In Ulm und in Bad Salzuflen ist die Messe KPA - Kunststoff Produkte Aktuell bereits fest etabliert. Nun startet sie auch am Standort Leipzig. Ein gelungener Auftakt.
Auch am neuen Standort in Leipzig-Schkeuditz bringt die KPA - Kunststoff Produkte Aktuell die Menschen zusammen. Der intensive Austausch untereinander in der Branche ist heute wichtiger denn je.
(Bild: Maschinenmarkt/rw)
Die kunststoffverarbeitende Industrie hat schwierige Jahre hinter sich. Zurückhaltende Nachfrage, hohe Kosten und verzögerte Investitionsprojekte haben bei vielen Unternehmen auf die Stimmung gedrückt. Auf der KPA – Kunststoff Produkte Aktuell in Leipzig/Schkeuditz ist die Trendwende zu erahnen: Die Gespräche werden konkreter, neue Projekte rücken wieder stärker in den Blick, und Unternehmen suchen wieder aktiver nach innovativen Lösungen und neuen Partnern.
Optimistischer, aber nicht euphorisch
Von Euphorie ist die Branche zwar noch weit entfernt. Doch der vorsichtige Optimismus, der sich derzeit in Teilen des Marktes bemerkbar macht, ist auch auf der Fachmesse zu beobachten. Für die KPA, die am 16. und 17. September 2026 erstmals am Standort Leipzig/Schkeuditz stattfindet, ist das ein günstiger Zeitpunkt. Denn das Messekonzept zielt weniger auf spektakuläre Maschinenpräsentationen als vielmehr auf konkrete Anwendungen und direkte Kontakte zwischen Anwendern und Lieferanten ab.
Rund 97 Aussteller aus den verschiedenen Bereichen der Kunststoffverarbeitung zeigen ihre Lösungen. Die Besucher kommen aus dem gesamten deutschen Sprachraum. Auf der KPA suchen sie vor allem eines: konkrete Antworten auf konkrete technische und wirtschaftliche Aufgabenstellungen.
Arbeitsmesse mit Mehrwert
Die KPA versteht sich als Arbeitsmesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Kunststoffprodukten. Das Spektrum reicht dabei von Design und Produktentwicklung über Materialien und Halbzeuge bis zur Lohn- und Auftragsfertigung, zum Werkzeug- und Formenbau sowie außerdem zu Prüf- und weiteren Dienstleistungen. Themen wie Rezyklate, Compounds, Masterbatches und bio-basierte Kunststoffe sind fester Bestandteil der Messe.
Damit setzt sich die Veranstaltung bewusst von großen Kunststoffmessen ab, bei denen häufig Maschinen und Anlagen im Mittelpunkt stehen. Auf der KPA geht es vielmehr stärker um das Produkt und dessen Entstehung.
Für einen Konstrukteur kann beispielsweise die Frage im Mittelpunkt stehen, welcher Werkstoff für ein neues Bauteil geeignet ist. Ein Einkäufer sucht möglicherweise einen zusätzlichen Lieferanten. Ein Entwickler benötigt einen Partner für Prototypen oder Kleinserien. Oder ein Serienfertiger möchte einen bestehenden Prozess mit einem anderen Werkstoff, einem neuen Werkzeug oder einer zusätzlichen Fertigungstechnologie optimieren.
Nachfrage trifft ungefiltert auf Angebot
Die KPA - Kunststoff Produkte Aktuell ist eine Plattform, in der Nachfrage ungefiltert auf Angebot trifft. Und zwar auf der technischen Ebene. Genau darin liegt eine wesentliche Stärke des Messeformats.
Auch die Ausstellerstruktur auf der KPA Leipzig spiegelt diesen Ansatz wider. Im aktuellen Messeverzeichnis finden sich unter anderem Anbieter aus den Bereichen Spritzguss, Extrusion, Thermoformen, additive Fertigung, Werkzeug- und Formenbau, Compounds, Rezyklate und Kunststoffprodukte.
Werkstoffauswahl wird komplexer
Eine der zentralen Aufgaben der Kunststoffindustrie bleibt die Auswahl des richtigen Materials. Dabei geht es längst nicht mehr ausschließlich um mechanische Kennwerte oder den Preis.
Temperaturbeständigkeit, Medienbeständigkeit, Flammwidrigkeit, elektrische Eigenschaften und Oberflächenqualität müssen ebenso berücksichtigt werden wie Verarbeitbarkeit, Verfügbarkeit und Nachhaltigkeitsanforderungen. Gleichzeitig steigt der Druck, Rezyklate einzusetzen und Materialkreisläufe stärker zu schließen.
Auf der KPA treffen deshalb Materialanbieter direkt auf Konstrukteure und Verarbeiter. Das ist insbesondere bei neuen Projekten interessant. Denn die Materialentscheidung beeinflusst bereits in einer frühen Phase die Geometrie des Bauteils, das Werkzeugkonzept und den späteren Fertigungsprozess.
Von Compounds über Rezyklate, Masterbatches - thermoplastische und duroplastische Werkstoffe sind bei zahlreichen Ausstellern im Fokus. Auch bio-basierte und biologisch abbaubare Kunststoffe sind vertreten.
Stand: 08.12.2025
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Nachhaltigkeit gewinnt an Bedeutung
Damit wird deutlich, dass Nachhaltigkeit zunehmend von der allgemeinen Produktentwicklung nicht mehr zu trennen ist. Die Frage lautet nicht nur, welches Material technisch funktioniert, sondern auch, welche Rohstoffe eingesetzt werden, wie hoch der Recyclinganteil sein kann und welche Konsequenzen dies für Verarbeitung und Bauteilqualität hat.
Rezyklate zwischen Anspruch und Prozesssicherheit
Gerade beim Einsatz von Rezyklaten zeigt sich, wie eng Werkstoff und Fertigung miteinander verbunden sind. Wiedergewonnene Kunststoffe können gegenüber Neuware andere Eigenschaften und Schwankungen aufweisen. Für den Verarbeiter bedeutet das, Prozessfenster und Qualitätssicherung entsprechend anzupassen.
Gleichzeitig steigt der Bedarf an Werkstoffen, die definierte Eigenschaften auch bei einem höheren Anteil an Sekundärrohstoffen ermöglichen. Compounds können dabei helfen, Eigenschaften gezielt einzustellen und an die jeweilige Anwendung anzupassen.
KPA Leipzig
Messeprofil
Arbeitsmesse für Kunststoffpraktiker
Die KPA – Kunststoff Produkte Aktuell feiert 2026 Premiere in Leipzig/Schkeuditz. Die Fachmesse bringt Kunststoffverarbeiter, Materialanbieter, Entwickler, Werkzeugbauer und Dienstleister zusammen. Im Fokus stehen konkrete Anwendungen, neue Werkstoffe, nachhaltige Lösungen und der direkte Austausch. Besucher aus dem gesamten deutschen Sprachraum treffen diesmal auf rund 97 Aussteller. Link hier
Für Konstrukteure wiederum stellt sich die Frage, welche Anforderungen tatsächlich notwendig sind. Nicht jedes Bauteil benötigt einen Hochleistungswerkstoff. In vielen Fällen können alternative Materialien oder eine angepasste Konstruktion dazu beitragen, Kosten und Ressourcenverbrauch zu reduzieren.
Die KPA macht diese Zusammenhänge sichtbar, weil Materialanbieter, Verarbeiter und Entwickler unmittelbar auf der Messe vertreten sind.
Vom Prototyp zur Serie
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Herausforderung, wie aus einer Produktidee eine wirtschaftliche Fertigung wird. Gerade hier hat sich die Rollenverteilung in der Kunststoffindustrie verändert.
Auftraggeber suchen zunehmend Partner, die nicht nur ein einzelnes Bauteil fertigen, sondern bereits bei Konstruktion, Werkstoffauswahl und Werkzeugkonzept unterstützen. Entwicklungsdienstleistungen, Prototyping und Kleinserienfertigung gewinnen deshalb immer mehr an Bedeutung.
Additive Fertigung kann im Entwicklungsprozess eine wichtige Rolle spielen. Sie ermöglicht es, Bauteile und teilweise auch Werkzeuge oder Werkzeugeinsätze ohne den Aufwand klassischer Verfahren herzustellen. Für frühe Entwicklungsphasen und kleinere Stückzahlen entstehen so neue Möglichkeiten.
Sobald höhere Stückzahlen erreicht werden, verschiebt sich die wirtschaftliche Betrachtung. Dann kommen Spritzguss, Extrusion, Thermoformen oder andere etablierte Verfahren zum Einsatz. Entscheidend ist deshalb weniger die Technologie an sich. Im Mittelpunkt steht vielmehr die Frage, welche Fertigung zum Produkt, zur Stückzahl und zum Geschäftsmodell passt.
Werkzeugbau bleibt entscheidend
Trotz neuer Fertigungstechnologien bleibt der Werkzeug- und Formenbau ein entscheidender Faktor für die wirtschaftliche Kunststoffproduktion. Schon bei der Konstruktion eines Bauteils müssen Entformung, Anspritzung, Kühlung und mögliche Verzüge berücksichtigt werden. Fehler, die in dieser Phase entstehen, können später erhebliche Kosten verursachen.
Deshalb ist es sinnvoll, Werkzeugbauer möglichst früh in Entwicklungsprojekte einzubinden. Auf einer Fachmesse wie der KPA lässt sich dieser Austausch vergleichsweise unkompliziert herstellen.
Für Unternehmen ist das vor allem dann relevant, wenn neue Produkte oder Varianten entwickelt werden. Je früher Fertigung und Werkzeugtechnik in die Konstruktion einbezogen werden, desto größer sind die Möglichkeiten, Bauteile auf eine robuste und wirtschaftliche Serienproduktion auszulegen.
Konstruktion trifft Produktdesign
Neben den klassischen technischen Themen rückt die KPA auch das Zusammenspiel von Design und Fertigung in den Mittelpunkt.
Bei Kunststoffprodukten liegen Gestaltung und technische Machbarkeit eng beieinander. Eine bestimmte Geometrie kann aus Designperspektive attraktiv sein, gleichzeitig aber Probleme bei Entformung, Wanddicken, Verzug oder Oberflächenqualität verursachen.
Umgekehrt eröffnen moderne Werkstoffe und Fertigungsverfahren neue gestalterische Möglichkeiten. Die KPA verbindet deshalb Produktentwicklung und Kunststofftechnik. Im Rahmenprogramm ist unter anderem das Polykum Design-Café vorgesehen. Am ersten Messetag findet zudem der Mitteldeutsche Kunststofftag statt, der politische, wirtschaftliche und technische Themen miteinander verbindet.
Digitalisierung ist Mittel zum Zweck
Auch die Kunststoffentwicklung wird zunehmend digital. CAD-Systeme, Simulation, digitale Werkzeugauslegung und additive Fertigungsverfahren verkürzen Entwicklungszeiten und ermöglichen eine bessere Bewertung von Bauteilen bereits vor der Serienfertigung.
Die Digitalisierung ersetzt dabei nicht den persönlichen Austausch. Gerade bei komplexen Projekten muss häufig geklärt werden, welche Erfahrung ein potenzieller Partner mit einer bestimmten Geometrie, einem Werkstoff oder einem Fertigungsverfahren besitzt.
Das persönliche Gespräch kann hier schneller zum Ergebnis führen als einer reine Recherche über Lieferantenportale. Die KPA setzt genau auf diesen direkten Austausch. Kurze Wege und ein kompaktes Messeformat sollen Fachbesuchern ermöglichen, in kurzer Zeit unterschiedliche Anbieter kennenzulernen und technische Fragen direkt zu diskutieren.
Hoher Wettbewerbsdruck in der Branche
Viele Unternehmen haben ihre Investitionen in den vergangenen Monaten genauer geprüft. Entwicklungsprojekte wurden teilweise verschoben, Lagerbestände reduziert und Kapazitäten angepasst. Für Zulieferer bedeutet das einen hohen Wettbewerbsdruck.
Auf der KPA zeichnet sich dennoch eine leichte Veränderung ab. Die Stimmung ist vorsichtig besser als noch während der besonders schwierigen Phase. Das zeigt sich weniger in großen Investitionsankündigungen als in der Bereitschaft, wieder über neue Projekte und mögliche Kooperationen zu sprechen.
Unternehmen zusammenbringen
Gerade Fachmessen können in solchen Phasen eine wichtige Funktion übernehmen. Sie bringen Unternehmen zusammen, die im normalen Tagesgeschäft möglicherweise nicht miteinander in Kontakt kommen würden.
Dabei geht es zunächst nicht um große Investitionsentscheidungen. Häufig steht am Anfang eine deutlich kleinere Frage: Gibt es einen zweiten Lieferanten? Kann ein Bauteil mit einem anderen Material gefertigt werden? Ist eine bestimmte Geometrie wirtschaftlich herstellbar? Lässt sich eine Baugruppe vereinfachen? Oder kann ein bestehendes Produkt nachhaltiger ausgelegt werden? Aus solchen Gesprächen können schnell konkrete Projekte entstehen.
Messestandort
Globana Messe & Eventcampus
Branchenevent im Herzen von Mitteldeutschland
Mit Leipzig/Schkeuditz erweitert die KPA ihr Standortkonzept um einen wichtigen Industriestandort. Der Globana Messe & Eventcampus liegt in unmittelbarer Nähe zum Flughafen Leipzig/Halle sowie zu den Autobahnen A9 und A14. Die Messe ist damit für Besucher aus Mitteldeutschland und darüber hinaus gut erreichbar. Der Standort ist zugleich interessant, weil sich in Mitteldeutschland zahlreiche industrielle Anwenderbranchen konzentrieren. Automotive und Zulieferindustrie, Maschinen- und Anlagenbau, Elektronik, Medizintechnik und weitere industrielle Bereiche sind auf leistungsfähige Kunststofflieferanten angewiesen. Link hier
Die KPA kann hier eine Schnittstellenfunktion übernehmen: zwischen regionalen Anwendern und überregionalen Lieferanten.
Fachmesse im Zeichen des Wandels
Die Premiere der KPA in Leipzig fällt in eine Phase des Übergangs. Die Kunststoffindustrie muss gleichzeitig Kosten senken, ihre Lieferketten stabilisieren, neue Werkstoffe entwickeln und Anforderungen an Nachhaltigkeit erfüllen. Hinzu kommen technologische Veränderungen. Additive Fertigung, neue Compounds, Rezyklate, intelligente Werkstoffe und effizientere Produktionsverfahren verändern die Möglichkeiten der Kunststoffverarbeitung.
Für Entwickler und Einkäufer wird damit die Suche nach dem passenden Partner anspruchsvoller. Nicht unbedingt der größte Anbieter ist gefragt, sondern derjenige, der eine konkrete technische Aufgabe lösen kann.
Genau darauf ist die KPA ausgerichtet. Die Messe will keine vollständige Leistungsschau der Kunststoffindustrie sein. Ihr Ansatz ist fokussierter: Unternehmen mit konkreten Projekten sollen auf Anbieter treffen, die eine Lösung beitragen können. Material, Werkzeug, Fertigung und Entwicklung werden dabei nicht isoliert betrachtet.
Messe als Arbeitsplattform
Das macht die Veranstaltung gerade in der aktuellen Marktsituation interessant. Wenn Budgets begrenzt sind und Investitionen sorgfältiger abgewogen werden, gewinnt der konkrete Nutzen eines Kontakts an Bedeutung.
Die KPA Leipzig/Schkeuditz zeigt damit auch, wohin sich Fachmessen verändern können: weg von der reinen Produktpräsentation und hin zur Plattform für konkrete Entwicklungs- und Beschaffungsprojekte. Die leichte Aufhellung der Stimmung ist dabei ein erstes Signal. Noch befindet sich die Kunststoffbranche nicht in einer Phase uneingeschränkter Dynamik. Aber die Bereitschaft, wieder nach vorn zu schauen, neue Lieferanten kennenzulernen und technische Projekte anzustoßen, ist spürbar. Für eine Messe, die sich als Arbeitsplattform versteht, könnte das kaum passender sein.