Nachgehakt Was ist eigentlich mit...
... Bernd Gombert und seiner Erfindung der mechatronischen Keilbremse? 2004 hat der Bundesverdienstkreuz-Träger den ersten Hermes-Award der Hannover Messe für seine Bremstechnologie verliehen bekommen. MM-Redakteurin Frauke Finus hat jetzt bei ihm nachgehakt.
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Sie haben 2004 mit Ihrer Firma e-Stop GmbH den Hermes-Award für die mechatronische Keilbremse gewonnen – was ist seither aus Ihrer Entwicklung geworden?
Mit dem Hermes-Award 2004 wurde der Grundstein gelegt, um die sogenannte x-by-wire Technologie im Automobil zu etablieren. Mit ihr wurde die intelligente Vernetzung von Fahrdynamik und Fahrerassistenzsystemen als neues Innovationsfeld initiiert. Die mechatronische Keilbremse, die auf der sogenannten Smart-Aktuatorik basiert, wurde von 2004 bis 2008 unter der Führung von Siemens VDO weiterentwickelt. Nach der Übernahme von Siemens VDO durch die Continental AG im Jahr 2008 wurden diese Entwicklungsarbeiten aus strategischen Gründen eingestellt, um das etablierte Bremsengeschäft mit der Hydrauliktechnologie nicht zu gefährden beziehungsweise zu schützen.
Sind Sie selbst noch aktiv an einer Weiterentwicklung der Technologie dran?
Da seinerzeit alle Patente von der Keilbremse für den Automobilbereich in Besitz von Continental übergegangen sind (mehr als 140 Patentfamilien), kann nur Continental eine Weiterentwicklung/Wiederaufnahme dieser Technologie betreiben.
Was machen Sie heute?
Nachdem sich Continental gegen die Keiltechnologie entschieden hatte, wurde das Kern-Entwicklungsteam (ehemalig e-Stop) in Seefeld bei München in eine neue eigenständige Transferfirma mit dem Namen RG Mechatronics überführt. Diese Firma hat sich bis zum Jahr 2013 auf die Entwicklung von Produkten mit Smart-Aktuatoren spezialisiert. Ende 2013 übernahm ich diese Firma, um meine Erfahrungen im Bereich der Leichtbaurobotik einzubringen und um das neue Marktsegment der Mensch-Roboter-Kollaboration voranzubringen. Mit der Umbenennung der Firma RG Mechatronics in Gomtec und der gleichzeitigen Vorstellung eines neuen Leichtbauroboter Konzeptes „Roberta“ auf der Automatica 2014 in München, ist es Gomtec gelungen, eine neue Generation von Leichtbaurobotern vorzustellen. Die Fachwelt hat mit der Prämierung des Automatica MM Awards und dem Motek Handlings Award diese neue Technologie begeistert aufgenommen und spricht bereits jetzt vom neuen „Ipad der Robotik“.
Das Interview führte MM-Redakteurin Frauke Finus
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