Maschinenaußenhandel Trotz Krise: Russland importiert mehr deutsche Maschinen
Das Exportgeschäft mit vielen Topabnehmerländern bricht derzeit deutlich ein. Nicht so Russland. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum legten die Exporte sogar noch zu.
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Die Maschinenexporte aus Deutschland sind im zweiten Quartal noch weiter eingebrochen. Sie lagen ganze 22,9 % unter Vorjahr. Die Exporte in die EU-27 sogar noch deutlicher mit 27,7 %. Das zeigen aktuelle Zahlen des VDMA.
Das Exportgeschäft mit den vom Coronavirus stark gebeutelten Ländern wie Frankreich (minus 28,2 %), Italien (minus 31 %),Spanien (minus 32,1 %) und dem Vereinigten Königreich (minus 36,4 %) war in diesem Zeitraum erwartungsgemäß besonders schlecht. Kumuliert betrachtet ergibt sich in den ersten sechs Monaten dieses Jahres ein Exportminus von 17,3 % in die EU-27 Partnerländer.
In das sonstige Europa wurden im gleichen Zeitraum 11,3 % weniger Maschinen geliefert. Dabei sticht vor allem Russland heraus, das im ersten Halbjahr als einziges Top-Abnehmerland ein Exportplus in Höhe von 4,5 % verzeichnete. „Das Plus ist größtenteils auf Großaufträge für die russische Prozessindustrie zurückzuführen, die im Juni realisiert wurden“, erläutert VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers. „Dieser jüngste Wachstumstrend bei den Maschinenexporten aus Deutschland nach Russland wird aller Voraussicht nach nicht anhalten.” Dennoch ist Russland nun wieder auf Platz neun der wichtigsten Abnehmerländern für Maschinenexporteure aus Deutschland vorgerückt und hat die Schweiz auf Platz zehn verdrängt.
China könnte erneut wichtigster Einzelmarkt werden
Die Exportentwicklungen in die beiden wichtigsten Einzelmärkten USA und China unterscheiden sich deutlich. Die Maschinenexporteure aus Deutschland lieferten im zweiten Quartal 23 % weniger in die Vereinigten Staaten als noch vor einem Jahr. Das China-Geschäft nahm hingegen zwischen April und Juni nur um 7,9 % ab. China ist damit auf dem Weg, die USA in der Rangfolge der wichtigsten Einzelmärkte wieder einzuholen. „In der Volksrepublik beobachten wir eine äußerst robuste wirtschaftliche Erholung vor allem in der Industrie“, so Wiechers. „Davon profitieren wiederum einige Maschinenbauzweige, die ein signifikantes Wachstum beim Export in die Volksrepublik verzeichnen. Darunter fallen Maschinen- und Komponentenhersteller für das Bau- und Infrastrukturgewerbe sowie den Elektroniksektor.“
Das sind Top-10-Abnehmerländer
| Absatzland | Mio. Euro | Veränderung | Anteil |
|---|---|---|---|
| 1. USA | 8878,8 | -10,9 % | 11,4 % |
| 2. China | 8471,9 | -8,3 % | 10,9 % |
| 3. Frankreich | 5128,7 | -20,1 % | 6,6 % |
| 4. Niederlande | 3377,6 | -14,1 % | 4,3 |
| 5. Polen | 3337,2 | -8,5 % | 4,3 |
| 6. Italien | 3202,4 | -22,5 % | 4,1 % |
| 7. Österreich | 3092,0 | -17,0 % | 4,0 % |
| 8. Vereinigtes Königreich | 2929,3 | -25,9 % | 3,8 % |
| 9. Russland | 2748,8 | 4,5 % | 3,5 % |
| 10. Schweiz | 2562,7 | -7,6 % | 3,3 % |
Quelle: VDMA, Destatis
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