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Digitalisierung

Steuerungen sind fit für Industrie-4.0-Anwendungen

| Autor/ Redakteur: Reinhold Schäfer / Reinhold Schäfer

In vielen Unternehmen wird über das Thema Industrie 4.0 geredet. Damit es auch zu Taten in der Produktion der Anwender kommen kann, haben die Steuerungshersteller ihre Produkte für den Einsatz in der digitalen Fabrik vorbereitet.

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Die Steuerung Pro Numeric XCx800 verfügt nun über Ethercat.
Die Steuerung Pro Numeric XCx800 verfügt nun über Ethercat.
(Bild: Schleicher Electronic)

Die Fabriken sollen fit gemacht werden, um sie der immer digitaler werdenden Welt anzupassen. Hauptsächlich geht es darum, die Durchlaufzeiten in der Fertigung zu verkürzen und es zu ermöglichen, Produkte auch in der Los- größe 1 wirtschaftlich zu fertigen. Die Automatisierung ist eine Voraussetzung, um dies zu erreichen. Dazu müssen die Steuerungen selbst bestimmte Bedingungen erfüllen, damit sie in der digitalen Industrie-4.0-Welt eingesetzt werden können.

Die Steuerungshersteller haben dies erkannt und ihre Produkte entsprechend angepasst. Sogar Unternehmen, die traditionell mit Steuerungen gar nichts am Hut haben, beschäftigen sich im Zuge der Industrie-4.0-Einführung mit der Steuerungsthematik. Auf der Hannover Messe 2016 hat es so ein Unternehmen sogar geschafft, dafür den begehrten Hermes-Award zu ergattern.

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In diesem Jahr hat nämlich die unabhängige Jury unter dem Vorsitz von Wolfgang Wahlster, Geschäftsführer des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz, das Unternehmen Harting ausgewählt: Für den Einplatinencomputer Mica (Modular Industry Computing Architecture), der das Referenzarchitekturmodell Industrie 4.0 erfüllt, erhielt das Unternehmen aus Espelkamp den Hermes-Award.

Hermes-Award für Einplatinencomputer

Das industrietaugliche System in der Schutzart IP67 ermöglicht es, Daten im direkten Umfeld von bereits existierenden Maschinen auszuwerten und mit dem IT-System eines Betriebes zu vernetzen. Als Eyecatcher war auf dem Messestand von Harting das Rinspeed-Konzeptfahrzeug „Etos“ im Mittelpunkt. Es setzt bei der Emissionsüberwachung auf den Einplatinencomputer Mica von Harting – zur unabhängigen Emissions- und Zustandsüberwachung. Diese digitale Innovation soll die Umwelt sauber halten.

Der Mica soll zeigen, wie Antriebs- und Motorendaten kontinuierlich erfasst und übermittelt werden können – und dann von einer neutralen Stelle (Dekra) ausgewertet und aufbereitet werden, so wie es Kunde und Vertragspartner vorab vereinbart haben. „Am Beispiel des Etos zeigen wir, wie vielfältig und eigentlich ‚bunt‘ unsere Harting Mica ist und wie breit ihr Anwendungsspektrum“, sagt Unternehmer Philip Harting.

Dateneingabe erfolgt über Webbrowser

Ein weiteres Beispiel ist das Unternehmen Igus: Bereits seit einigen Jahren bietet es innerhalb des Drylin-Programms seine Linearachsen mit passenden Schritt- oder Gleichstrommotoren an. Für eine noch einfachere Ansteuerung und Bedienbarkeit der Achsen stellt das Unternehmen jetzt erstmals eine eigene Motorsteuerung vor. Damit kann das Unternehmen nun das Gesamtsystem aus Lineartechnik, Elektromotor und Steuerung anbieten. Wie René Erdmann, Leiter des Geschäftsbereichs Drylin-E-Antriebstechnik bei Igus, erklärt, legte man bei der Entwicklung dieser Steuerung den Fokus auf eine möglichst einfache Bedienung, mit der sich die Anwendung schnell in Betrieb nehmen lässt.

Die Steuerung verzichtet auf zusätzliche Software oder eine App, alles ist nach Aussage des Herstellers integriert. Die Bedienoberfläche zum Eingeben der Daten lässt sich über die IP-Adresse im Browser öffnen – ganz egal, ob auf dem Smartphone, dem Tablet oder dem Computer. „Die Inbetriebnahme einer motorbetriebenen Achse zusammen mit der neuen Steuerung Dryve ist in unter einer Minute möglich“, so Erdmann.

Danach können die Werte einfach über den Webbrowser verändert oder Zwischenschritte hinzugefügt werden. Der Zugang kann dabei passwortgeschützt werden, alle Daten und Programmschritte werden auf der Steuerung gespeichert und können optional als Parametrierdatei extern abgelegt werden. Wie Erdmann erklärt, hat Igus die Steuerung, die mit dem Motor der Achse verbunden wird, bewusst platzsparend konstruiert, sodass sie problemlos in Schaltschränken auf einer Hutschiene montiert werden kann.

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