Arcelor Mittal auf der Blechexpo 2021 Transformation der Stahlherstellung

Redakteur: M.A. Frauke Finus

Im Rahmen einer Pressekonferenz am zweiten Messetag erläuterte Arcelor MIttal, dass die Nachfrage für nachhaltige Stahlprodukte steigt.

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„Unter der Dachmarke X Carb werden bei Arcelor Mittal Bestrebungen für niedrige Emissionen vereint“, erklärt Jochen Grünewald, Arcelor Mittal.
„Unter der Dachmarke X Carb werden bei Arcelor Mittal Bestrebungen für niedrige Emissionen vereint“, erklärt Jochen Grünewald, Arcelor Mittal.
(Bild: VCG/Finus)

„Damit die Transformation der Stahlbranche mit grünen Stahlzertifikaten und letztlich emissionsfreien Stahlprodukten gelingt, müssen die Produkte vom Endverbraucher angenommen werden“, erklärt Jochen Grünewald, Managing Director Arcelor Mittal Commercial DACH. Dabei spielen aus Sicht von Arcelor Mittal die Unternehmen, die Stahlprodukte für Endverbraucher herstellen, eine zentrale Rolle. „Dank unserer Zertifikate X Carb Green Steel können die Kunden, die unsere Zertifikate erwerben, die CO2-Einsparungen direkt an ihre Endkunden weitergeben – ganz im Sinne des Scope-3-Ansatzes.“ Der Sanitärzulieferer Bette hat bereits die ersten Zertifikate von X Carb Green Steel gekauft.

Bremen und Eisenhüttenstadt sind zertifizierte Produktionsstätten

„Zusammen mit unserer X-Carb-Initiative verkörpern unsere Responsible-Steel-Zertifizierungen das, was wir unseren Kunden in Bezug auf Nachhaltigkeit bieten wollen", erklärt Steffen Lüdemann, Mitglied der Geschäftsleitung des Arcelor-Mittal-Werks in Eisenhüttenstadt. Arcelor Mittal Bremen und Eisenhüttenstadt gehören zu den weltweit ersten Standorten der Arcelor-Mittal-Gruppe, die nach der Standardisierungsinitiative Responsible Steel für Nachhaltigkeit in der Stahlindustrie zertifiziert wurden. „Wir haben uns auf die Zertifizierung drei Jahre intensiv vorbereitet. Und wir verstehen es als Auszeichnung, dass die Mitarbeitenden in Eisenhüttenstadt die Zertifizierung dieses Jahr im Juli zusammen mit unseren Kolleginnen und Kollegen in Bremen erreicht haben“, so Lüdemann.

Responsible Steel ist eine gemeinnützige Organisation, die Nachhaltigkeitsstandards und ein unabhängiges Zertifizierungsprogramm für die Stahlwertschöpfungskette entwickelt hat. Im Kern handelt es sich dabei um eine Zusammenarbeit mehrerer Interessengruppen aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft. An dieser einzigartigen Initiative sind inzwischen über 40 Mitglieder und Partner beteiligt, die sich aus Unternehmen und zivilgesellschaftlichen Organisationen auf der ganzen Welt zusammensetzen. Mehr unter Responsible Steel.

Zertifizierte Produkte

Unter der Dachmarke X Carb werden bei Arcelor Mittal alle Produkte, Prozesse und Projekte für niedrige oder null CO2-Emissionen vereint. Die damit verbundenen Zertifikate geben Kunden die Möglichkeit, ihre Scope-3-Emissionen sofort zu senken. Sie basieren auf Investitionen des Unternehmens, die zu CO2-Einsparungen führen. Diese Einsparungen werden von unabhängiger Seite geprüft und in X-Carb-Green-Steel-Zertifikate umgerechnet.

Der dabei verwendete Faktor stellt die durchschnittliche Kohlenstoffintensität der europäischen Stahlerzeugung dar. ArcelorMittal geht davon aus, dass bis Ende 2022 etwa 600.000 entsprechende Tonnen grünen Stahls als Ergebnis weiterer CO2-Emissionsreduzierungen bei Arcelor Mittal Europe – Flat Products angeboten werden können.

Steel 4 Future: die deutsche Transformationsstrategie

Mit Milliardeninvestitionen will Arcelor Mittal Germany in den kommenden Jahren den Wandel zu einer CO2-neutralen Stahlproduktion vorantreiben. In den vier deutschen Arcelor-Mittal-Werken entstehen deswegen aktuell an vielen Stellen neue Technologien und Produktionsabläufe, um den Einsatz von Erdgas und Kokskohle durch Verfahren auf der Basis von Wasserstoff und Strom aus erneuerbaren Energien abzulösen. Mehr dazu unter Steel 4 Future.

Emissionsarmer Stahl: Die Nachfrage steigt

Bei Consumer-Produkten hat der Wandel hin zu CO2-neutralen Produkten bereits begonnen. Das belegt Arcelor-Mittal-Kunde und Sanitärausstatter Bette. „Aktuell stellen wir fest, dass das Interesse und die Nachfrage zu grünen Produkten und unseren Bemühungen und Bestrebungen rund um das Thema Ressourcenschonung zunehmen“, sagt Bette-Geschäftsführer Thilo C. Pahl. „Wir gehen davon aus, dass qualitativ hochwertige, mit eindrucksvollem Design und mit unserem grünen Stahl gefertigte Produkte wie die Badewannen, Duschwannen und Waschtische von Bette den Anfang machen und andere Hersteller den Trendsettern schnell folgen“, ist sich Grünewald sicher.

Arcelor Mittal auf der Blechexpo: Halle 10, Stand 10311

Weitere Meldungen zur Blechexpo finden Sie in unserem Special.

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