Precision Micro

Stanzen? Lasern? – Nein, Ätzen heißt die Alternative!

Seite: 2/4

Anbieter zum Thema

Im photochemischen Ätzverfahren dagegen entstehen in einem Verfahrensschritt vollkommen flache, glatte und gratfreie Federn; es wird keine zusätzliche Beanspruchung auf das Material ausgeübt. Rettig gibt ein Beispiel: „Bei Federn für Benzindirekteinspritzanlagen ist das Stanzen keine Option, obwohl die produzierten Stückzahlen das Verfahren aus Kostengründen rechtfertigen würden. Aufgrund der Härte des zu bearbeitenden Edelstahls würden die Stanzwerkzeuge jedoch rasch verschleißen und müssten regelmäßig erneuert werden – ein unwirtschaftliches Vorgehen.“ Mit der Ätztechnik ist dagegen die nötige Präzision und auch ein wirtschaftlicher Produktionsprozess möglich: „Gemeinsam mit einem unserer Kunden aus dem Automotive-Sektor haben wir eine Feder für ein Einspritzsystem entwickelt, bei der das kleinste Detail eine Öffnung mit 4 mm Durchmesser ist, die wir dank der Ätztechnik mit einer Toleranz von +/-35 Mikrometer bei einem 0,6 mm dünnen Material produzieren können. Das entspricht einer 5-prozentigen Toleranz bezogen auf die Materialstärke. Diese Genauigkeit ist mit Stanzen oder Lasern nicht zu erreichen.“

Ein Aspekt, der nicht außer Acht gelassen werden darf, ist die Lebensdauer der gefertigten Metallteile. Sie sollen in ihren Anwendungen über lange Zeiträume fehlerfrei arbeiten und müssen daher so produziert werden, dass ihre vorhandenen Eigenschaften noch optimiert werden. Dabei ist die Kantenbeschaffenheit ein entscheidender Faktor. Mit dem Ätzverfahren gelingt eine einwandfreie Profilierung von spezifischem martensitischem Chromstahl, wie er in Federapplikationen in der Automobilbranche, in der Raumfahrt oder im medizinischen Bereich Verwendung findet.

Filter: Innovatives Design bei hoher Präzision

Typische Anwendungen, für die Precision Micro Komponenten produziert, sind Präzisionssprühdüsen für Haushaltsduschköpfe, High-End-Lautsprechergitter im Fahrzeuginnenraum für die Mercedes-C-Klasse, Insektengitter für Rauchmelder sowie kraniale Netzimplantate aus Titan.

Bei Gittern und Filtern sprechen die Komplexität und geringe Größe der Strukturen für das chemische Ätzen. Die Werkzeugerstellung verursacht beim Stanzen aufgrund der filigranen Öffnungen und Verbindungen deutlich höhere Kosten und benötigt eine viel längere Vorlaufzeit als beim Ätzen. Hier kommt es bei der digitalen Werkzeugerstellung nicht darauf an, ob es sich um ein Loch oder hunderte handelt. Die Fotomasken können wenn nötig in wenigen Stunden erstellt und auch unkompliziert modifiziert werden. Auch können Logos, dekorative Verzierungen (zum Beispiel bei Lautsprecherabdeckungen) oder Artikelnummern gleichzeitig während des Ätzvorgangs in die Netzstruktur eingraviert werden. Seriennummern sind beispielsweise bei Schädelimplantaten zur Identifizierung von Bedeutung. Die glatten und gratfreien Konturen, die beim Ätzvorgang entstehen, wirken sich positiv auf die Durchflusseigenschaften der Gitter aus; Grate können diese negativ beeinflussen.

(ID:43642419)