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Bioschmierstoffe sind bei der Windkraft insbesondere im Offshore-Bereich gefragte Produkte. Den Grund nennt Dr. Rolf Schneider vom Leibniz-Institut für Ostseeforschung in Warnemünde: „Marine Ökosysteme, besonders im Bereich der Ostsee, aber auch der Deutschen Bucht, sind durchaus in der Lage, biogene fettige Oberflächenfilme abzubauen.“
5-MW-Windturbine benötigt 700 bis 1000 l Öl bei einem Wechselintervall
Dabei sieht die Helsinki-Kommission die Ostsee als eines der am schwersten belasteten Meeresgebiete der Welt. Hier soll die EU-Meeresstrategie entgegenwirken, indem sie eine Konzentration dieser Umweltchemikalien nahe null fordert. Für Tests zur Umweltrelevanz von Bioschmierstoffen führt das Institut, an dem Schneider wirkt, Versuche mit Bioölen und Miesmuscheln durch.
Dass es sich bei den zu erwartenden Zuwachsraten bei der Windenergie um ein lukratives Geschäftsfeld handeln kann, zeigen die Eckdaten. In Deutschland drehen sich mehr als 21.000 moderne Windmühlen. Dabei benötigt eine 5-MW-Turbine 700 bis 1000 l Öl bei einem Wechselintervall von drei bis fünf Jahren.
Für den reibungslosen Betrieb werden Generatorlager, Rotorlager, Blattlager und Turmlager geschmiert. In Windkraftanlagen ist die zentrale Aufgabe der Schmierstoffe der Aufbau eines tragfähigen Schmierstofffilms. Darüber hinaus dienen sie zum Aufbau eines beständigen Schutzfilms, insbesondere im Offshore-Bereich mit korrosionsfördernder, natriumchloridhaltiger Luft.
Forschungsprojekt untersucht Windenergie-Bioschmierstoffe
Zur weiteren Entwicklung besteht ein Verbundforschungsprojekt: „Bioschmierstoffe für steigende Anforderungen im Hinblick auf Standortwahl und Ertrag von Windkraftanlagen.“ Forschungsgegenstände sind Schmierstoffentwicklung, Getriebeuntersuchungen, Wälzlageruntersuchungen, Condition Monitoring und ökologische Untersuchungen. Projektpartner sind Unternehmen wie die Südzucker AG, der Schmierstoffhersteller Fuchs Petrolub AG, die Lagerspezialisten SKF GmbH und Thyssen-Krupp Rothe Erde GmbH, Bosch Rexroth AG und die Windanlagenhersteller GE Wind Energy GmbH und Nordex Energy GmbH. Als Forschungspartner unterstützen das Institut für Maschinenelemente und Maschinengestaltung der RWTH Aachen sowie das Leibniz-Institut für Ostseeforschung das Projekt.
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