Partnerland Polen Verlängerte Werkbank mit wachsender Mikrostruktur

Autor / Redakteur: Frank Jablonski / Frank Jablonski

Ende April wird Polen in den Industriefokus rücken. Aus dem Partnerland der Hannover Messe werden mehr Aussteller und Besucher in Deutschland erwartet. In vier Serienbeiträgen zeigt der MM Einblicke in die Wirtschaft des Nachbarlandes.

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Obwohl der polnische Markt seit der Wahl eingebrochen ist, erwartet Yvonne Heidler, Osteuropa-Expertin beim VDMA, in der Jahresmitte wieder mehr Investitionen in Polen.
Obwohl der polnische Markt seit der Wahl eingebrochen ist, erwartet Yvonne Heidler, Osteuropa-Expertin beim VDMA, in der Jahresmitte wieder mehr Investitionen in Polen.
(Bild: Ralf Baumgarten)

Als harmonisch kann man es nicht gerade bezeichnen, das derzeitige Verhältnis des diesjährigen Hannover-Messe-Partnerlandes Polen und der EU. Erst stemmte sich Polens Ministerpräsidentin Beata Szydlo Anfang März vehement gegen die Wiederwahl Donald Tusks zum EU-Ratspräsidenten; dann gab sie erst kurz vor Ende des EU-Jubiläumsgipfels in Rom den Widerstand gegen die gemeinsame Abschlusserklärung auf.

Auch Bundesaußenminister Sigmar Gabriel hat bei seinem zwischenzeitlichen Besuch beim polnischen Außenminister Witold Waszczykowski seine Sorgen um die Unabhängigkeit von Justiz, Medien und Wahlrecht in Polen angesprochen. Doch Gabriel verpackte die Kritik in ansonsten eher freundliche Worte und sprach von den Beziehungen zu Polen als „großem Schatz“ und erteilte im selben Atemzug den Drohungen von EU-Justizkommissarin Věra Jourová eine Absage. Sie hatte zuvor mit dem Vorschlag Schlagzeile produziert, Polen EU-Fördermittel streichen zu wollen.

Drohungen aus Brüssel

Dabei dürfte diese Drohung aus Brüssel noch am ehesten den polnischen Nerv treffen, denn Polen ist mit deutlichem Abstand Gewinner, wenn es um die Bilanz der Ein- und Auszahlungen aus den europäischen Kassen geht. Im Jahr 2015 betrug der Haushaltssaldo Polens mit der Europäischen Union +9,5 Mrd.Euro, Polen ist mit Abstand das Land mit dem höchsten positiven Wert in dieser Statistik.

Die Subventionen fließen dabei in erster Linie in den Ausbau der Infrastruktur, vor allem in die Entwicklung des Straßennetzes und des Schienentransports. Auch der Intermodaltransport und der Umweltschutz sollen mit den Geldern verbessert werden. Und es soll noch eine ganze Weile so weitergehen:

Bis zum Jahr 2020 sind für Polen 82 Mrd. Euro aus dem EU-Fördertopf vorgesehen. Eine Menge Geld, die jedoch keine rein polnische Angelegenheit sind. Gabriels zurückhaltende Art könnte daher auch genau hier ihren Ursprung haben: Als ehemaliger Wirtschaftsminister dürfte er genau wissen, dass von diesen Entwicklungsprojekten zu einem sehr großen Teil auch deutsche Firmen direkt oder indirekt profitieren.

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