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Logistikevents Welche Rolle Roboter im Warehouse spielen – heute und in Zukunft

| Redakteur: B.A. Sebastian Hofmann

Wie können Unternehmen ihre Lager- und Fördertechnik robotisieren und welche Benefits halten fahrerlose Transportfahrzeuge (FTF) und Co. für Anwender bereit? Diese Fragen diskutierten Experten aus der ganzen Welt bei einem MM-LOGISTIK-Panel auf der Deliver Conference in London.

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Die Teilnehmer des Deliver-Panels zum Thema „Robotisierung in der Logistik“. V.l.: Yaro Tenzer, Lit Fung, Frederik Brantner, Sebastian Hofmann, MM LOGISTIK.
Die Teilnehmer des Deliver-Panels zum Thema „Robotisierung in der Logistik“. V.l.: Yaro Tenzer, Lit Fung, Frederik Brantner, Sebastian Hofmann, MM LOGISTIK.
(Bild: Hofmann, MM LOGISTIK)

80 % aller Warehouses werden heute immer noch ohne jegliche Automatisierungstechnik betrieben – das geht aus einem Trendreport von DHL hervor. Immer breiter wird aber die Nachfrage nach flexiblen und skalierbaren Lösungen. Gemeinsam mit Frederik Brantner, CEO von Magazino in München, Lit Fung, General Manager Overseas bei Geek+ in Beijing, und Yaro Tenzer, Co-Founder von Righthand Robotics in Boston, hat MM LOGISTIK diskutiert, welche Rolle Roboter in der Förder- und Lagertechnik von morgen spielen und welchen Nutzen Anwender aus ihnen ziehen können.

„Unternehmen müssen ihre Hausaufgaben in Sachen Logistikroboter jetzt besonders gewissenhaft machen. Die Industrie entwickelt sich in rasender Geschwindigkeit weiter und wer jetzt nicht mitmacht, kann sich langfristig nicht am Markt behaupten“, appelliert Yaro Tenzer, Co-Founder von Righthand Robotics.
„Unternehmen müssen ihre Hausaufgaben in Sachen Logistikroboter jetzt besonders gewissenhaft machen. Die Industrie entwickelt sich in rasender Geschwindigkeit weiter und wer jetzt nicht mitmacht, kann sich langfristig nicht am Markt behaupten“, appelliert Yaro Tenzer, Co-Founder von Righthand Robotics.
(Bild: Black Edge Productions / Deliver Events)

Roboter in der Logistik schwer im Trend

Für den Anstieg der Nachfrage nach effizienten Robotikanwendungen im Materialfluss sieht Frederik Brantner zwei wesentliche Gründe: „In der Vergangenheit waren Automatisierungslösungen sehr stationär und unflexibel. Heute kommt es aber immer mehr auf agile und skalierbare Lösungen an. Auch der Fachkräftemangel spielt eine wesentliche Rolle.“ „Gerade in den USA befinden sich Logistikimmobilien darüber hinaus meist weit außerhalb von größeren Städten“, ergänzt Tenzer. „Das senkt zwar die Grundstückskosten, verschärft diese Situation aber gleichzeitig. So ist es noch einmal deutlich schwieriger, qualifiziertes Personal zu bekommen.“

Hier können Sie sich das ganze Panel noch einmal ansehen!

„Grundsätzlich macht es sowieso nicht überall Sinn, Roboter einzusetzen“, erklärt Brantner. Beispielsweise dann, wenn es um das Greifen folierter Waren oder andere sehr detailspezifische Aufgaben gehe, sei Robotik heute oft noch überfordert. „Mit unserem Toru, einem Ware-zum-Mann-Roboter konzentrieren wir uns zum Beispiel gerade deshalb vor allem auf quaderförmige Objekte – etwa Schuhkartons.“ Auch in Sachen Unternehmensgrößte könne könne man differenzieren, sagt Fung: „Es passiert immer wieder, dass kleine Firmen auf mich zukommen und sich nach unseren FTF erkundigen. Ich muss dann oft klarstellen, dass sich eine solche Investition eigentlich nur für größere Betriebe lohnt.“

Der Mensch bleibt unverzichtbar

Gerade um die Customer Experience zu erhöhen, schwörten heute aber trotzdem immer mehr Unternehmen auf Robotiklösungen, stellt Tenzer fest. „Unsere Roboterhand beispielsweise setzen Kunden im E-Commerce gerne ein, um die Zeit zwischen dem Bestellklick und der Versandbestätigung so klein wie möglich zu halten.“ „Nachdem die einzelnen Bestandteile von Robotern darüber hinaus momentan auch immer billiger werden“, wirft Brantner ein, „werden in naher Zukunft auch die Kosten für die Maschinen selbst sinken.“

Auf Menschen könne die Logistik aber auch weiterhin nicht verzichten, sind sich die Experten einig. „Natürlich sind technologische Fortschritte immer ambivalent“, meint Magazino-CEO Brantner. „Momentan verschieben sich die Arbeitstätigkeiten gerade in andere Bereiche. Nach wie vor werden Menschen aber etwa gerade für das präzise Greifen oder Auspacken von leicht zu beschädigenden Waren unverzichtbar sein.“

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