen Stab aus 6 mm dickem Titan in einem Zeitraum von 24 Stunden. Das Material musste so dick sein, um ein Aufwölben zu vermeiden, da es durch Laserschweißen zu sich deckenden 1 mm dicken Platten weiterverarbeitet wurde. Das Laserschweißen wurde zweifach durchgeführt, um ein Auslaufen von Kühlflüssigkeit zu vermeiden. „Ein sehr aufwendiger und kostenintensiver Prozess“, so Markus Rettig, „der durch den Einsatz der Ätztechnik deutlich verkürzt werden konnte.“ Das Ätzen erlaubt die Verarbeitung von zwei 0,7 mm dünnen Titanplatten, was wiederum eine Gewichtsreduzierung von 75 % bedeutet. Außerdem verläuft der Bearbeitungsvorgang deutlich schneller und effizienter. Die Kombination von photochemischem Ätzen und Diffusionsschweißen ermöglicht die Herstellung von auslaufsicheren Produkten ohne Nahtstellen oder Schweißpunkte.

Hohe Stückzahlen versus Präzision und Schnelligkeit

Das Stanzen von Metall ist bei hohen Stückzahlen und gleichzeitig geometrisch einfacheren Teilen eine wirtschaftliche Lösung. Zumal sich bei großen Serien die Initialkosten der Werkzeugerstellung ausgleichen. Zudem sind beim Stanzen auch Bleche mit größeren Stärken möglich. Photochemisches Ätzen eignet sich nur für Metalle mit einer Dicke bis zu 1,5 mm; andernfalls wird der Vorgang unökonomisch. In den genannten Produktbeispielen jedoch ist das photochemische Ätzen aufgrund der Komplexität und Präzision der zu fertigenden Teile sowie der Schnelligkeit und Kosteneffizienz des Prozesses das Verfahren der Wahl.

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