VW vor Riesenärger? Volkswagen könnte tarifmäßig eine harte Zeit vor sich haben

Quelle: dpa 3 min Lesedauer

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Im Disput um schärfere Sparmaßnahmen steuert VW wohl auf einen „heißen“ Winter zu, wie die dpa meldet. Die Tarifverhandlungen zwischen dem Unternehmen und der IG Metall stehen nämlich bevor ...

Der Himmel über VW könnte demnächst von Sturmwolken geprägt sein, denn in wenigen Wochen starten die ersten Tarifverhandlungen, die auch noch in konjunkturell schwierigen Zeiten stattfinden müssen. Lesen Sie hier, wie es im Vorfeld dazu momentan aussieht ...(Bild:  Volkswagen)
Der Himmel über VW könnte demnächst von Sturmwolken geprägt sein, denn in wenigen Wochen starten die ersten Tarifverhandlungen, die auch noch in konjunkturell schwierigen Zeiten stattfinden müssen. Lesen Sie hier, wie es im Vorfeld dazu momentan aussieht ...
(Bild: Volkswagen)

Nach den Worten von IG-Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger stehen die Zeichen angesichts der Tarifverhandlungen bei Volkswagen bereits auf Sturm! Denn die Stimmung in der VW-Belegschaft habe einen Siedepunkt erreicht. Alles deutet laut Gröger auf eine Auseinandersetzung hin, die größer werden könnte als alles das, was der Wolfsburger Konzern je erlebt hat. Die Lage ist bekanntlich bereits seit Monaten nicht prickelnd. Denn im Juni wurden erste Einzelheiten eines Zukunftsplans bekanntgemacht, mit dem der Vorstand um VW-Chef Oliver Blume den angeschlagenen Autobauer wieder auf Kurs bringen will. Der VW-Aufsichtsrat beschloss diese Pläne dann Anfang September. Es handelt sich nach eigenen Angaben um das tiefgreifendste Transformationsprogramm in der Historie von VW. Diese Rosskur sieht unter anderem Einsparungen im 2-stelligen Milliardenbereich vor, was nicht zuletzt rund 50.000 weitere Jobs kosten kann. Seitdem denkt man darüber nach, wie das Ganze angegangen werden sollte. Derzeit kümmere man sich vor allem um eine diesbezügliche Bestandsaufnahme.

Nur der wirtschaftliche Erfolg sichert Arbeitsplätze bei VW

Nach dem letzten Gespräch hat das VW-Management nun aber erstmals eine Zielmarke für den Stellenabbau bei der Kernmarke genannt. Bei der Volkswagen AG sollen weitere 12.000 Stellen bis 2030 sozialverträglich abgebaut werden. Dort fallen aber bereits über 35.000 Jobs bis zum Ende des Jahrzehnts weg. Zu den Instrumenten dafür zählt der Konzern auch die Eröffnung von förderfähigen Transfergesellschaften, in die Beschäftigte wechseln können, um sich neue Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt holen zu können. An der Beschäftigungssicherung bis Ende

2030 halte Deutschlands größter Autobauer aber trotz der angespannten Lage fest. Die wirtschaftliche Situation hat sich leider nach Angaben des Personalvorstands der Kernmarke VW – Arne Meiswinkel – drastisch verschlechtert. Daraus ergebe sich ein akuter Handlungsbedarf. Er drängt nun darauf, die Maßnahmen aus dem Zukunftsplan schnell umzusetzen. Denn nur ein wirtschaftlich erfolgreiches Unternehmen kann auf Dauer sichere Arbeitsplätze bieten.

Arbeitnehmerseite spricht von Affront und Vertrauensbruch

Angesichts der Sparpläne richten sich die Blicke nun natürlich auf die nächsten Monate. Und die dürften durchaus turbulent werden, wie Experten vermuten. Denn Volkswagen hat bereits nach dem ersten Überprüfungsgespräch (Ende September) zehn Tarifverträge gekündigt – und damit fast alle Vereinbarungen des VW-Haustarifs. In den Verträgen sind unter anderem Arbeitszeit, Urlaubstage und Zulagen geregelt, wie es heißt. Das Unternehmen will, wie man erfährt, damit einen Verhandlungsraum öffnen, um mit Blick auf den aktuellen Kostendruck verschiedene Regelungen anzupassen. Konkrete Forderungen hat das VW-Management aber bislang nicht geäußert. Laut Ansicht von Meiswinkel muss über wettbewerbsfähige Arbeitskosten sowie über Themen wie Veränderungsbereitschaft und einen flexibleren Personaleinsatz gesprochen werden. Die Verhandlungen betreffen rund 130.000 VW-Beschäftigte in Deutschland. Die bestehenden Verträge gelten zum 31. Dezember 2026 nicht mehr. Die VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo nennt das Vorgehen des Managements einen Riesenaffront. Für Gröger ist es ein Vertrauensbruch, der rückgängig gemacht werden muss, um konstruktiv miteinander diskutieren zu können. Geschehe das nicht, werde ein massiver Arbeitskampf vom Zaun gebrochen.

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