Fahrzeugsicherheit Testzentrum an der TH Ingolstadt eingeweiht

Redakteur: Beate Christmann

Am 6. Juni 2016 wurde mit Carissma das neue Forschungs- und Testzentrum für Fahrzeugsicherheit in Deutschland eingeweiht. Das Gebäude der Technischen Hochschule Ingolstadt, in dem sich hochkomplexe Verkehrsszenarien realisieren lassen, steht Wissenschaftlern und Automobilherstellern ab sofort für Forschungen zu globalen Sicherheitskonzepten zur Verfügung.

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Fahrzeugversuch: Ein Dummy läuft vor ein autonom fahrendes Auto.
Fahrzeugversuch: Ein Dummy läuft vor ein autonom fahrendes Auto.
(Bild: Mario Ratzel/THI)

Die Automobilindustrie ist seit jeher ein Innovationstreiber. Aktueller Trend: Autonomes Fahren. Doch wenn in Zukunft vermehrt Fahrzeuge auf Deutschlands Straßen unterwegs sein sollen, die wie von Geisterhand gelenkt werden sollen, dann sind neue Sicherheitskonzepte gefragt. Diese können ab sofort im neuen Forschungsbau Carissma (Center of Automotive Research on Integrated Safety Systems and Measurement Area), dem Forschungs- und Testzentrum für Fahrzeugsicherheit in Deutschland an der Technischen Hochschule Ingolstadt (THI) nicht nur entwickelt, sondern vor allem unter Realbedingungen erprobt werden.

Am 6. Juni 2016 wurde Carissma unter der Anwesenheit von rund 500 Gästen aus Politik, Wissenschaft und Industrie offiziell eingeweiht. Der große Knalleffekt zur offiziellen Inbetriebnahme blieb passender Weise nicht aus: Denn genau darum geht es ja, Strategien zur Unfallvermeidung zu validieren und im Zusammenspiel mit unfallfolgemindernden Instrumente wie beispielsweise einem Airbag auf ihre Wirkung hin zu testen. Der innovative Forschungsbau steht ab sofort Wissenschaftlern wie Automobilherstellern und Zulieferern aus aller Welt für gemeinsame Forschungsprojekte zur Verfügung.

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Entwicklung von Sicherheitskonzepten

Ziel ist die Entwicklung und Validierung globaler Sicherheitskonzepte, in denen aktive, passive und kooperative Sicherheitssysteme gezielt ineinandergreifen. Dabei können erstmalig vorausschauende Sicherheitssysteme vor, während und nach einem Unfall unter reproduzierbaren Bedingungen getestet werden. Durch die Vernetzung der 123 m langen Indoorversuchsanlage sowie des Freiversuchsgelände mit Plattformrobotern, realitätsnahen Attrappen und virtuellen Hindernissen können hochkomplexe Szenarien vergleichsweise einfach konzipiert und realisiert werden. Mit einem Investitionsvolumen von 28 Mio. Euro ist Carissma zudem der erste Forschungsbau an einer Fachhochschule, der auf Empfehlung des Wissenschaftsrates in die gemeinsame Förderung von Bund und Ländern aufgenommen wurde.

Nach der finalen Ausbaustufe im Jahr 2018 werden insgesamt 85 Forscher und Versuchsingenieure am Leitzentrum für integrale Fahrzeugsicherheit arbeiten. Das Team vereint Automotive-Experten aus den unterschiedlichsten Disziplinen, von Ingenieurwissenschaften und Informatik bis hin zu Verkehrspsychologie und -ökonomie. Professor Dr. Thomas Brandmeier, wissenschaftlicher Leiter von Carissma erklärt, warum der interdisziplinäre Austausch entscheidend ist, um einen ganzheitlichen Ansatz in der Verkehrssicherheit zu etablieren: „Kommunikation spielt eine wichtige Rolle. Wir fördern in jeglicher Hinsicht den Dialog, egal, ob in der Kommunikation zwischen Fahrzeugen und ihrer Umwelt, zwischen verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen oder in der internationalen Automotive-Community.“

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