VW-Betriebsversammlungen Das kam bei Oliver Blumes Besuchen in Zwickau und Emden heraus

Quelle: dpa 3 min Lesedauer

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VW-Konzernchef Oliver Blume hat bei der Betriebsversammlung am gefährdeten Standort Emden unter anderem spürbare Einschnitte beim Management angekündigt. Die Sachsen-Standorte lobte er ...

Proteste begleiteten die gestrigen Besuche von VW-Chef Oliver Blume zu den VW-Standorten Emden und Zwickau. Dort sollte er klarer definieren, wie es um die Zukunft dieser gefährdeten Werke bestellt ist. Was dabei herauskam, können Sie hier lesen ...(Bild:  R. Köhler)
Proteste begleiteten die gestrigen Besuche von VW-Chef Oliver Blume zu den VW-Standorten Emden und Zwickau. Dort sollte er klarer definieren, wie es um die Zukunft dieser gefährdeten Werke bestellt ist. Was dabei herauskam, können Sie hier lesen ...
(Bild: R. Köhler)

Oliver Blume reist derzeit zu diversen VW-Standorten, um, wie von der Gewerkschaft gefordert, nähere Angaben zu den krassen Sparplänen zu machen als bisher. Nach Wolfsburg waren nun die Standorte Emden und Zwickau auf der Agenda. Der VW-Boss betonte in Emden die schwierige Wettbewerbslage des Standorts. Die Arbeitskosten lägen mehr als doppelt so hoch wie an vergleichbaren europäischen Standorten. Und auch in puncto Fabrikkosten seien andere Werke deutlich günstiger unterwegs. Das Werk in Ostfriesland gilt als gefährdet, weil es noch keine wettbewerbsfähige Belegung für die 2030er-Jahre gibt. Emden gilt aber als wichtigster industrieller Arbeitgeber in Ostfriesland. Blume bekräftigt dabei immer wieder, dass er Werksschließungen möglichst vermeiden will. Im Zuge der Sparmaßnahmen soll auch das Management Federn lassen. Blume rede von etwa 25 Prozent weniger.

Die Lage muss immer wieder neu bewertet werden

Dass das VW-Werk Emden auf der Kippe stehen soll, habe allerdings auch überrascht, weil dort schon Ende 2024 der letzte Verbrenner vom Band gelaufen war und nach einer Milliardeninvestition ausschließlich Elektroautos gebaut werden. In dem Werk arbeiten rund 7.700 Beschäftigte. „Die Welt, auf deren Grundlage wir viele Entscheidungen der vergangenen Jahre getroffen haben, gibt es so nicht mehr“, wie Blume klarzumachen versuchte. Es gebe Veränderungen und deshalb müsse die Lage immer wieder neu bewertet werden. In Emden seien die Kosten zwar gesenkt, aber eben weiter vergleichsweise hoch. Das, so Blume weiter, ist aber kein Vorwurf, es ist die Realität, an der wir uns messen lassen müssen. Nach seiner Ankündigung, den Sparkurs zu verschärfen, wird beim größten Autobauer Europas um Zehntausende zusätzliche Jobs und vier ganze Standorte gebangt. Neben Emden waren dabei auch Zwickau und Hannover sowie das Werk der Tochter Audi in Neckarsulm in den Fokus geraten. Auch dort fehlt nach Angaben des Vorstands eine wettbewerbsfähige Belegung. Nach Emden sollte Blume weiter nach Zwickau reisen, wo ebenfalls um den Standort gebangt wird. Noch eher als Emden galt die Fabrik dort als Pionier der Elektromobilität bei Volkswagen.

Blume lobt Engagement der sächsischen Werke

Seit 2020 werden ausschließlich E-Autos gebaut. Zuletzt sank die Zahl der Beschäftigten in Zwickau aber schon von rund 11.000 zu Hochzeiten auf aktuell noch etwa 8.000. Über 1.000 weitere Jobs werden in den nächsten Jahren planmäßig wegfallen. Und 2027 soll eine der beiden Fertigungslinien stillgelegt werden. Vor Blumes Besuch in Zwickau demonstrierten dort am Werk sowohl VW-Mitarbeiter als auch Beschäftigte von Zulieferern für eine Zukunft des Standorts. In der Belegschaft sei die Verunsicherung groß, sagte Betriebsratschef Mario Albert. Mit dem Motorenwerk in Chemnitz und der Gläsernen Manufaktur in Dresden hat Volkswagen zwei weitere Standorte in Sachsen. Dort wird Blume an diesem Donnerstag erwartet. In Dresden werden bereits keine Fahrzeuge mehr produziert. Blume in Zwickau: „Ihr habt Kosten gesenkt, Abläufe verbessert und den vereinbarten Personalumbau planmäßig vorangebracht. Kurz gesagt: Ihr habt gezeigt, dass Veränderung möglich ist!“ Man könne allen im Konzern nur immer wieder sagen: Schaut nach Sachsen, wie gut das da gelaufen ist.

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