Solarstrom Subventionskürzung in Italien drängt Investoren zum Schlussspurt

Redakteur: Peter Steinmüller

Italien wird die Förderung für Solarstrom ab dem Jahr 2011 moderat senken. Das meldet die Nürnberger Kanzlei Rödl & Partner aufgrund der ihr vorliegenden nicht amtlichen Version des Conto Energia III für Freiflächenanlagen eine Reduzierung in drei Schritten von 9,3 bis 23,7% bei einer Leistung bis 5 MW und von 14,2 bis 27,5% bei einer Leistung von mehr als 5 MW vor.

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Roberto Pera, Partner von Rödl & Partner in Rom: „Die neuen Leitlinien waren überfällig. Die Genehmigungsverfahren waren teilweise von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich.“ Bild: Rödl & Partner
Roberto Pera, Partner von Rödl & Partner in Rom: „Die neuen Leitlinien waren überfällig. Die Genehmigungsverfahren waren teilweise von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich.“ Bild: Rödl & Partner
( Archiv: Vogel Business Media )

Dies hat laut Rödl & Partner der Rat aus Vertretern der italienischen Regionen und der Zentralregierung (Conferenza Stato e Regioni) am 8. Juli 2010 in Rom beschlossen. Die lange erwartete Neuregelung tritt in Kraft, sobald sie im italienischen Staatsanzeiger veröffentlicht wurde.

Italien bleibt Europas interessantester Solarstrommarkt

„Italien behauptet mit dieser moderaten Kürzung seinen internationalen Spitzenplatz bei der Förderung der Solarenergie. Mit den neuen Regeln wurde eine sehr gute, für alle Investoren tragbare Lösung gefunden“, erklärt Svenja Bartels, Partnerin von Rödl & Partner in Padua. „Italien bleibt damit ein, wenn nicht der interessanteste Markt für Solarstrom in Europa.“

Das neue Conto Energia unterscheidet nur noch zwischen Dachanlagen und sonstigen Anlagen, unter die auch Freiflächenanlagen fallen. Bisher war zwischen integrierten, teilintegrierten und vollintegrierten Anlagen differenziert worden. Die Fördertarife werden im Verlauf des Jahres 2011 in drei Schritten progressiv abgesenkt.

Für sonstige Anlagen bis 5 MW liegt die Senkung im Vergleich mit den Fördertarifen 2010 im ersten Jahresdrittel bei durchschnittlich 9,4%, im zweiten bei 14,5% und im dritten bei 23,4%. Für sonstige Anlagen mit einer Leistung über 5 MW liegt die Senkung im ersten Jahresdrittel bei 14,2%, im zweiten bei rund 20,5% und im dritten bei rund 27,5%.

Deckelung ist kein Problem für Investoren

Für die Zeit nach 2011 ist bis 2013 eine jährliche Absenkung um jeweils weitere 6% vorgesehen. Über das Conto Energia III können neue Anlagen bis zu einer Deckelung von insgesamt 3000 MW gefördert werden. „Nach der bisherigen Erfahrung stellt die Deckelung kein Problem für Investoren dar“, betont Roberto Pera, Partner von Rödl & Partner in Rom. „Wir rechnen damit, dass das maximale Volumen frühestens in zwei Jahren erreicht wird. Danach gilt wie bereits beim Conto Energia II ein Übergangszeitraum von 14 Monaten, in dem die Förderung weiterläuft.“

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