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Kamera- und Monitorsysteme Tote Winkel ade: Kamera ersetzt Lkw-Spiegel

| Redakteur: Rebecca Vogt

Corner Eye macht Front- und Rampenspiegel an Lkw überflüssig. Das Kamera-/Monitorsystem hat die Zulassung des niederländischen Zentrums für Fahrzeugtechnik und Information (RDW) erhalten. Es soll dabei helfen, die Verkehrssicherheit zu verbessern.

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Die Spiegel der Klassen V und VI sind zukünftig überflüssig. Corner Eye kann sie ersetzen.
Die Spiegel der Klassen V und VI sind zukünftig überflüssig. Corner Eye kann sie ersetzen.
(Bild: Orlaco)

Immer wieder stellen tote Winkel im Sichtfeld von Lkw-Fahrern eine Gefahr dar. Diese „blind spots“ im Lkw-Umfeld gehören nun der Vergangenheit an. Das niederländische Unternehmen Orlaco hat ein System entwickelt, das Spiegel an Lkw überflüssig macht: Corner Eye ersetzt beide Spiegel der Klassen V und VI, die der Front- beziehungsweise Seitensicht dienen, vollständig.

Auch die Zulassung hat das System bereits in der Tasche: Das RDW hat Corner Eye gemäß der Richtlinie R46 für indirekte Sicht getestet und seine Zustimmung für die Anwendung erteilt. Bisher waren Kamera- und Monitorsysteme nur zugelassen, wenn das Fahrzeug zusätzlich auch einen oder beide Spiegel aufwies. Zukünftig müssen Lkw-Hersteller ihre Fahrzeuge also nicht mehr mit Spiegeln ausstatten.

Kamera und Monitor liefern Bilder in Echtzeit

Das System besteht aus einer Kamera und einem Monitor in HD-Qualität, einer speziellen Kamerahalterung und einem Anschlusskabel für die Durchfuhr. Die mit Weitwinkelobjektiv ausgestattete Kamera wird vorne rechts an der Fahrerkabine montiert. Sie bietet einen Blickwinkel von 270°.

Der Monitor mit einer Größe von 10,1'' ist in der Kabine auf der Beifahrerseite angebracht. Er liefert dem Fahrer Bilder in Echtzeit. Dessen Sichtfeld reicht so laut Orlaco sogar über die vorgeschriebenen Sichtfelder der Klassen V und VI hinaus. Konzipiert wurde das System speziell für Lastwagen sowie schwere Maschinen.

Unfall- und Schadensrisiko soll verringert werden

Corner Eye soll vor allem dabei helfen, die Verkehrssicherheit zu verbessern. Kameras bieten eine bessere Sicht und eine höhere Bildqualität als normale Spiegel. Selbst bei ungünstigen Witterungsbedingungen wie Regen, Nebel, Schnee oder hellem Sonnenlicht liefern sie eine gute Sicht und Bildqualität. Auch bei Dunkelheit bietet die lichtempfindliche Kamera ein gutes Bild.

Ihr robustes Gehäuse nach Schutzklasse IP69K schützt sie vor Wasser und Chemikalien. Zudem ist die Kamera stoß- und vibrationsfest. Insgesamt wird so laut Hersteller das Unfall- und Schadensrisiko erheblich gesenkt, was wiederum zu niedrigeren Versicherungsprämien und weniger Folgeschäden führt.

Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die Stellung der Spiegel nicht mehr individuell reguliert werden muss. Ist das System einmal montiert, befindet es sich für jeden Fahrer in der korrekten Position. Darüber hinaus geht Orlaco davon aus, dass durch das Wegfallen der Spiegel der Luftwiderstand sinkt und damit Kraftstoff gespart wird.

System auch auf elektromagnetische Verträglichkeit geprüft

Um die Anforderungen des RDW zu erfüllen, hat das System auch eine Zulassung gemäß der R10-Richtlinie für elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) erhalten. Es wird also nicht durch andere Elektronik im Lkw – wie Radio, Navigationssysteme oder Handys – gestört. Zugleich verursacht es laut Hersteller auch selbst keine Störungen dieser Elektronik.

Orlaco liefert Corner Eye in erster Linie an Lkw-Hersteller und -Händler. Das System eignet sich jedoch im Bereich der Überwachung auch für Baumaschinen. Die Position der Kamera und des Monitors muss jeweils genau ausgerichtet sein und variiert je nach Lkw-Typ. Hersteller, die Corner Eye als Original Equipment Manufacturer (OEM) installieren wollen, erhalten daher Unterstützung von Orlaco.

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