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Precision Micro Stanzen? Lasern? – Nein, Ätzen heißt die Alternative!

Autor / Redakteur: Michaela Wassenberg / M.A. Frauke Finus

Stanzen ist gerade bei großen Losgrößen ein etabliertes Verfahren in der Blechverarbeitung. Mit filigranen und konturreichen Teilen ist die Stanztechnik aber mitunter überfordert. Eine echte Alternative ist hier das photochemische Ätzen, denn in einem subtraktiven chemischen Prozess können hochpräzise Metallteile erzielt werden – und das auch noch in großen Stückzahlen wirtschaftlich.

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Präzision trifft Design: High-End-Lautsprecherabdeckung für die Mercedes-C-Klasse.
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(Bild: Precision Micro)

Wenn es um die Fertigung von Metallteilen geht, ist das Stanzen ein etabliertes Verfahren, insbesondere bei großen Serienproduktionen und dickeren Ausgangsmaterialien. Zu bedenken sind die hohen Kosten für die Werkzeugerstellung, die sich aber amortisieren, je höher die zu fertigende Stückzahl ist. Wenn jedoch filigrane, detailreiche und konturgenaue Teile gefragt sind, stößt das Stanzverfahren an seine Grenzen. Durch das Stanzen werden Spannungen im Metall ausgelöst, die zur Anschrägung der Konturen und Gratbildung führen. Diese können erst in einem weiteren Prozessschritt beseitigt werden – was die Kosteneffizienz beeinträchtigt.

Bestimmte Anwendungen erfordern also ein Verfahren, das Planität und Konturgenauigkeit garantiert und gleichzeitig wirtschaftlich und auf hohe Stückzahlen ausgelegt ist. Mit der Ätztechnik sind diese Anforderungen erfüllt. In einem subtraktiven chemischen Prozess können hochpräzise Metallteile erzielt werden, sowohl zur Prototypenfertigung als auch in der Serienproduktion. Die Wiederholgenauigkeit ist beachtlich, wie Markus Rettig, Sales Manager bei Precision Micro in Deutschland, betont: „Beim photochemischen Ätzen gibt es keinen Werkzeugverschleiß, keine Materialermüdung wie bei anderen Verfahren. Wir können unseren Kunden garantieren, dass das erste und das millionste Teil absolut identisch sind.“ Precision Micro ist Spezialist für Ätztechnik und eines der führenden Unternehmen der Branche. In welchen Anwendungen die Ätztechnik ihre Vorteile gegenüber anderen Metallbearbeitungsverfahren ausspielt, zeigen die nachfolgenden Produktbeispiele.

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Flachfedern, Tellerfedern: Flach, glatt und gratfrei

Anwendungsbeispiele sind Federn für Benzindirekteinspritzung und ABS-Bremssysteme im Automotive-Sektor, Federn für kryogene Kühler sowie Federn im medizinischen Bereich.

Bei Federapplikationen kommt es sehr auf die Planität, Materialstärke und das Rückschnellverhalten an – Eigenschaften, die durch den Produktionsprozess nicht beeinträchtigt werden dürfen. Üblicherweise werden Flachfedern gestanzt oder gelasert, doch beide Verfahren haben ihre Grenzen. Beim Stanzen sind die Konturen nicht präzise genug und Grate entstehen. Das Lasern ist ein abtragender, thermischer Prozess, der aufgrund der hohen Wärmeerzeugung ebenfalls unebene Kanten hinterlässt. Wenn diese nicht in einem weiteren Schritt vollständig entfernt werden, können sie Angriffspunkt für eine mögliche Materialermüdung sein. Im Anschluss an beide Verfahren können die Teile zur Gratentfernung durch Taumelschleifen bearbeitet werden, ein Prozess, der jedoch seinerseits die Materialoberfläche beschädigen kann und außerdem zusätzliche Prozesskosten verursacht.

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