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Mit Elektroantrieb auf 324 km/h Studenten der TU München gewinnen Hyperloop-Wettbewerb von Elon Musk

| Autor: Stefanie Michel

Höchstgeschwindigkeit war das, was zählte: Bei der Space-X Hyperloop Pod Competition von Elon Musk traten mit Elektromotor angetriebene Kapseln auf einer Teststrecke gegeneinander an. Darunter war auch das „WARR Hyperloop Team“ der TU München, das mit seiner Kapsel 324 km/h erreichte und damit den Wettbewerb gewann.

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In der Teströhre im Teilvakuum konnte die nur 80 kg schwere Kapsel bis auf 324 km/h beschleunigen und so den Wettbewerb gewinnen.
In der Teströhre im Teilvakuum konnte die nur 80 kg schwere Kapsel bis auf 324 km/h beschleunigen und so den Wettbewerb gewinnen.
(Bild: WARR Hyperloop Team)

Elon Musk, CEO von Tesla und Space-X, hat eine Vision für die Mobilität der Zukunft: In Stahlröhren mit Teilvakuum sollen sich elektrisch angetriebene Kapseln in hoher Geschwindigkeit fortbewegen – eine Art Zug, der mit annähernd Schallgeschwindigkeit fährt. Um die Entwicklung voranzutreiben, hat er 2015 die Space-X Hyperloop Pod Competition ins Leben gerufen, bei der internationale Teams mit ihren selbstgebauten Kapseln auf einer Teststrecke gegeneinander antreten.

Schon der Pod des ersten WARR Hyperloop Teams (WARR = Wissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft für Raketentechnik und Raumfahrt) der TU München gewann den Hauptpreis für die schnellste Kapsel sowie den Best Performance in Flight-Preis. Jetzt beim zweiten Wettbewerb, der gerade im kalifornischen Hawthorne stattgefunden hat, war das einzige Entscheidungskriterium für den Sieg die Höchstgeschwindigkeit.

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Antriebssystem mit Elektromotor beschleunigt mit 1,5 g

Die 30 Studierenden elf verschiedener Nationen und unterschiedlicher Fachrichtungen arbeiteten seit Monaten an dem neuen Pod, den sie bereits im Januar der Öffentlichkeit vorstellten. Um möglichst hohe Geschwindigkeiten zu erreichen, entwickelte das Team ein eigenes Antriebssystem mit einem 50 kW starken Elektromotor. Für eine bessere Kraftübertragung setzten sie zudem pneumatische Muskeln ein, die das Antriebsrad auf die Schiene pressen. Vergleichbar ist dieses System mit dem Spoiler eines Sportwagens, der das Auto auf die Straße drückt und so das Durchdrehen der Reifen verhindert.

Mit diesem Antriebssystem beschleunigt die Kapsel mit etwa 1,5 g auf eine Höchstgeschwindigkeit von 350 km/h. Darüber hinaus legten die jungen Erfinder viel Wert auf Leichtbau und fertigten die komplette Struktur aus Kohlefaser. Die Kapsel hat ein Gesamtgewicht von nur 70 kg.

Für das Bremssystem werden vier pneumatische Bremszangen verwendet, die selbst im Falle eines Stromausfalls aktiviert werden können. Bei einer Vollbremsung von 350 km/h steht die Kapsel nach nur fünf Sekunden. Ein eingebautes Stabilisationssystem, welches die Kapsel stets im Zentrum der Röhre hält, sorgt darüber hinaus für optimales Durchqueren der Röhre.

Das Gefährt wurde mit 38 Sensoren ausgestattet, die während der Fahrt relevante Informationen wie die Position oder Temperatur verschiedener Komponenten der Kapsel liefern. Die Daten werden von einem selbst entwickelten und maßgefertigten Elektroniksystem verarbeitet.

Münchener Kapsel mit 324 km/h in der Teströhre

Mitte August reiste das 30-köpfige Team mit ihrer Kapsel nach Kalifornien zum Firmengelände von Space-X, wo sie in der 1,25 km langen Teströhre gegen mehr als 20 Teams aus aller Welt angetreten sind. Dort wollten die Studierenden erneut einen Geschwindigkeitsrekord aufstellen.

Nur drei Teams konnten sich nach den strengen technischen Vortests für das Finale qualifizieren. Neben dem WARR-Hyperloop-Team der TU München waren dies Paradigm Hyperloop, ein Team der Northeastern University and Memorial University of Newfoundland & Labrador sowie Swissloop von der ETH Zurich.

Die Kapsel von Swissloop erreichte in der Vakuumröhre 39 km/h, Paradigm Hyperloop kam auf 104 km/h. Als letztes Team startete WARR Hyperloop mit einem der kleinsten Pods im Wettbewerb. Das Konzept ging auf: In der Röhre beschleunigte die Kapsel auf 324 km/h und war damit mit Abstand die schnellste im Wettbewerb.

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Über den Autor

 Stefanie Michel

Stefanie Michel

Journalist, MM MaschinenMarkt