Recycling-Standard TÜV Süd und Reclay kooperieren für besseres Verpackungs-Recycling

Redakteur: Peter Königsreuther

Mit der Partnerschaft der beiden Unternehmen soll das Prüf- und Zertifizierungsverfahren für das Verpackungs-Recycling von Kunststoff, Karton, Glas und anderen gängigen Materialien geklärt werden.

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Der TÜV SÜD und die Reclay Group stellen ein neues Prüf- und Zertifizierungsangebot zur Recycelbarkeit von Verpackungen aller Art vor. Unterstützt werden sollen damit etwa Hersteller, Abfüller, Importeure und Online-Händler.
Der TÜV SÜD und die Reclay Group stellen ein neues Prüf- und Zertifizierungsangebot zur Recycelbarkeit von Verpackungen aller Art vor. Unterstützt werden sollen damit etwa Hersteller, Abfüller, Importeure und Online-Händler.
(Bild: Veolia)

Die Europäische Union hat sich zum Ziel gesetzt, dass bis 2030 alle in der EU in Verkehr gebrachten Kunststoffverpackungen wiederverwendet und recycelt werden. Hierfür setzt sie unter anderem auf die Schaffung von Qualitätsstandards für sekundäre Rohstoffe, die Förderung von Zertifizierungen, verbindliche Vorschriften für den Mindestgehalt an recycelten Inhalten in bestimmten Produkten oder die Reduktion von Einwegkunststoffen. In Kooperation mit der Reclay Group bietet TÜV Süd einen neuen Service zur Prüfung und Zertifizierung der Recyclingfähigkeit von Verpackungen. Angewendet werde das Ganze für Verpackungen aus Kunststoff, Papier, Karton, Glas, Aluminium, Eisenmetallen, Holz und Verbundstoffen. Unter dem Begriff „Recyclingfähigkeit von Verpackungen“ berücksichtige man sämtliche relevanten Normen und Standards. Herstellern, Abfüllern, Importeuren, Online-Händlern, Handelsketten und diversen Lieferanten, die verpackte Güter verkaufen oder in Umlauf bringen, soll damit der Weg zur Etablierung kreislaufwirtschaftlich funktionierender Systeme erleichtert werden.

In wenigen Monaten sind Prüfung und Zertifizierung durchführbar

Die Bewertung der Recycelbarkeit von Verpackungen inklusive aller Einzelkomponenten erfolgt dann im Rahmen des neuen TÜV-Süd-Standards. Und zwar unter Berücksichtigung regionaler Sammel- und Verwertungsstrukturen, der Sortierbarkeit als Grundvoraussetzung fürs Recycling, sowie dem Marktpotenzial der als Sekundärrohstoffe bezeichneten Materialien. In Kombination mit einer exakten Materialprüfung erziele man damit ein Maximum an Genauigkeit für die Zertifizierung, so der TÜV Süd.

Der Einsatz digitaler Methoden optimiert auch die Transparenz und schafft eine ganzheitliche Bewertung der Recycelbarkeit von Verpackungen, um ungenutzte Potenziale zu erkennen und auszuschöpfen, sagt die Reclay Group. Der Prüfungs- und Zertifizierungsprozess dauere je nach Produkt zwischen einem und drei Monaten, heißt es weiter.

Und so funktioniert das in der Praxis

Nach einem entsprechenden Antrag werden Materialmuster sowie Produkt- und Prozessdaten eingeholt. Auf Basis der Produktprüfung sowie der werkseigenen Produktionskontrolle durch TÜV Süd erstellt das Expertenteam der Reclay Group einen digitalen Zwilling der Verpackung. Mit dieser Dokumentation von Materialien, Gewichten und Abmessungen könnten alle relevanten Einflussfaktoren für die Bewertung der Recycelbarkeit von Verpackungen berücksichtigt werden. Wer möchte, könnte diesen Schritt noch durch den Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik & Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben wissenschaftlich begleiten lassen.

Danach dokumentiert TÜV Süd die Ergebnisse in einem Audit- beziehungsweise Endbericht. Ein Zertifikat ist dann für drei Jahre gültig.

Folgende Normen respektive Standards sind mit dabei

  • Zentrale Stelle Verpackungsregister - Mindeststandard für die Bemessung der Recyclingfähigkeit;
  • DIN EN 13427:2004-10 Verpackung - Anforderungen an die Anwendung der Europäischen Normen zu Verpackungen und Verpackungsabfällen;
  • DIN EN 13430:2004 Verpackung - Anforderungen an Verpackungen für die stoffliche Verwertung;
  • ISO 15270:2008 Plastics - Guidelines for the recovery and recycling of plastics waste.

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