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Muss man für jedes Risiko einen ausgearbeiteten Notfallplan in der Tasche haben?
Lempges: Wenn man ein Risikomanagementsystem aufsetzt, identifiziert man die Risiken aller Bereiche: zusammen sind das vielleicht um die hundert. Die schaut man an und macht beispielsweise eine Top-10-Liste der Risiken, die man sofort angehen muss. Dazu kann auch die Engpassmaschine zählen. Aber statt eines Notfallplans ist in diesem Fall eher eine regelmäßige Wartung sicherzustellen. Bei einem Defekt muss innerhalb kürzester Zeit ein Techniker vor Ort sein, und das Unternehmen muss kritische Ersatzteile vorhalten: Tagesgeschäft eben.
Hängt der Erfolg des Risikomanagements davon ab, wie risikofreudig oder risikoavers das Unternehmen ist?
Mewes: Ich würde sagen nein. Wichtig ist nur, die Risiken tatsächlich zu erkennen und dann gesunden Menschenverstand walten zu lassen. Ein Unternehmen zu leiten bedeutet immer, auch Risiken einzugehen, sonst könnte man keine Geschäfte mehr machen. Risiken bieten gleichzeitig auch eine Chance zur Weiterentwicklung und zum Wachstum. Man benötigt aber Transparenz über seine Risiken, um zu überlegen, wie man ihnen am besten begegnet sowie eine systematische Bearbeitung dieses Themas.
Lempges: Die Frage ist grundsätzlich: Habe ich mir Gedanken über meine Risiken gemacht? Dann kann ich gemäß der eigenen Risikohaltung überlegen, wie ich mit den identifizierten Risiken umgehe. Bis zu welcher Höhe will ich – wenn möglich – mein Risiko mit einer Versicherung absichern? Wie hoch können eventuell Selbstbehalte sein? Wie und mit welchem Aufwand kann ich Risiken minimieren, welche vielleicht ganz vermeiden? Das nicht zu tun bedeutet nicht, risikofreudig zu sein, sondern leichtsinnig.
Vielen Dank für das Gespräch.
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