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Wichtiger Standort für viele internationale Unternehmen
Konkrete Zahlen sind aus Polen schwer zu bekommen, das Verbands- und Institutswesen hat keinen mit den westlichen Staaten vergleichbaren Standard. Der Verband der deutschen Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) meldet allein 113 Mitgliedsunternehmen, die in Polen mit 145 Niederlassungen vertreten sind. Der Handel mit Maschinen, Komponenten und Teilen zwischen Deutschland und Polen steigt seit Jahren.
Im vergangenen Jahr exportierte Deutschland Maschinen und Komponenten im Wert von 5,7 Mrd. Euro und importierte im Gegenzug Technik im Wert von 2,6 Mrd. Euro. Damit belegt das Nachbarland in der Länderstatistik des deutschen Maschinenbaus auf der Exportrangliste nach wie vor Platz 8. Gefragt sind dabei vor allem Produkte aus den Fachzweigen Allgemeine Lufttechnik (11,5 %), Antriebstechnik (8,1 %), Werkzeugmaschinen (7,2 %) und Fördertechnik (6,6 %).
Polen galt lange Jahre als verlängerte Werkbank westlicher Industrien und auch heute noch ist die Liste produzierender Unternehmen aus Polen kurz. Auch wenn die Attraktivität des Standortes nach wie vor hauptsächlich an den günstigen Lohnkosten liegt, wächst eine junge Generation nach, der man zutraut, die Digitalisierung erfolgreich für sich zu nutzen. Einen Verlust junger, motivierter Eliten in der Größenordnung, wie dies direkt nach dem Fall des Eisernen Vorhangs eingetreten war, ist momentan nicht zu beobachten.
Gut ausgebildeten Polen sind der „Rohstoff“ der Zukunft
Zur Zeit stehen die Ambitionen noch einer unterdurchschnittlichen Infrastruktur gegenüber, doch die gut ausgebildeten Polen sind der Rohstoff der Zukunft. Diese Tatsache verbuchen auch ausländische Investoren auf der Habenseite des Landes, wie aus Umfragen hervorgeht. Ein Trend, der zu der Struktur der Mikrounternehmen passt, die vor allem seit den Neunzigerjahren zunehmen.
Doch auch ohne polnische „Global Player“ werden die beiden Länder Deutschland und Polen auf absehbare Zeit wichtige Partner bleiben, ist sich Yvonne Heidler, Osteuropa-Expertin der VDMA-Außenwirtschaft, sicher – auch aus polnischer Sicht: Im Jahr 2015 kamen 34,5 % der importieren Maschinen aus der Bundesrepublik, dahinter lagen mit weitem Abstand Italien (10,3 %), China (7,4 %) und die USA (4,7 %). Zwar sehen auch die Verbandsexperten, dass derzeit nicht alles rund läuft in Polen, doch „für 2017 stehen die Zeichen wieder auf Wachstum“, ist Heidler überzeugt. MM
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